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Zwangsversteigerung der Autohaus-Immobilien ohne Ergebnis

Von: Annika Kasties
Letzte Aktualisierung:
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Wirtschaftlich schwer angeschlagen: Das Traditionsautohaus Mercedes Siebertz spürt die Nachwirkungen der Automobilkrise von 2009 bis heute. Die Immobilie befindet sich im Zwangsversteigerungsverfahren. Foto: D. Müller

Stolberg. Das Autohaus Mercedes Siebertz ist in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Ein erster Termin der Zwangsversteigerung der Immobilien des Stolberger Traditionshauses blieb am Mittwoch im Amtsgericht Eschweiler ohne Ergebnis.

Das Gebot von 1,8 Millionen Euro einer Bonner Firma lag unter der Hälfte des Schätzwerts von 4,51 Millionen Euro. Der Zuschlag bleibt damit versagt. Das Gericht wird nun einen zweiten Termin ansetzen, der vermutlich in sechs Monaten stattfinden soll.

Nachwirkungen der Autokrise

Dazu soll es nach Wünschen des Autohauses nicht kommen. Ein neues Konzept soll nun für den wirtschaftlichen Aufschwung sorgen, teilte am Mittwoch Marc Siebertz als Besitzer der Autohaus-Immobilien mit. Denn die Nachwirkungen der Krise der Autoindustrie von 2009 seien für das Traditionshaus nach wie vor spürbar. „Der Boom, den die Kleinwagenhersteller nach der Krise mitnehmen konnten, ging an den Luxuswagen vorbei“, erklärte Siebertz.

Die Umsätze des Autohauses seien eingebrochen. Das Unternehmen habe sich Geld geliehen, doch aufgrund der wirtschaftlichen Probleme sei das Haus seinen Verpflichtungen der Bank gegenüber nicht nachgekommen, heißt es seitens des Gerichts. Die National-Bank AG mit Sitz in Essen ordnete deshalb als Gläubiger die Zwangsversteigerung der Immobilien an.

„Wir sind guter Dinge, dass wir uns mit der Bank einigen werden und die derzeitige Konstellation bestehen bleibt“, betont Marc Siebertz. Diese Konstellation sieht seit 2007 so aus, dass sich Hubert Siebertz als Geschäftsführer für die Belange des Unternehmens verantwortlich zeigt, während sein Bruder Marc als Privatmann die Immobilien des Autohauses besitzt. Dass das Unternehmen pleite sei, weist Siebertz deutlich von sich. Auch der Zwangsverwalter äußerte sich im Amtsgericht zuversichtlich. Die erste Rate der ausstehenden Miete sei fristgerecht bezahlt worden.

Auswirkungen auf die Kunden und Arbeitnehmer des Autohauses habe die angeordnete Zwangsversteigerung nicht, versicherte Marc Siebertz. „Der Geschäftsbetrieb läuft ganz normal ohne Einschränkungen weiter.“ Arbeitsplätze in der Kupferstadt stünden derzeit nicht auf dem Spiel. Auch das Mietverhältnis des Autohauses sei durch einen möglichen Besitzerwechsel nicht gefährdet. Der Mietvertrag habe nach wie vor bis 2032 Bestand.

Das Autohaus Mercedes Siebertz hat in Stolberg Tradition. 1927 eröffnete Hubert Siebertz an der Hauptstraße ein neues Motor- und Fahrradgeschäft neben Bäckerei und Lebensmittelgeschäft. Ab 1930 wurden dort Automobile verkauft, damals noch ausschließlich Modelle der Marke Adler.

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