Kommentiert: Als Vorbild geeignet

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Kommentiert: Als Vorbild geeignet

Ein Kommentar von Michael Grobusch

Am Aschermittwoch ist alles vorbei: Es kann davon ausgegangen werden, dass sich die Landestarifkommission der IG Metall und der Verband Metall NRW an diesem Tag auf eine Übernahme des für Baden-Württemberg erzielten Pilotabschlusses verständigen werden.

Eine Woche haben sie nun Zeit, ihren Mitgliedern einen Abschluss zu erklären, der in seiner Komplexität allenfalls mit der Einführung der 35-Stunden-Woche im Jahr 1984 verglichen werden kann. Die lobenden Worte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern legen die Vermutung nahe, dass es sich um einen für beide Seiten richtig guten Kompromiss handelt. Und dieser Eindruck bestätigt sich bei genauerem Hinsehen.

Natürlich hat sich die Gewerkschaft mit ihrer Forderung nach sechs Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von nur zwölf Monaten nicht durchsetzen können. Doch hinter dem jetzt vereinbarten Paket aus Entgelterhöhung, Zusatzgeld und jährlicher Einmalzahlung steckt in der Summe ein jährliches Plus von immerhin fast 3,5 Prozent. Die Unternehmen werden angesichts der brummenden Konjunktur damit leben können. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sich die Branche damit in Zeiten eines zunehmenden Fachkräftemangels ihre Attraktivität bewahrt.

Das tut sie auch, weil das neue Tarifwerk eine größere Flexibilität bei der Arbeitszeit ermöglicht. Auf der einen Seite können Beschäftigte ihre Wochenarbeitszeit in Zukunft zeitlich befristet auf bis zu 28 Stunden reduzieren. Auf der anderen Seite wird eine zentrale Forderung der Unternehmen erfüllt: Wo Arbeitskräfte fehlen oder Auftragsspitzen bewältigt werden müssen, können über die tarifliche Regelarbeitszeit hinaus mehr 40-Stunden-Verträge abgeschlossen werden.

Am Ende des Verhandlungsmarathons sprach Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger am Dienstag von einem „Meilenstein auf dem Weg zu einer modernen, selbstbestimmten Arbeitswelt“. Er liegt vollkommen richtig. Denn dieser Abschluss steht für ein hohes Lohnniveau, gute Arbeitsbedingungen und eine große Flexibilität. Damit sollte er nicht nur der Metall- und Elektroindustrie als Vorbild dienen.

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