Zwei Mütter als Sprachrohr aller Eltern

Von: Tom Lammertz
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Miriam Hauch und Sandra Haller
Miriam Hauch und Sandra Haller sind die beiden Vorsitzenden des neuen „Jugendamtselternbeirats”. Sie werden die gemeinsamen Interessen der 30 Elternbeiräte von Kindertagesstätten vertreten. Foto: T. Lammertz

Stolberg. Das Kinderbildungs-Änderungsgesetz hat viele Neuerungen gebracht: eine davon ist die Option, sogenannte „Jugendamtselternbeiräte” zu bilden.

Für Stolberg bedeutet das: Jede der 30 Kindertageseinrichtungen in freier und kommunaler Trägerschaft war aufgerufen, eine(n) Elternvertreter(in) zu entsenden, um Delegierte zu wählen, die Eltern- und Kinderinteressen gegenüber den Trägern der Jugendhilfe - also Jugendamt, Kirchen, Wohlfahrtsverbänden und Elterninitiativen - vertreten. Dabei gehts um Angelegenheiten, die über einzelne Kindertagesstätten hinausgehen, etwa um Fragen des Betreuungsbedarfs und Wünsche zum Angebot.

Ein Jugendamtselternbeirat kommt zustande, wenn sich 15 Prozent der Tagesstätten-Beiräte an seiner Wahl beteiligen. In Stolberg waren es mehr als dreimal so viele wie erforderlich: 17 von 30 kamen zur ersten und konstituierenden Sitzung und wählten zwei Vorsitzende: Miriam Hauch (24) vom Familienzentrum Kinderhaus Bergstraße in Trägerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde und Sandra Haller (34) von der städtischen Kindertagesstätte Saarstraße. Die 1. Vorsitzende Miriam Hauch ist Mutter von zwei Kindern und von Beruf Kinderkrankenschwester, die 2. Vorsitzende Sandra Haller Mutter von drei Kindern, seit diesem Jahr Hausfrau und „Minijobberin”. Sie sind nun die Spitze - oder besser das Sprachrohr - aller Gruppenvertreter und Elternbeiräte.

Das Konzept der beiden Mütter ist klar: Sie wollen sich, wie es das „Kibiz” vorsieht, dafür einsetzen, dass die besonderen Interessen von Kindern mit Behinderung und deren Eltern ebenso „angemessen berücksichtigt” werden wie die von Kindern mit Migrationshintergrund, benachteiligten oder hochbegabten Kinder und deren Eltern. Mit Blick auf erste Entscheidungen des Landeselternbeirats, der von den Jugendamtselternbeiräten gewählt wird, planen sie, Wünsche für die nächste Sitzung zu sammeln, die Anfang des Jahres stattfinden soll. Und sind dabei sehr optimistisch, dass noch mehr Elternbeiräte vertreten sein werden als bei ihrer Wahl, denn an dem Tag fanden zeitgleich mehrere Martinszüge statt.

?„Wichtig ist”, so sagt der stellvertretende Jugendamtsleiter Josef Offergeld, „Themen zu kommunizieren, die allen Eltern auf den Nägeln brennen”. Das Amt werde den Vorsitzenden bei der Organisation, etwa mit Raum und Einladungen, gerne behilflich sein. Offergeld und Kita-Fachberaterin Bärbel Moll sind sicher, dass es Hauch und Haller gelingen werde, bei Änderungen, sozialraumorientierten Lösungen und Prozessen „Transparenz Richtung Elternschaft zu schaffen”. Moll: „Wenn man die Eltern in Prozessen mitnimmt, können interessante Ideen herauskommen.” Eine „Kultur, die die Bedingungen der Kinder verbessert”.

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