Glossiert: Kalt erwischt

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Glossiert: Kalt erwischt

Ein Kommentar von Christoph Classen

Um am plötzlichen Ausbleiben der in den vergangenen Wochen einigermaßen liebgewonnenen Hitze etwas Gutes zu finden, muss man schon die Fische bemühen.

Die Fische nämlich atmen auf, weniger Hitze bedeutet für sie mehr Sauerstoff, das Wasser ist quasi wieder voll davon. Nach Wochen der Schnappatmung endlich wieder in vollen Zügen genießen, manche Fische sind vom ganzen Sauerstoff schon Hai, beziehungsweise high. Erste Drogenbeauftragte schlagen jedenfalls Alarm. Leider nur die Spitze des Eisbergs. Und da sind wir schon wieder beim Thema.

Vom plötzlichen Temperatursturz werden Landwirtschaft und Handel gleichermaßen kalt erwischt. Die Landwirte, weil ihnen die Ernten über die Köpfe zu wachsen drohen, der Handel, weil sich der kürzlich georderte Nachschub an Ventilatoren in den Läden stapelt. Das drückt die Preise. Um auf die Misere aufmerksam zu machen, denken Dachverbände beider Branchen darüber nach, vor dem Sitz des Europäischen Parlaments in Straßburg einen Berg aus überschüssigem Korn und Ventilatoren aufzuschichten. Es wäre ein Zeichen.

Die Zeche zahlt am Ende natürlich der Verbraucher, das ist immer so und daran wird wohl kein Wetter dieser Welt etwas ändern. Im Vertrauen auf den Klimawandel entsorgten Verbraucher zuletzt massenweise lange Hosen, und nun stehen sie allmorgendlich nicht nur vor dem Kleiderschrank, sondern auch vor der Frage, ob sich Shorts oder Rock mit Skiunterwäsche und Winterstiefeln kombinieren lassen, und in welchem Berufszweig dies keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen würde. Von einer Umschulung zum Fisch raten Drogenbeauftragte allerdings ab.

 

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