Anne Vogd Kolumnistin

Glossiert: Tattoos oder keine Tattoos?

Ein Kommentar von Anne Vogd

Gestern war ich im Freibad. Aus der Ferne sah ich eine Menschengruppe. Aber als ich näherkam, erkannte ich: Das ist ja nur einer. Aber warum trägt der hier Handschuhe, Schal und Langarmshirt?

Dann sah ich: Der flächendeckende Typ war auch flächendeckend tätowiert. Nein, kein schlichtes Geburtsdatum, das auf dem Oberarm auch schon mal wie ein vergessenes Preisschild wirkt. Und auch nicht dieses derzeit so beliebte Unendlichkeitszeichen, auch Asi-Propeller genannt. Komplett durchtätowiert.

Früher standen Tattoos für Rebellion, Widmung, Mantras. Heute stehen sie für den Tagesabschnittsgefährten oder die derzeitige Lieblingsspeise: Chinesische Schriftzeichen könnten darauf hinweisen, dass ihr Träger gern Peking-Ente isst. Ob sich Chinesen auch ein deutsches Schweinenackensteak in den Nacken stechen lassen würden?

Fakt ist, Tattoos sind mittlerweile ungefähr ein so großes Ding wie ein neuer Haarschnitt beim Friseur. Trotzdem bin ich immer noch ohne. Viele meiner Freunde auch. Alle blank! Sind wir jetzt die Freaks?

Und während ich noch darüber nachdenke, wanzt sich eine XL-Barbiepuppe an das menschgewordene Kunstwerk aus kryptischer Runenschrift, großflächigen Sternen und mystischen Symbolen ran. Die beiden fangen an zu turteln und mir wird klar: Er hat es nur für SIE getan! Es ist als Entertainment-Angebot gedacht für den Fall, dass sie beim Liebesspiel mal was nebenbei lesen möchte, oder Sterne ausmalen oder einfach nur ein Rätsel lösen.

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