Zwei Tageskliniken unter einem Dach

Von: oha
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Birgit Boy, Dr. Andreas Theilig, Beret Knittel, Michael van Brederode und Dr. Ulrike Beginn-Göbel (von links) bei der Eröffnung der Tagesklinik. Foto: O. Hansen
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Ein Modellfall: Zwei Tageskliniken für psychisch Kranke in der Rathausstraße unter einem Dach. Foto: O. Hansen

Stolberg. Nachdem die LVR-Klinik Düren bereits vor einigen Wochen ihre Tagesklinik in der Stolberger Rathausstraße 26 eröffnete hatte, bezog jetzt das Aachener Alexianer Krankenhaus seine Räume im gleichen Haus.

Beide Krankenhäuser bieten jeweils zwölf Behandlungsplätze für psychisch kranke Patienten unter einem Dach an. Tagesklinik bedeutet, dass die Patienten von 8 bis 16 Uhr an einem individuell abgestimmten Behandlungsprogramm teilnehmen können. Außerhalb dieser Zeit können sie in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung bleiben. In der Tagesklinik werden Menschen in seelischen Krisen betreut, die Patienten kommen mit den unterschiedlichsten psychischen Störungen und psychosomatischen Erkrankungen. Alle Altersgruppen sind willkommen.

Therapie verstehen

Die Tagesklinik stellt eine Alternative zur vollstationären Behandlung in einem Krankenhaus dar, sie geht aber zugleich über die ambulante Betreuung durch den Facharzt hinaus. In den Stolberger Tageseinrichtungen der beiden Kliniken kümmern sich Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Diplom-Psychologen, Sozialarbeiter, Krankenpfleger sowie Musik und Ergotherapeuten um die Patienten. Durch die Behandlung soll den Patienten ermöglicht werden, ihre Erkrankung sowie die auslösenden Faktoren und die Therapiemöglichkeiten zu verstehen. Gemeinsam mit den Beteuern erarbeiten die Patienten Möglichkeiten, Wege aus ihrer Krise zu finden. In der Gruppentherapie helfen sich die Klinikpatienten auch gegenseitig, wieder in die soziale Gemeinschaft zurück zu finden. Wichtige Bezugspersonen werden in die Behandlung mit einbezogen. Die Medikamentenverordnung wird engmaschig begleitet.

Mehr als zehn Jahre lang hätten beide Träger an der Entwicklung eines gemeinsamen Angebotes gearbeitet, blickte Michael van Brederode, Kaufmännischer Direktor der LVR-Klinik Düren, am Mittwoch zur Eröffnung der Alexianer-Räume zurück. Der katholische Träger (Alexianer) und der kommunale Träger (Landesklinik) hätten schließlich stets im Wettbewerb gestanden. Da sei es schon eine Herausforderung gewesen, jetzt gemeinsam eine Klinik unter einem Dach anzubieten. Van Brederode wies aber auch darauf hin, dass es wohl kaum eine Alternative zu diesem Schritt gegeben habe. Die Zahl psychisch Kranker steige stetig. „Ob Burn-out, Depression oder Bulimie - sie sind alle Ausdruck psychischer Krankheiten. Sie sind behandelbar, können gelindert und oft auch geheilt werden.“ Und für die Betroffenen sei es durchaus eine andere Situation, in eine Tagesklinik zu gehen statt in ein geschlossenes Krankenhaus.

Birgit Boy, Regionalgeschäftsführerin der Alexianer Aachen GmbH, Dr. Ulrike Beginn-Göbel, Ärztliche Direktorin der LVR-Klinik Düren, Beret Knittel Oberärztin für Allgemeinpsychiatrie der LVR-Klinik und Dr. Andreas Theilig, Chefarzt der Gerontopsychiatrie im Alexianer, stellten jeweils noch einmal die Vorzüge der wohnortnahen Tagesklinik für den Nordkreis und das reibungslose Miteinander der beiden Träger heraus. Als Beispiel für die Bedeutung der Stolberger Tagesklinik für einen Menschen schilderte Dr. Theilig die Geschichte eines 70-Jährigen, der in seinem Leben zahlreiche Schicksalsschläge einstecken musste. Über den Verlust des Vaters im Krieg, den tödlichen Unfall des Bruders im Vichtbach bis hin zum Tod der Tochter nach einer Hirnhautentzündung. Dr. Theilig: „Der Patient hat mir gesagt, dass er hier bei uns wieder gelernt hat, zu lachen.

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