Kommentiert: Aufklären statt verbieten

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Kommentiert: Aufklären statt verbieten

Ein Kommentar von Hermann-Josef Delonge

Kunst ist frei. Sagt das Grundgesetz, Artikel 5, Absatz 3. Nicht „gute“ Kunst, nicht „wertvolle“ Kunst, sondern einfach: Kunst. Das ist gut so, mutet uns aber auch einiges zu. Bushido zum Beispiel.

Dessen Album „Sonny Black“ ist nach Einschätzung des OVG Münster zu Unrecht auf dem Index gelandet; die Urteilsbegründung – formale Fehler – ist eine Ohrfeige für die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien.

Grundsätzlich aber stellt sich die Frage: Ist die Indizierung durch die Prüfstelle nicht völlig veraltet und deshalb obsolet? Denn zweifellos können sich auch Unter-18-Jährige alles, was auf dem Index steht, problemlos online besorgen. Und zweifellos ist der Index eine schöne Handreichung für die Kids: garantiert krasses Zeug, muss ich haben. Prima Werbung also.

Stimmt alles, entbindet die Plattenfirmen aber nicht davon, mal darüber nachzudenken, ob sie wirklich alles auf den Markt schmeißen müssen, womit sich Geld verdienen lässt. Und entbindet uns nicht davon, mal hinzuhören und hinzuschauen, was unsere Kinder da den lieben langen Tag hören, schauen, spielen. Und mit ihnen darüber zu reden. Aufklärung statt uneffektiver Verbote. Wäre jedenfalls eine Möglichkeit.

 

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