Zwei Jahre Umbau: Inklusive Kita in Gressenich wird eingeweiht

Von: Tyrone Schwark
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Gespannt auf die Einweihung der inklusiven Kita in Gressenich: Josef Offergeld (l.) und Sebastian Heyn (2.v.r.) vom Jugendamt mit Kita-Leiterin Vicky Rogas (r.) und deren Stellvertreterin Sandra Hennecken. Foto: T. Schwark

Stolberg. Nach zwei Jahren Bauzeit wird am Samstag, 25. Mai, offiziell die inklusive Kindertagesstätte in der Parkstraße Gressenich eingeweiht. Und das, obwohl die Einrichtung nie geschlossen war. Im laufenden Betrieb wurden Modernisierungs- und Anbauarbeiten erledigt, dafür musste eine Kita-Gruppe in die Tageseinrichtung Schevenhütte ausweichen.

„Es war eine sehr aufregende Zeit für uns und natürlich auch für die Kinder“, sagt Vicky Rogas, Leiterin der Kita. „Ein Höhepunkt war auch, dass die Kinder vor Kurzem mit dem Bagger fahren durften – unter professioneller Leitung versteht sich.“ Trotz solcher außergewöhnlicher Aktionen sei der Alltag aber keinesfalls gestört gewesen, so Rogas.

Seit 2010 stand die Überlegung im Raum, Umbauarbeiten anzuleiten, die für eine Erweiterung der pädagogischen Arbeit nötig waren – um den inklusiven Gedanken auch umsetzen zu können. Fünf Jahre später, am 1. August 2015, war es in der Parkstraße dann soweit, die ersten Arbeiten an der Kita begannen. Jetzt, eine Woche vor der offiziellen Einweihung, ist der Großteil der Baustelle Geschichte. „Momentan wird noch der Außenbereich gestaltet“, sagt Sandra Hennecken, stellvertretende Leiterin der Einrichtung. Der soll bis zur Einweihung dann ebenfalls fertig sein, „wenn denn das Wetter mitspielt“.

Hennecken und Rogas sind bereits Feuer und Flamme und können die Einweihung kaum erwarten. Auch wenn sie nicht allzu viel über das Programm, zu dem alle Kinder, Eltern und Verwandte, aber auch die Nachbarn, Helfer und Arbeiter eingeladen sind, verraten wollen. „Es wird sehr schön werden“, sind sich die beiden einig. „Unter anderem wird es auch eine Versteigerung von selbst bemalten Kinderstühlen geben“, kann Hennecken dann doch nicht alles geheim halten.

„Ich bin froh, dass wir hier so engagiertes Personal haben“, sagt Josef Offergeld vom Jugendamt Stolberg. „Gerade da die Eltern mittlerweile das Wahlrecht haben, in welche Kita sie ihre Kinder bringen, sind wir froh, hier in Gressenich eine solche Einrichtung bieten zu können“, sagt er weiter. Neben dem räumlichen Ausbau, der vor allem dem U3-Bereich zu gute kommt, stehen den Mitarbeitern unter anderem eine barrierefreie Dusche und ein neuer Raum für Physiotherapie zur Verfügung.

Barrierefreiheit war das Stichwort bei der Planung der Umbauarbeiten. „Auch wenn einige Ideen von uns und den Kindern erst mit Beginn des Umbaus gekommen sind. Die wurden dann allerdings, wenn es möglich war, trotzdem noch berücksichtigt“, sagt Rogas. Dass ihre Kita ab sofort den Zusatz „inklusiv“ verdient hat, freut Rogas und Hennecken besonders. „Wir legen großen Wert darauf, dass sich niemand bei uns ausgeschlossen fühlt. Wir gehen auf jedes Kind im Einzelnen ein. Durch den Umbau sind unsere Möglichkeiten dabei noch größer geworden“, sagt Hennecken. „Wir wollen die Selbstständigkeit aller Kinder fördern und den Gemeinschaftsgedanken stärken.“

Das Konzept ist beliebt. Momentan sind die Kapazitäten der Gruppen an der Parkstraße ausgereizt, erst zum nächsten Kita-Jahr werden wieder Plätze frei. Ziel der Einrichtung sei, bei einer Gruppe, die insgesamt 15 Kinder groß ist, maximal fünf Förderkinder aufzunehmen. Damit gelinge der Einrichtung ein Sprung von einer integrativen Kita – einzelne integrative Plätze gab es schon vor dem Umbau – zu einer inklusiven, sagt Rogas. „Und das ist wichtig. Der Umbau steigert das Wohlbefinden von den Kindern enorm“, sagt Hennecken, „und wenn es den Kindern gut geht, dann geht es uns auch gut.“

Auch vor Stolberg macht der demografische Wandel laut des städtischen Familienberichts „Frühe Perspektive 2025“ keinen Halt. Dadurch werde die Bevölkerung immer weniger, älter und bunter. Trotzdem überschritt die reale Zahl der unter Sechsjährigen im vergangenen Jahr die Prognosen um fünf Prozent. Anstatt der erwarteten 2845 Kinder waren es 2016 in Stolberg 3008 Kinder – 1545, die unter drei Jahren alt waren und 1463 Kinder im Alter zwischen drei und sechs. Dafür nennt der Bericht vor allem Flüchtlingskinder als Grund, die in den prognostizierten Zahlen nicht berücksichtigt wurden.

Insgesamt gibt es 19 städtische Kitas. Hinzu kommen 13 weitere Kitas von anderen Trägern, wie der Kirche zum Beispiel. Mit der Kita in Gressenich tragen sechs dieser Einrichtungen den Zusatz „inklusiv“. Das Zusatzangebot zu den von der Stadt angebotenen Kitas ist wichtig, da die städtischen Einrichtungen bislang insgesamt nur eine Kapazität von 1085 Plätzen besitzen. Ohne das zusätzliche Angebot der anderen Träger wäre eine ausreichende Versorgung nicht möglich.

Auch wenn das Angebot in Stolberg vielfältig ist, jede städtische Kita bietet mindestens eine Betreuung von 35 Stunden pro Woche an, ist die Suche für Eltern mit einem Kind unter zwei Jahren mühselig: Nur vier Kindertagesstätten der 19 bieten eine Betreuung für U2-Kinder an. Im U3-Bereich sind die Chancen allerdings hoch, 17 städtische und auch der Großteil der anderen Einrichtungen bieten diese Betreuungsform. Trotzdem müsse laut Familienbericht noch viel Arbeit und Energie in das Angebot gesteckt werden.

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