Zum Abschied: Langjähriger Geschäftsführer verzaubert seine Gäste

Von: Doris Kinkel-Schlachter
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Lächeln fürs Familienfoto: Thomas und Sabine Schellhoff sowie die Töchter Carolin, Rebecca und Sabrina (von links). Foto: D. Kinkel-Schlachter
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„Magic Thomas“ bei seiner unvergleichlichen Zaubershow mit dem Seil: Thomas Schellhoff machte gerne mit bei der humoristischen Einlage des Unterhaltungskünstlers „Schmitz-Backes“.

Stolberg. Am Ende hat seine Familie ihn wieder. Nicht nur fürs Foto, auch in seinem Privatleben verbringt Thomas Schellhoff nun sicherlich mehr Zeit mit seinen drei Töchtern und seiner Ehefrau. Am Wochenende wurde der langjährige Geschäftsführer des Bethlehem-Gesundheitszentrums feierlich verabschiedet.

Dafür hatten sich zahlreiche Gäste im Kupferhof Rosental eingefunden, ehemalige Kollegen und Mitarbeiter, Freunde und Verwandte und alle, die in den vergangenen 22 Jahren in irgendeiner Form gemeinsam mit Thomas Schellhoff auf Kurs gewesen waren. Sie wurden von Geschäfsführer Gábor Szük begrüßt, „allen voran natürlich unser fast Noch-Mitarbeiter Thomas Schellhoff“. Der hatte mit seiner Frau Sabine in der ersten Reihe Platz genommen und genoss sichtlich die Einstimmung durch den Bethlehem-Chor.

Kapitän verlässt Brücke

„Früher als geplant, erwartet oder auch vorgesehen, hat der Kapitän die Brücke aus Gesundheitsgründen verlassen müssen. So sehr wir die Gründe und die Umstände, die zum vorzeitigen Amtsverzicht geführt haben, auch nachvollziehen können, so nötigt uns diese getroffene Entscheidung hohen Respekt ab“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Hans Mülders. Und auch Pastor Hans-Rolf hatte das im Vorfeld bei der Messe in der Krankenhaus-Kapelle sehr einfühlsam herübergebracht.

Im Namen des Stiftungsvorstandes, des Aufsichtsrates, der nachfolgenden Geschäftsführung und allen Mitarbeitern des Gesundheitszentrums bedankte sich Mülders bei Schellhoff „für die fast 22-jährige verantwortliche und äußerst erfolgreiche Führung und Leitung unseres Stolberger Bethlehem-Krankenhauses“.

Hans Mülders zeichnete den beruflichen Werdegang des 56-Jährigen nach und vergaß dabei auch nicht zu erwähnen, dass Thomas Schellhoff trotz „Full-Time-Job“ immer wieder Gelegenheiten gefunden habe, ehrenamtliche Verantwortung zu übernehmen. „Ein unstreitbarer Beleg für Ihre Innovationskraft, Weitsicht und Umtriebigkeit sind die Entwicklungen des Bethlehem-Krankenhauses hin zu einem anerkannten und fachlich hoch qualifizierten Gesundheitszentrum, die Sie maßgeblich initiiert und vorangetrieben haben.“

Mülders erwähnte die Gründung des Bildungs- und Gesundheitszentrums BGZ, den Neubau der Intensiv- und Nuklear-Medizin, das Zentrum für ambulante Physiotherapie ZAP, das Sozialpädiatrische Zentrum SPZ, den Neubau und die Gründung der Tages- und Kurzzeitpflege in Haus Lucia. Es folgten der Neubau der Kinderklinik, die Gründung der Stolberger Reinigungs- und Service-GmbH sowie der Hebammen-Praxis am Krankenhaus. „Und offensichtlich, um einer drohenden Langeweile zu entgehen, übernahmen Sie am 1. April 2005 zusätzlich zu Ihren vielfältigen Verpflichtungen die alleinvertretungsberechtigte Geschäftsführung des Marienheimes in Büsbach (…). Dass dann dieses Marienheim später von der Katholischen Stiftung Marienhospital Aachen übernommen und nun umfangreich modernisiert wird, schmerzt Sie sicherlich heute noch“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende des Stolberger Krankenhauses mit einem Zwinkern.

Investor und Baufachmann

Als langwierigste und finanziell größte Investition erwähnte Mülders den großen Umbau mit Liegend-Anfahrt, Zentralambulanz und Erweiterung des Bettenhauses um vorgezogene Nasszellen. Doch Thomas Schellhoff hat nicht nur als „Investor oder Baufachmann“ Meilensteine gesetzt, „sondern mit einer hoch qualifizierten, engagierten und loyalen Mannschaft Auszeichnungen für unser Haus erhalten“.

Als herzlich, angenehm und zuverlässig bezeichnete Ferdi Gatzweiler den scheidenden Geschäftsführer. Kennengelernt hatten sich die beiden Männer auf einer Karnevalssitzung. „Was uns damals verband: ein unbequemes Musketier-Kostüm, keine Lust auf Karneval und unsere Frauen, die – bildlich gesprochen – auf den Tischen tanzten!“ Der Bürgermeister fand aber auch ernste Worte. Er habe das Pech gehabt, dass innerhalb seiner Familie in den letzten Jahren häufiger Krankenhaus-Aufenthalte nötig gewesen seien, „aber auch das Glück mit dem Stolberger Krankenhaus hoch qualifizierte Ärzte, Mitarbeiter und Thomas Schellhoff zu haben. Wir empfinden es alle als toll, so ein Krankenhaus in unserer Stadt zu haben“.

Einblicke in eben dieses Hospital gab Dolores Hübner. Und die ärztliche Direktorin gab auch das wider, was Kollegen und Mitarbeiter über ihre Arbeit am „Bethlehem“ sagen: Zusammenhalt, Teamgedanke, familiäres Verhältnis, Arbeiten mit Witz und Verstand, die soziale Komponente. „Ich glaube, darauf können Sie stolz sein. Natürlich darüber, mit so vielen besonderen Menschen gearbeitet zu haben, aber vor allem, weil der Umgang dieser Menschen untereinander und Ihre Einstellung zum Krankenhaus durch Ihr eigenes Verhalten über die Jahre geprägt wurden. Und das wird bestimmt lange bestehen.“ Für sich nehme sie unter anderem mit, „dass, wenn man etwas bewegen will, es eventuell durchaus sinnvoll ist anzufangen das Dach zu zimmern, auch wenn die Wände längst nicht richtig stehen“.

Kurz und knapp, dafür schön scharf, hielt Uli Schornstein von der Mitarbeiter-Vertretung, die Schellhoff als Mensch und Chef geschätzt habe, seine Rede: „Wo auch immer drückt der Schuh, die MAV gibt ihren Senf dazu“, reimte er und übergab einen Topf desselbigen. Denn der ehemalige Chef des „Bethlehem“ hatte im Vorfeld darum gebeten, auf Zuwendungen in Form von Geschenken zu verzichten – zugunsten einer Spende für die Erstellung der Skulptur anlässlich der 150-Jahr-Feier.

Nach einem zauberhaften Intermezzo mit Unterhaltungskünstler „Schmitz-Backes“ alias Michael Backes, der als Herr der Ringe mit der Quadratur des Kreises sowie einer vierteiligen Ring-Trilogie die Zuschauer vor Begeisterung in die Schulter des jeweils linken Nachbarns beißen ließ und aus Thomas Schellhoff kurzerhand „Magic Thomas“ machte, hatte Ludger Petersmann es gar nicht so einfach, noch einmal Ruhe in die ausgelassene Menge zu bringen.

Der langjährige geschäftsführende Vorstand des St.-Antonius-Hospitals in Eschweiler entführte die Gäste auf eine Zeitreise durch das Bethlehem-Krankenhaus und ließ den scheidenden Geschäftsführer am Ende noch einmal hoch leben – bevor dieser sich nur allzu gerne mit seiner Familie ablichten ließ.

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