Zusätzliche Maßnahmen für Wildschutz

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Der Einsatz von Wildrettern hat sich in den vergangenen Wochen bewährt. Die Stolberger Jägerschaft wirbt für die kleinen Geräte, weil die Verletzung oder der Tod von Tieren in vielen Fällen durch sie verhindert werden kann.

Stolberg. In diesen Wochen besteht für viele Wildtiere wieder höchste Gefahr: Immer schnellere und breitere landwirtschaftliche Mähmaschinen mit Flächenleistungen bis zu 20 Hektar pro Stunde lassen den Tieren kaum eine Chance zur Flucht. Erdkröten, Igel und Vogelküken verbleiben nach der Grasernte verletzt oder tot auf der Fläche wie Rehkitze, Fasane, Feldhasen und Wildkaninchen.

Zudem können die Jungtiere im hohen Gras kaum erkannt werden. „Mit den zunehmenden Arbeitsbreiten und Fahrgeschwindigkeiten ist der Maschinenfahrer nicht mehr in der Lage, beim Erkennen von Tieren die Maschine noch rechtzeitig anzuhalten. In der Getreide- und Rapsernte besteht zwar prinzipiell die gleiche Gefahr, jedoch sind die Jungtiere dann schon etwas älter und können besser flüchten“, erklärt Helmuth Kaul, Jagdpächter eines Stolberger Reviers bei Gressenich. Rehkitze haben laut Kaul die angeborene Verhaltensweise, sich bei Gefahr noch tiefer in das Versteck zu drücken. Sie flüchten in der Regel nicht. Hier ist äußerste Vorsicht geboten.

Für den Pächter steht außer zweifel: „Sowohl Landwirte als auch Revierinhaber haben ein großes Interesse daran, Mähverluste beim Wild zu verhindern. Zum einen ist es nicht nur grausam, die Tiere unbeabsichtigt zu verletzten oder zu töten. Es stellt auch einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar. Zum anderen verunreinigen Kadaver getöteter Wildtiere die Grassilage, in deren Folge ein steigendes Gesundheitsrisiko durch Bakterien für die Rindviehbestände besteht.

„Die wohl wichtigste Maßnahme ist eine rechtzeitige Absprache des Mahdtermins zwischen Landwirt, Lohnunternehmer und Revierinhaber“, so Helmuth Kaul. Ist der Mahdtermin bekannt, können zunächst passive Maßnahmen zur Wildrettung, die Vergrämung des in der Fläche befindlichen Wildes mittels vor der Mahd aufgestellter Knistertüten und Flatterblätter erfolgen. Vor oder während der Mahd können aktive Maßnahmen wie das Absuchen der betreffenden Flächen durch Landwirt oder Jäger mit einem ausgebildeten Jagdhund und der Einsatz einer dem Tierverhalten angepassten Mähtechnik von innen nach außen mähen erfolgen.“

Elektronische Wildretter

Auf Initiative der Stolberger Jägerschaft hin wurden in diesem Jahr auch zusätzlich elektronische Wildretter angeschafft und bereits bei den Mäharbeiten eingesetzt. Die schon seit einigen Jahren vom Landesjagdverband NRW getesteten, akustischen Geräte senden einen Warnton mit hohem Schalldruck aus, der sehr viele Wildtiere zuverlässig verscheucht. Gerettet werden fast alle Feldhasen und Kaninchen ab drei Monaten, Fasane und Rehkitze ab einem Alter von drei Wochen.

Nach den Einsätzen der kleinen, kostengünstigen Wildretter waren Landwirte und Jäger begeistert. „ Die an den Maschinen angebrachten Geräte haben sich bestens bewährt“, so Helmuth Kaul, „bei jedem Mähtermin, an dem die Geräte eingesetzt wurden, konnte beobachtet werden, dass Wild aus der Wiese noch rechtzeitig flüchtete. Wir werden nach dem Erfolg auch in den nächsten Jahren diese Aktionen auch in Stolberg weiter ausbauen und fördern“.

Insgesamt zeige sich, dass nur eine aktive Zusammenarbeit von Landwirten und Jägern die Zahl der bei Erntearbeiten getöteten und verletzten Tiere begrenzen könne.

Nicht zuletzt bitten Landwirte und Jäger auch in diesem Jahr die Spaziergänger wieder darum, Hunde nicht unkontrolliert frei laufen zu lassen. Immer wieder finden sich von Hunden gehetzte und gerissene Wildtiere auf der Feldflur oder im Wald, wenn doch der Jagdinstinkt bei den Hunden durchbricht. Kaul: „So kann jeder einzelne, der sich mit seinem Hund in der Natur aufhält, auch etwas für den allgemeinen Naturschutz tun.“

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