Zwei Eifeler auf der Suche nach der heilen Welt

Von: mlo
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Hubert vom Venn und Achim Konejung (von rechts) nahmen für ihre Zuschauer in Gressenich das Eifeler Brauchtum auf die Schippen. Foto: M.L. Otten

Stolberg-Gressenich. „Bühne“ frei hieß es am Sonntagnachmittag im Bistro Elle in Gressenich. Das Gastspiel unter dem Motto „Scher dich zur Eifel“ von Hubert vom Venn und Achim Konejung verwöhnte die Anwesenden im ausverkauften Saal mit einem auf die Lachmuskeln gehenden gesellschaftskritischen Programm.

In ihrer Mischung aus Kabarett, Musik und Unsinn standen sich nicht nur Städter und Eifeler gegenüber, sondern auch Einheimische und „Zugezogene“. Die Eifel wurde durch Hubert vom Venn, den Highländer aus dem geheimnisvollen Moor vertreten, und Achim Konejung mimte den Lowländer vom Niederrhein, der die Eifelprüfung bestanden hatte.

Zudem war er der „Satan“ auf den Tasten und wusste das Publikum mit satirischen Einlagen sowie Rock ‘n‘ Roll in Eifeler Manier und Eifelblues zu überzeugen. Die Suche nach der heilen Welt glaubten die beiden, in „Willsenich“ in der Eifel gefunden zu haben. Dort angekommen mussten sie leider feststellen, dass auch hier nicht alles zum Besten war. Das fing schon mit der Sprache an. Möchte man zum Beispiel rechts abbiegen, heißt dies für den Eifeler „nach da“ und 20 Jahre sind bei ihm neulich.

Hubert vom Venn schlüpfte in die Rolle eines freundlichen progressiven Schützenbruders, der die jungen Familien und deren alternatives Leben mit Waldorfpädagogik beleuchtete, der sich köstlich über die Eifeler Landfrauen amüsierte und sich im früheren Leben als Rudolf Steiner ausgab.

Auch die Bürokratie, der Lokalrassismus und das Eifeler Brauchtum, bei dem das Essen und Sterben die beliebtesten Themen sind, wurden auf die Schippe genommen. „Für nen Beerdigungskaffee in der Eifel lässt man jede Kappensitzung in Köln ausfallen“, so Hubert vom Venn, der dann gleich mit seinem Kollegen als Colonia-Duett mit kleiner Gitarre und Mandoline weiter machte.

Da war von „Ökoschlangen“ und „Rinderschinden“ die Rede und vom fairen Milchpreis im veganen Dorf. Verschwörungstheorien stießen auf Thekenwahrheiten.

In den Jalousien und Rollladen sah eine Bürgerinitiative die schlimmste Erfindung der Menschen und setzte sich für die Rettung des Eifeler Lichtes ein. Achim Konejung sang derweil von Missverständnissen und die Ballade vom biederen Sparkassenangestellten. Nach zwei Stunden bester Unterhaltung verabschiedeten sich die beiden Künstler mit zwei Zugaben.

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