Zwei Monate Arbeit für eine Stolberger Utopie im 3-D-Format

Von: Heike Eisenmenger
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So sieht Stolberg in der Gedankenwelt von Thomas Mertens aus: die Burg ist eine überflutete Ruine, durch die Wale tauchen. Der 43-Jährige war einer von 30 Ausstellern beim „Kupferstädter Kunstmarkt”. Foto: Eisenmenger

Stolberg. Dass einst hier Menschen gelebt haben, davon zeugen nur noch die Burgruinen auf dem Meeresgrund. Es sind die Überreste der Stolberger Burg, über denen Orkas gemächlich ihre Bahnen ziehen.

Fließende Grenze

Die 3-D-Bilder von Thomas Mertens sind wie Momentaufnahmen. Momentaufnahmen, die aus einem Science-Fiction-Film stammen könnten, der in Stolberg spielt. Der 43-Jährige war einer von rund 30 Ausstellern, die beim „Kupferstädter Kunstmarkt” auf dem Kaiserplatz ihre Stände aufgebaut hatten. Die Grenze zwischen Kunst und Kitsch war fließend. Was aber keineswegs negativ war, sondern vielmehr als entspannend von den zahlreichen Besuchern empfunden wurde. Den ganzen Tag über kamen Kunstinteressierte, flanierten über den Kaiserplatz. Ihnen gefiel die bunte Mischung aus Malerei, Skulpturen - und Objektkunst sowie Glasperlenschmuck.

Der Kunstmarkt soll die Lücke, die durch den Wegfall des Künstlermarktstraßenfests „Stolmartre” entstanden ist, füllen. Franz Holli und Simon Schaffrath, die zum zweiten Mal den Kunstmarkt organsierten, sind auf einem guten Weg - die Resonanz ist durchweg positiv.

Nicht wenige der Besucher glauben, dass die Veranstaltung auf dem Kaiserplatz eine der Stationen von „Kunst auf dem Weg” sei, die parallel stattfand. Tatsächlich sind beide Veranstaltungen eigenständig, was aber nicht zu Konkurrenz unter den Künstlern führt: Es ist sogar so, dass man sich gegenseitig als Ergänzung betrachtet. Die Besucher interessiert es nämlich nicht, wer was organisiert: Für sie ist wichtig, dass das Kunstangebot abwechslungsreich ist und erfrischende Akzente hat.

Die Versteigerung, die im Rahmen des Kupferstädter Kunstmarktes angekündigt war, musste allerdings ersatzlos gestrichen werden. Der Schnellmaler Johannes Günter Patzelt, der seine Werke an Meistbietende veräußern wollte, war verhindert. Der Erlös des Kunstmarktes geht an die Kinderklinik im hiesigen Krankenhaus.

Besonders viel Anklang fanden die 3-D-Bilder von Mertens. Er verarbeitet bevorzugt Stolberger Wahrzeichen, transportiert etwa das neue Goethe-Gymnasium in eine Marslandschaft. „Mit Fotomontagen haben meine Bilder nichts zu tun. Jedes einzelne Detail wird konstruiert und modelliert”, erklärte der Stolberg, der sich als eine Art Filmproduzent versteht, der die Aufgabe hat, einen virtuellen Raum mit Leben zu füllen. An einem einzigen Bild arbeitet er rund zwei Monate. „Wenn alles fertig ist und der Computer das Bild ausrechnen soll, dauert das wegen der Datenmenge 48 Stunden.”Das Ergebnis ist die Mühe allemal wert: Zum Teil sind die Motive zwar nahe an der Grenze zum Kitsch, aber es ist zweifelsohne viel Kreativität und auch technisches Verständnis nötig, um solche phantastischen Bilder zu realisieren. Der Maschinenbau-Ingenieur benutzt hierfür eine Animations-Software.
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