Zum achten Mal heißt es: Alkohol, nein danke!

Von: Heike Eisenmenger
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Die Stolberger Initiatoren wer
Die Stolberger Initiatoren werben gemeinsam für die Karnevalsfete am Fettdonnerstag im „Westside”.

Stolberg. Dass man auch ohne Alkohol Spaß haben kann, dafür steht die Karnevalsfete des Stolberger Jugendamtes. Die Veranstaltung, die nun im achten Jahr an Fettdonnerstag gefeiert wird, richtet sich speziell an Schüler.

Der Eintritt ist kostenlos, alkoholische Getränke sind tabu. Aber dennoch müssen die jungen Gäste ab 11.11 Uhr nicht auf Cocktails mit Schirmchen und Früchten verzichten: „Wir werden sogar eine richtige Bar aufbauen. Nur eben mit dem Unterschied, dass unsere Cocktails ohne Hochprozentiges auskommen”, erklärt Wolfgang Hundt von der Suchthilfe in der Städteregion Aachen, die das Jugendamt mit ins Boot geholt hat.

Das Gesamtkonzept des Jugendamtes beruht auf drei Säulen. Die Party an Fettdonnerstag im Jugendtreff „Westside” ist eine Säule. Parallel dazu ziehen Mitarbeiter mit einem auffälligen Leiterwagen nach der Party durch die Innenstadt und verteilen kostenlos heiße Getränke. Zudem besuchen im Vorfeld ein Bezirkspolizist und ein Mitarbeiter des Jugendamtes Geschäfte, in denen Alkohol verkauft wird, um im persönlichen Gespräch noch einmal darauf aufmerksam zu machen, diesen nicht an Minderjährige abzugeben. Jugendamt, Suchtberatung und Polizei setzen an dieser Stelle auch auf die Einsicht und die Vorbildfunktion der Erwachsenen.

„Es wäre naiv zu glauben, dass wir die Jugendlichen allein mit einer Party, bei der kein Alkohol ausgeschenkt wird, vom Trinken abhalten können”, weiß Markus Stork, Sozialarbeiter der Ganztagshauptschule Kogelshäuserstraße. Der Besuch der Party gilt an seiner Schule als Unterrichtszeit. Statt Englisch zu pauken, dürfen die älteren Schüler im Klassenverband im „Westside” feiern. Auch Schüler anderer Schulen sind herzlich willkommen, allerdings ist der städtische Jugendtreff für maximal 250 Personen ausgelegt.

Früher wurde die Party im Tolle-Tage-Festzelt gefeiert, das eine Karnevalsgesellschaft dem Jugendamt kostenlos zur Verfügung gestellt hatte. Das Zelt konnte sich der Verein aus Kostengründen nicht mehr leisten, somit musste das Jugendamt nach einer anderen „Location” suchen. Die Wahl fiel auf das evangelische Gemeindezentrum. „Wir waren dankbar für die Räumlichkeiten, aber es kam irgendwie nicht die rechte Stimmung auf”, erzählt Michael Bosseler vom Stolberger Jugendamt. „Das Kernproblem ist, dass die Räumlichkeiten nicht auf die Bedürfnisse von Jugendlichen zugeschnitten sind, und das hat sich in der Stimmung widergespiegelt.”

Den Jugendtreff „Westside” an der Kupfermeisterstraße aber kennen die meisten Schüler. Es passen zwar weniger Leute rein, aber dafür sei die Stimmung viel besser”, sagen die Organisatoren. „Die Jugendlichen können sich mit dem Westside identifizieren, sie kennen auch die Mitarbeiter”, weiß Bosseler.

Petra Morgenstern ist eine der Mitarbeiterinnen des Jugendamtes, die mit dem Leiterwagen umherziehen und die Jugendlichen ansprechen werden. „Egal, was wir auch unternehmen: Wir können nicht verhindern, dass sich einige Jugendliche betrinken. Aber wir sagen den Jugendlichen klipp und klar, dass sie niemanden aus der Gruppe allein lassen dürfen”, appelliert sie gezielt an das Verantwortungsbewusstsein der Teenager und betont: „Aufeinander aufzupassen, das gehört zu einer Freundschaft dazu. Und das geben wir den Jugendlichen mit auf den Weg.”
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