Stolberg - Zukunft des Schornsteins auf Zincoli-Gelände weiter ungewiss

Zukunft des Schornsteins auf Zincoli-Gelände weiter ungewiss

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Der Zincoli-Schornstein ist eine weithin sichtbare Landmarke für den Ortsteil Münsterbusch. Der Erhalt ist noch nicht gesichert. Foto: J. Lange

Stolberg. „Sein oder Nichtsein, das ist die hier Frage“, die nicht nur Shakespeare seinem Protagonisten Hamlet in den Mund gelegt hat, sondern die sich vor allem die Münsterbuscher immer wieder stellen. Denn für sie ist der historische Schornstein auf dem Zincoli-Gelände zwischen Mauerstraße und Schellerweg ein wichtiges Identifikationsmerkmal für den Ort ebenso wie für seine industrielle Geschichte.

Zudem ist der Kamin einer der letzten seiner Art in einer Kupferstadt, in deren Historie eine Menge Schlote qualmten. Nicht ohne Grund hatten die Planer von Züblin bzw. Strabag dem Schornstein bei ihren Plänen für die Ansiedlung eines Bau- und Gartenmarktes eine besondere Rolle zugedacht. Er sollte illuminiert und zu einer weithin leuchtenden Landmarke für den Gewerbestandort werden. Auch auf dem Gelände sollte der das Gelände dominierende Schornstein als Signalpunkt zum Eingang werden.

Dieses Strabag-Projekt ist zwar beerdigt, aber der Stadtrat will auf einer seiner nächsten Sitzungen mit einem Projektentwickler über einen Optionsvertrag zur Neuplanung des Geländes unter anderem mit einem Bau- und Gartenmarkt befinden. Je nach Planungsvariante ist dabei ein Erhalt des Schornsteins vorgesehen oder eben auch nicht, hieß es jüngst am Rande eines Ortstermins der CDU.

Sanierung der Außenhaut

Der Stadtrat selbst hatte bislang auf einen Fortbestand des Schornsteins gesetzt. Die Strabag hatte bis zu dem Ausstieg aus dem Projekt im Frühjahr 2014 noch angeboten, sich mit 75.000 Euro an einer Sanierung oder einem Abriss des Ziegelsteinbaus zu beteiligen. Im Rahmen einer Zustandsprüfung im Jahre 2004 war der Bauzustand als mangelhaft dargestellt worden. Eine Besichtigung im Jahr 2012 bestätigte das. Im Januar 2014 beauftragte der Vergabeausschuss ein Büro aus Eschweiler mit einer detaillierteren Untersuchung. Im November 2014 präsentierte das Büro ein eher überraschendes Ergebnis: Eine Sanierung sei mit einem Aufwand von rund 85.000 Euro machbar.

Statisch überdimensioniert

Bei seiner Untersuchung hatte das Büro das Innere des Schornsteins unter die Lupe genommen. Dabei ging es auch um die Frage, wie aggressiv mögliche Ablagerungen im Inneren des Kamins sich auf Mörtel und Ziegelsteine auswirken könnten. Proben und Begutachtung verliefen so positiv, dass auf die Entnahme von Bohrkernen „verzichtet werden konnte“, so heißt es im Bericht, „da die Substanz des Mauerwerkes in Ordnung ist“. Die Dimension des Schornsteins mag für die Abluft ausschlaggebend gewesen sein, „aus statischer Sicht ist er überdimensioniert“. Verzichtet wurde auch auf eine Überprüfung des inneren Mauerwerks im Bereich der Krone, die bereits 2004 abgedeckt worden sei. Somit seien Schäden durch Hineinregnen nicht zu erwarten.

Zwei Kreisverkehre gefordert

Unverzichtbar sei dagegen, das „Eindringen von Feuchtigkeit durch eine Sanierung der Außenhaut zu verhindern“. Damit würden auch Abwaschungen von Ablagerungen und somit Schädigungen des Mauerwerks verhindert. Der Ausschuss beschloss seinerzeit zwar die weiteren Phasen zur Sanierungsplanung zu vergeben, restauriert wurde der Schornstein bis dato allerdings nicht. Und das liegt an der noch nicht konkretisierten weiteren Entwicklung des Gewerbestandortes an der Mauerstraße, nachdem der Stadtrat im Frühjahr 2014 den Ausstieg aus dem Strabag-Projekt beschlossen hatte.

In dessen Rahmen gab es auch Untersuchungen zu einem verbesserten Verkehrsanschluss. Dabei setze der CDU-Ortsverband weiterhin auf zwei Kreisverkehre, betonte Ludwig Hahn: einer an der Kreuzung von Zincoli-Zufahrt, Mauerstraße (K 13) und unterer Prämienstraße und ein zweiter wenige Meter weiter an der Kreuzung von Mauer- und Cockerillstraße (L 221). Letzterer Kreisel werde auch mit Blick auf den projektierten Anschluss an die Autobahn 44 bei Eilendorf und die dadurch zunehmende Verkehrsbelastung für Münsterbusch präferiert, so Hahn weiter. Allerdings müssten dafür auch die Städteregion und der Landesbetrieb als zuständige Straßenbaulastträger mitspielen.

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