Zwei Millionen Euro sollen Heinrich-Heimes-Brücke retten

Von: Jürgen Lange
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Stolberg. Seit mehr als einem Jahr ist die Heinrich-Heimes-Brücke für Fahrzeugverkehr gesperrt. Das Quartier der unteren Eschweilerstraße ist nur noch zu Fuß oder mit dem Zweirad mit der Mühle auf direktem Wege verbunden. Eine Maßnahme, zu der sich der Stadtrat durchrang, um Geld zu sparen.

Unterschiedliche Varianten zwischen Abriss und Neubau mit Kosten zwischen 300.000 und 520.000 Euro wurden durchgespielt – und zurückgestellt bis die Stadt wieder mehr Geld hat. Doch erheblich in Brücken investieren muss die Kupferstadt nun an anderer Stelle: Fast zwei Millionen Euro werden für vier Brücken-Sanierungen fällig.

Knapp 800.000 Euro sind fällig für den Neubau der Brücke in der Hammmühle inklusive der Verlegung von Versorgungsleitungen und Druckkanal. Sie ist die einzige Zufahrt in den Atscher Gewerbepark und marode. Seit einem Jahr sorgen bereits Gabionen auf der Fahrbahn für eine Verengung, so dass nur ein Fahrzeug passieren kann. Doch die Tragkonstruktion des Bauwerkes ist so angeschlagen, dass die Brücke komplett neu gebaut werden muss. Der Bauausschuss soll auf seiner Sitzung am 22. Januar die Ausschreibung der Arbeiten beauftragen.

Eine Behelfsbrücke über den Münsterbach mit 3,50 Meter breiter Fahrbahn und 1,50 Meter Gehweg soll während der Bauzeit die Erreichbarkeit des Gewerbegebietes sicherstellen. Sie soll so auf Stahlpfählen unterhalb der jetzigen Brücke errichtet werden, dass das Bachbett nicht betroffen ist.

Für die zukünftige Brücke müssen neue Widerlager gegossen werden, in die die Stiele einer Stahlbetonplatte verankert werden. Die Fahrbahnbreite soll sich von 7,50 auf 12,50 Meter aufweiten.

Viel Rost am Hasselbach

Mit weiteren 700.000 Euro sollen die Kosten für einen Neubau der Brücke in der Döllscheider Straße zu Buche schlagen; alleine 300.000 Euro davon für die Tragwerksplanung. Das Bauwerk ist kaum erkennbar und überbrückt im Straßenbereich den Hasselbach, der dort von der Gaststätte „Alte Post“ kommend unter dem alten Schulhof verläuft.

Die Überprüfung der Brücke, deren Belastung jetzt auf 2,5 Tonnen beschränkt ist, hatte ergeben, dass die Standsicherheit so beeinträchtigt ist, dass eine umgehende Erneuerung erforderlich ist. Die Stahlträger sind erheblich von Blattrost befallen, und an den Widerlagern bricht das Gestein aus. Sicherheitshalber ließ die Verwaltung gleich auch noch die Statik nachrechnen; das Ergebnis: Die Brücke muss zusätzlich abgestützt werden. Und weil die Untere Wasserbehörden aufgrund des Hochwasserschutzes keine Stützen im Bachbett erlauben, muss die Fahrbahn mit einer Stützplatte überbrückt werden; und zwar so, dass sie auch den Winterdienst und die Straßenreinigung „überlebt“. Die Planung dafür läuft.

Bereits seit November 2012 ist die Brücke über den Omerbach in der Brühlstraße gesperrt. Das Gressenicher Radrennen konnte nur dank einer provisorischen Brückenabstützung über die Brühlstraße geführt werden. Großflächig ist Beton abgeplatzt; die Bewehrung liegt frei und ist erheblich verrostet; eine Verbindung mit dem Beton ist nicht mehr gegeben. Kurzum: Die Brücke muss neu gebaut werden. Die Planung läuft. Laut Kalkulation liegen die Kosten bei 40.000 Euro für die Brücke und 30.000 Euro für die Tragwerksplanung.

Geplant wird ebenfalls die Sanierung der Brücke über die Vicht von der Landesstraße 238 in den Steinbruch Mückenloch. Sie ist die einzige Zufahrt zur Copper-City-Pioneer-Ranch und aus Sicht von Feuerwehr und Rettungsdienst unverzichtbar. Zur Erneuerung der Widerlager muss sie deshalb abgestützt werden, damit sie weiter befahrbar bleibt. Mit 100.000 Euro Baukosten und weiteren 75.000 Euro für die Tragwerksplanung wird gerechnet.

Nur 2,5 statt 12 Tonnen

Neu ausgeschrieben werden muss eine Ertüchtigung der Brücke in der Enkereistraße und die Erneuerung ihres Holzbelages. Sie soll zukünftig eine Belastung von sechs Tonnen aushalten können, damit Rettungswagen und kleinere Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr diesen Teil der Altstadt auf direktem Wege erreichen können. Jahrelang war die in den 1980er Jahren neu errichtete Brücke für eine Belastung von zwölf Tonnen zugelassen – bis um die Jahrtausendwende Statiker feststellten, dass sie tatsächlich nur 2,5 Tonnen tragen kann. Jahrelang tat sich seitdem nichts. Mit 70.000 Euro wurde die Ertüchtigung kalkuliert.

Außerdem will die Verwaltung die Standfestigkeit von zwei Fußgängerbrücken im Auge behalten: neben der Eifelstraße sowie an der Flora über die Vicht. Der Neubau der Fußgängerbrücke über einen Münsterbacharm in der Spinnereistraße hat 135.000 Euro für den Bau und 50.000 Euro für die Tragwerksplanung gekosten.

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