Stolberg-Zweifall - Zweifaller Kloster: Steht der Verkauf kurz bevor?

Zweifaller Kloster: Steht der Verkauf kurz bevor?

Von: Sarah-Lena Gombert
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Das Karmelitinnenkloster in Zweifall, das Karmel, wird verkauft. Der Investor stammt aus der Dürener Gegend. Foto: S.-L. Gombert
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Schwester Maria Regina, die letzte der Karmelitinnen, möchte im Kloster bleiben.

Stolberg-Zweifall. Das Karmelitinnenkloster in Zweifall steht kurz vor dem Verkauf. Das hat der Dürener Anwalt Karl-Heinz Schnitzler, der das Grundstück samt der Gebäude im Auftrag des Klostervereins verkaufen soll, im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigt.

Bei dem Käufer handelt es sich nach Angaben von Schnitzler um eine Familie aus der Region, die im Raum Düren mehrere Seniorenhäuser betreibt. Eine mündliche Zusage gibt es schon; der schriftliche Vertrag über den Verkauf soll in den kommenden Wochen folgen.

„Ich habe im Interesse des Vereins versucht, bei den Verhandlungen das beste Ergebnis zu erzielen“, sagt Karl-Heinz Schnitzler. Der Verein, der sich aufgrund einer zu geringen Anzahl von Mitgliedern in Auflösung befindet, wird von einem Notvorstand geleitet. Das sind zwei Karmelitinnen aus Düren.

Vertraulicher Umgang

Zu seiner Arbeit gehört für Anwalt Schnitzler auch der vertrauliche Umgang mit Interessenten der Immobilie. Diesen vertraulichen Umgang habe er stets gewahrt. Das habe vielleicht einige Zweifaller, denen das Kloster am Herzen liegt, nicht gefallen. „Aber ich nehme meine Aufgabe als Liquidator professionell wahr, aber nicht ohne soziales Engagement.“

Eine neue Nutzung für das ehemalige Kloster zu finden, mit der alle Beteiligten glücklich sind, und die auch die Zweifaller Bevölkerung zufriedenstellt, ist kein einfaches Unterfangen. „Ich habe mich bei der Stadt erkundigt, welche Form von Bauvorhaben dort überhaupt zulässig sind“, sagt Karl-Heinz Schnitzler.

Beim Karmel handelt es sich um eine Immobilie im Außenbereich. „Das heißt, das hier nur privilegierte Bauvorhaben zulässig sind“, erläutert Schnitzler. Ein Hotel, beispielsweise, könne in dem alten Kloster nicht eingerichtet werden. „Infrage kämen vielleicht kirchliche, soziale oder kulturelle Nutzungen des Klosters und seiner Nebengebäude“, sagt Schnitzler. Der Kreis der potentiellen Käufer und Investoren sei also sehr eingeschränkt gewesen.

Und hier kommt die Investorenfamilie ins Spiel: „Es wird überlegt, in der Anlage in Zweifall tageweise Senioren unterzubringen“, sagt Schnitzler. Da der Investor nicht nur Seniorenhäuser betreibt, sondern auch Kindergärten in der Gegend mit Essen beliefert, bestünde auch in dieser Richtung der Wunsch, sich zu engagieren. „Man könnte dort oben eine Einrichtung für alte und für junge Menschen schaffen“, sagt Schnitzler.

Egal, was der Investor in Zweifall plant: „Alles geschieht selbstverständlich unter Beachtung der Bauleitplanung“, betont Schnitzler. Die Familie kenne den Zustand des Gebäudes und wisse, dass bei der Sanierung Kosten auf sie zukommen. So verfügt das Gebäude nicht über einen Anschluss an den Kanal. Das Wasser kommt aus einem eigenen Brunnen, Abwasser wird in eine Sickergrube geleitet.„Wann welcher bauliche Schritt gegangen wird – das abzuklären wird nun Sache des Erwerbers sein.“

Schwester Maria Regina, die letzte der Zweifaller Karmelitinnen, ist von der Nachricht über den Verkauf überrascht worden: „Ich habe aus den Medien davon erfahren“, sagt sie. Mit der Idee, dass aus dem ehemaligen Kloster beispielsweise eine Seniorenresidenz oder etwas ähnliches wird, kann sie sich sehr gut anfreunden. „Mir lag am Herzen, dass das Kloster eine christliche Einrichtung bleibt, und dass hier oben soziale Arbeit gemacht wird“, sagt sie und lächelt zufrieden. Sie hätte sich lediglich gewünscht, dass sie über das Unterfangen nicht über Dritte erfahren hätte, sondern vom Klosterverein informiert worden wäre.

Auch dafür, dass die zum Kloster gehörende Kirche als solche erhalten bleibt, dafür wollen sich Anwalt Karl-Heinz Schnitzler und die Investorenfamilie einsetzen. „Der Käufer würde sich wünschen, dass die kirchliche Tradition aufrecht erhalten bleiben könnte.“ Das letzte Wort in dieser Sache hat jedoch das Bistum Aachen, nicht der Investor. Meldungen hingegen, dass das Aachener Bistum dem Verkauf noch zustimmen müsse, stimmen nicht, wie sowohl Anwalt Schnitzler als auch das Bistum erklären. „Wir wollen und wir können uns in diese Angelegenheit gar nicht einmischen“, sagt Stefan Wieland, Sprecher des Bistums.

Freundeskreis will unterstützen

Am Erhalt des Klosters ist auch der Freundeskreis des Karmel sehr interessiert. Jahrelang haben sich die Zweifaller für dieses Gebäude und für seine Bewohnerinnen stark gemacht. „Wir hoffen, dass das alles klappt“, sagt Freundeskreis-Sprecher Johann Ehlen. Für den Zweifaller ist klar: „Wir wollen helfen, das Kloster zu erhalten. Und wir sind bereit, den Käufer zu unterstützen.“

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