Stolberg/Aachen - Zum Ladyfest gibt es ein Gastspiel in der Heimat

Zum Ladyfest gibt es ein Gastspiel in der Heimat

Von: Marie-Luise Otten
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Das kunstseidene Mädchen: In
Das kunstseidene Mädchen: In der Rolle der Doris gastiert die gebürtige Stolberger Schauspielerin Alessandra Ehrlich am Wochenende in Aachen.

Stolberg/Aachen. Die Weimarer Republik, Anfang der dreißiger Jahre: Doris versucht, sich in Berlin über Wasser zu halten. Sie möchte nicht nur eine einfache Sekretärin sein, sondern am besten ein „Glanz”, eine glamouröse Dame von Welt.

Aber das ist nicht so einfach, wenn man aus der Provinz kommt, niemanden kennt und außer einem hübschen Gesicht für den Beruf gar nichts mitbringt. Und dann kann sie noch nicht einmal Hochdeutsch?

In die Rolle der Doris möchten heute so manche Mädchen schlüpfen, eine davon ist Alessandra Ehrlich, die sich diesen Traum erfüllt hat. Denn sie ist gelernte Schauspielerin und gastiert mit dem „Kunstseidenen Mädchen” nach dem Roman von Irmgard Keun am Wochenende im Autonomen Zentrum in Aachen.

Die gebürtige Stolbergerin hat mit der neuen Spielzeit die sichere Festanstellung am Theater Aalen in Baden-Württemberg verlassen und sucht neue Herausforderungen. Sie möchte „frische Luft” schnuppern - im wahrsten Sinne des Wortes, und zwar auf dem Meer. Ihr schwebt vor, öfter segeln zu gehen als bisher, wo das wegen der vielen Rollen nicht möglich war.

Mit dem Gastspiel in ihrer Heimat anlässlich des Ladyfestes beginnt sie diesen neuen Weg der Selbstständigkeit, denn das Autonome Zentrum Aachen kennt sie seit Jugendzeiten, und daher ist es nur verständlich, dass der Veranstalter sie engagiert hat.

Theater spielen möchte die sympathische Dreißigjährige auch weiterhin. Zu gerne erinnert sie sich an ihre Produktionen „Misery” von Stephen King, wo sie Annie Wilke, die psychopathische Krankenschwester spielen durfte oder auch an die 94-jährige Frau aus „Die Stühle” von Eugène Ionesco.

Neben Klassikern wie „Othello” (Emilia) hat sie auch Stücke für Kinder gespielt, das war immer etwas ganz Besonderes, die Kleinen mit einzubeziehen. Ihre letzte Rolle im Festengagement im Juli ist Dorine in „Tartuffe” gewesen.

Mit der beruflichen Veränderung verändert sich auch das feste Gehalt. Alessandra Ehrlich kann sich gut vorstellen, als Matrose zu arbeiten oder kurzfristig einen anderen, nicht künstlerischen Job anzunehmen, wenn das Geld nicht reicht. Denn schließlich hat sie während der Schauspielschule auch bei Dalli am Fließband gearbeitet.

Fest steht, dass sie im September im Zimmertheater Rottweil in „Krieg mit Zelten”, einem Stück zur Occupy-Bewegung, auftritt. Und in Aalen werden zwei Stücke wiederaufgenommen („Mary und Max” und „das Wilde Kind”), in denen sie dabei ist. Neben den Gastengagements möchte sie eigene Projekte entwickeln. Warum nicht mal Theater in einer Kneipe machen? Oder an anderen ungewöhnlichen Orten? Sie arbeitet derzeit an einem Konzept, wie man Theater aufs Segelschiff bringen kann.

Ihren festen Wohnsitz hat sie nach wie vor in Aalen in der schwäbischen Ostalb, andere Wohnmöglichkeiten bestehen in Köln, Bochum, Hamburg, Berlin, Stuttgart. Jetzt ist sie für drei Tage bei ihren Eltern in Eschweiler.

Am Freitag um 19.30 Uhr im Autonomen Zentrum

Das Theaterstück „Das kunstseidene Mädchen” nach dem Roman von Irmgard Keun und in der Inszenierung von Ingmar Otto am Samstag, 8. September, um 19.30 Uhr im Autonomen Zentrum Aachen, Vereinsstraße 35 gespielt. Der Eintritt ist frei.

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