Zustimmung für Supermarktkette Netto: „Alles in trockenen Tüchern“

Von: -jül-
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Unmittelbar unter der Humusschicht wurden unter anderem Fundamente eines römischen Streifenhauses entdeckt. Bei der Netto-Ansiedlung wird es in Gressenich keine Abgrabungen geben, sondern das Bodendenkmal durch Auffüllung gesichert. Foto: J. Lange

Stolberg. Das mehrheitliche Nein des Landschaftsbeirates bei der Städteregion mag sich wie ein Paukenschlag gegen die geplante Ansiedlung von Netto in Gressenich angehört haben. Doch das aus Gründen des Vogelschutzes negative Plazet der Fachleute von Umweltschutzverbänden und Verbänden der Landwirtschaft, Jagd, Fischerei, Waldbauern, Gartenbauern, Imkern und des Sports wird wohl wie ein Sturm im Wasserglas verhallen.

Wie der Technische Beigeordnete Tobias Röhm am Mittwoch auf Anfrage erklärte, hat das Umweltamt der Städteregion ungeachtet des Landschaftsbeirates eine positive Stellungnahme angekündigt, laut der keine Bedenken gegen den Vorhaben- und Erschließungsplan an der Palanderweide erhoben werden.

Das bestätigte auch Holger Benend als Sprecher der Städteregion. Im Rahmen des Bauleitverfahrens werde das städteregionale Umweltamt beteiligt. Das habe die Stellungnahme des Landschaftsbeirates zur Kenntnis genommen, sei aber nicht zwingend an dessen Votum gebunden. Der Beirat habe in diesem Verfahren lediglich beratende Funktion.Das Verfahren obliege ohnein der Kupferstadt.

Das Umweltamt der Städteregion werde unter Auflagen der Bauleitplanung zustimmen. Demnach dürfen Gehölze nur im Zeitraum Oktober bis Februar entfernt werden. Eine Eingrünung durch einheimische, standortgerechte Gehölzpflanzungen muss erfolgen entlang der südwestlichen, südlichen und südöstlichen Plangebietsgrenze.

Zudem sollen die Parkplatzfläche mit Schnitthecken (Hainbuche, Weißdorn, Rotbuche) entlang der nordwestlichen und nordöstlichen Grenze eingegrünt und das Regenrückhaltebeckens eingesät werden. Das anfallende Niederschlagswasser soll aufgrund der lediglich mittleren Wasserdurchlässigkeit des Bodens und der Vorbelastung durch den Parkplatzverkehr nicht versickert, sondern innerhalb eines 450 Quadratmeter großen Regenrückhaltebeckens im Süden der Fläche gesammelt und von dort mit Hilfe einer Pumpstation zum Mischwasserkanal an der Straße „Auf der Eiche“ geführt werden.

Außerdem dürfen bei dem Vorhaben nur Lampen mit geringem UV-Anteil (z. B. Natriumdampflampen oder warmweiße LED-Leuchten) für die Außenbeleuchtung, die nur nach unten abstrahlen, verwendet werden. Zudem werden vom städtischen Öko-Konto 39 403 Punkten abgebucht.

„Es bleibt alles in trocken Tüchern“, vermeldete auch das Gressenicher Städteregionstagmitglied Axel Wirtz von einer Dienstreise aus Leipzig nach dem Votum des Landschaftsbeirates. Dieses beratende Gremium sei vor Stellungnahmen der Unteren Landschaftsbehörde nur anzuhören.

Bei der Palanderweide handele es sich eben nur um eine bislang landwirtschaftlich genutzte Fläche, um wenige Gebüsche und keine gefährdeten Tierarten laut Fachgutachten. Zudem würden ja entsprechende Ausgleichsmaßnahmen vorgeschrieben, erklärte der Landtagsabgeordnete und visierte einen Baubeginn zum Ausklang diesen Jahres an.

Beteiligt werden muss die Landschaftsbehörde erneut, wenn der Bauantrag eingereicht sei, so Benend. Im Rahmen dieses Verfahrens sei der Landschaftsbeirat nicht mehr zu beteiligen.

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