Stolberg - Zuschüsse sollen private Investoren ansprechen

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Zuschüsse sollen private Investoren ansprechen

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Keine Einbahnstraße, sondern ihnen ist es ein Vergnügen, sich als Mitglieder des Verfügungsfonds für die Steigerung der Attraktivität der Stadt zu engagieren (v.l.): Andreas Pickhardt, Tobias Röhm, Prof. Anthony Reiss, Nicole Dürler, Prof. Bernhard Steinauer, Patrick Born, Bettina Krüpe, Andreas Elsbroek, Renate Geis, Patricia Derek, Barbara Kohler, Nathalie Malekzadeh, Marita Matousék, Sylke Skrobek und Stefan Wallraven. Mit blühendem Grün und Kunst im öffentlichen Raum (kl. Bilder) sieht Stolberg gleich viel schöner aus. Foto: J. Lange

Stolberg. Mit ein paar blühenden Blumen sieht alles viel freundlicher aus: Es sind nicht nur die Baumaßnahmen, mit denen die Stadt die Stolberger Innenstadt aufwerten möchte.

Gefordert mitzuwirken an der Entwicklung der Kupferstadt sind auch Anwohner, Geschäftsleute und Eigentümer. Die Stadt geht voran, aber auch sie sollen folgen mit Investitionen und Engagement.

Einen hoffnungsvollen Auftakt machte am Donnerstagabend ein erste Treffen. Etwa 120 Eigentümer aus dem Steinweg hatte die Verwaltung angeschrieben. „Weit über 50 sind der Einladung gefolgt“, berichtet Planungsamtsleiter Andreas Pickhardt. Schnell erwies sich das Quartiersbüro am Steinweg als zu eng. Auf Einladung von Monika Lück wanderten die Interessierten ins City-Hotel, wo es auch im Frühstücksraum noch recht eng zuging. Gut zwei Stunden informierten die Verwaltung und Quartiersmanager Andreas Elsbroek über Projekte und Fördermöglichkeiten für Privatleute im Sanierungsgebiet. „Es ist schon eine gewisse Aufbruchstimmung zu verspüren“, gibt Pickhardt eine optimistische Stimmung wieder. Die Teilnehmer erweisen sich in weiten Teilen bereits als gut informiert und sehr interessiert, so der Planungsamtsleiter. Weitere Einladungen an Eigentümer und Geschäftsleute der weiteren Achsen im Sanierungsgebiet der Talachse werden folgen.

Ein weiterer Ansatz, Bewegung in die Aufwertung der Innenstadt zu bekommen, ist der Verfügungsfonds. „Er soll ein breites bürgerschaftliches Engagement von privaten Investitionen initiieren“, erklärt Tobias Röhm. „Ein wesentliches Ziel ist es daher, die lokalen Akteure, Organisationen und Verbände aktiv in den Entwicklungsprozess einzubinden“, sagt der Technische Beigeordnete. Bereits laufende Aktionen sollen gebündelt und langfristig tragfähige Strukturen aufgebaut werden.

Verfügungsfonds ist dieser Baustein der Stadtentwicklung überschrieben, den auch Anke Haun und Aylin Meier vom Dortmunder Büro Stadt+Handel begleiten.

Um das zu erreichen ist zunächst ein Gremium aus Mitgliedern von Verwaltung und Quartiersmanagement sowie Eigentümern und Initiativen (siehe Box)gegründet worden, das diesen Prozess steuern und entscheiden soll, welche Projekte gefördert werden sollen. Dabei geht es nicht unbedingt um die großen Vorzeigeprojekte, sondern vielmehr um die vielen kleinen Dinge und Details, die oft mit einem geringen Aufwand verbessert werden können.

Gefördert werden beispielsweise Maßnahmen zur Stärkung der Stadtteilkultur, zur Belebung des Einzelhandels, zur Aufwertung des Stadtbildes, zur Imagebildung, zur Aufwertung der Innenstadt, Mitmachaktionen und die Öffentlichkeitsarbeit. Investiert werden kann aus dem Verfügungsfonds beispielsweise in Stadtmobiliar wie Bänke, Spielgeräte und Blumenkübel, in kleinere bauliche Maßnahmen zur Gestaltung von Straßen und Plätzen, in die Gestaltung von Beeten und Ampeln, in Kunst im öffentlichen Raum und sogar in die Anschaffung von Beleuchtung.

„Es ist ein relativ unbürokratisches Instrument, um finanzielle Anreize für privates Engagement zu schaffen“, sagt Aylin Meier, zumal auch investitionsvorbereitende Maßnahmen wie Wettbewerbe, Befragungen oder Beratung unterstützt werden.

Gefördert werden private Maßnahmen mit bis zu 50 Prozent. „Wir sind erst einmal sehr konservativ an die Sache herangegangen“, erläutert Pickhardt. Erst einmal stellt die Stadt aus der Städtebauförderung 22 500 Euro für Zuschüsse aus dem Verfügungsfonds bis 2018 bereit, so dass für solche Detailmaßnahmen ein Volumen von 45 000 Euro bewegt werden kann. „Die Festlegung der genauen Summe soll aber erst nach der Bewilligung der Mittel erfolgen“, so Röhm weiter. Das bedeutet, dass das Volumen durchaus auch größer ausfallen kann. Denn bereits jetzt zeichnet sich ab, dass das Interesse weitaus größer ist, als die Organisatoren anfangs erwartet hatten. Koordiniert wird die Maßnahme durch das Quartiersmanagement, wo auch die Beratung erfolgt und Antragsformulare vorgehalten werden.

Dort berät Andreas Elsbroek auch über das eigens aufgelegte Förderprogramm zur Fassadensanierung im Bereich der Talachse Innenstadt“. Immobilieneigentümern erhalten für die Restaurierung von Hausfassaden Zuschüsse aus dem Förderetat, der mit Hilfe von Landesmitteln im Rahmen des Entwicklungskonzepts eingerichtet wurde. Das Fördergebiet umfasst rund 450 Immobilien, die teilweise mehrere Eigentümer haben.

Gerade das Fassadenprogramm bietet die einfache Möglichkeit der Förderung eines zeitlich und finanziell für den Bauherren gut überschaubaren Projektes. Die Förderung der Kupferstadt für Fassadenerneuerung unterstützt private Investitionen mit einem Zuschuss von bis zu 50 Prozent der als förderfähig anerkannten Kosten. Die förderfähigen Kosten betragen dabei maximal 30 Euro pro Quadratmeter hergerichteter Fläche, wobei die Förderung auf einen Höchstbetrag von 15 000 Euro begrenzt werden soll. Erst einmal steht ein Budget von 87 000 Euro bereit, die mit 80 vom Land bezuschusst werden.

Gefördert werden sollen beispielsweise die Gestaltung von Gebäudeaußenwänden, Renovierung und Restaurierung von Fassaden inklusive von Stuckarbeiten sowie die künstlerische Gestaltung von Fassaden, Wänden oder Grenzmauern, die Erneuerung oder Herrichtung von Dacheindeckung und Gauben.

Aber auch die Begrünung von Dachflächen, Fassaden, Mauern und Garagen, die Entsiegelung befestigter Hofflächen oder der Abbruch störender Gebäudeteile und Mauern sowie die Schaffung und Gestaltung von nicht-öffentlichen Grünflächen können gefördert werden. Interessant dabei ist, dass auch Nebenkosten für die Beratung und Planung durch Ingenieure oder Architekten berücksichtigt werden.

Voraussetzung ist in jedem Fall aber, dass die Maßnahmen „zu einer wesentlichen Aufwertung des Stadtbildes führen bzw. die Standortqualitäten für die Bevölkerung deutlich und nachhaltig verbessert werden“, heißt es in den Richtlinien, die Neubauten und Instandhaltung ausschließen. Eine Zuwendung nur gewährt wird, wenn mit der Maßnahme noch nicht begonnen wurde und sie im Vorfeld mit der Stadt abgestimmt worden ist.

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