Stolberg - Zuerst die Fusion oder zuerst der Kunstrasenplatz?

Zuerst die Fusion oder zuerst der Kunstrasenplatz?

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Gar nicht so einfach ist eine Antwort auf die Frage, was zuerst da war: das Huhn oder das Ei? Oder in diesem Fall, was zuerst da sein muss: die Fusion oder die neue (Kunstrasen)-Sportanlage?

Einer Antwort wollte sich die gestaltende Mehrheit im Hauptausschuss jedenfalls nicht auf dem von der CDU vorgeschlagenen Wege nähern. Zumindest nicht bevor ein neuer Verein aus alten Klubs rechtmäßig geboren ist.

Denn im Hinblick auf einen bislang mehr als nur angedachten Zusammenschluss von Stolberger SV und DJK Frisch-Froh hatten die Christdemokraten vorgeschlagen, dass die Verwaltung vorbereitende Untersuchungen für mögliche Sportanlagen veranlassen solle.

Selbstverständlich nur, falls beteiligte Vereine zuvor eine verbindliche Erklärung zur Fusions-Bereitschaft abgeben. Dann könne man schon einmal über Bebaubarkeit, Immissionsschutz und Altlasten an nicht näher definierten Standorten sprechen.

Aber, so CDU-Chef Tim Grüttemeier, „eine konkrete und damit kostenintensive Planung für den Bau einer Sportanlage” dürfe erst nach rechtskräftigem Zusammenschluss angestellt werden.

„Eine Mogelpackung”, befand Dieter Wolf (SPD), die die Gestaltungsmehrheit keinesfalls wolle: Weil auch eine verbindliche Erklärung fusionieren zu wollen, nicht wirklich eine verbindliche Fusion ist, weil selbst bei nur vorbereitenden Untersuchungen Kosten entstehen, und weil der CDU-Vorschlag die klare Position von SPD, FDP, Grünen und FDP aufweiche, nur nach erfolgter Vereinigung in medias res zu gehen: Zuerst die Fusion, dann die Realisierung (maximal) einer Anlage (in einem Jahr) unter der Bedingung, Erlöse aus dem Verkauf des alten Spielfeldes zu erhalten.

Entsprechend dieser am 19.Januar anlässlich der Hochzeitsvorbereitungen von Werth und Gressenich formulierten Maximen scheiterte der christdemokratische Vorstoß an der Mehrheitslage.

Was wiederum für ein gewisses Unverständnis sorgte in den oppositionellen Reihen. Denn wenige Sekunden später sorgte ein - dann letztlich einstimmig verabschiedeter - Antrag der SPD in Sachen Sportstätten für Interpretationsbedarf: Die Verwaltung soll grundsätzliche Überlegungen anstellen, ob im Bereich der K6 des Burgholzer Grabens am Donnerberger Ortsausgang Gelände für den späteren Bau einer Fußballanlage geeignet sind, forderter Mehrheitssprecher Dieter Wolf - natürlich gänzlich unabhängig von irgendwelchen Fusionsüberlegungen.

Doch zwischen den Zeilen war unmissverständlich heraushören, dass zwei räumlich getrennt lebende Vereine diesen Bereich durchaus gemeinsam in ihre unverbindlich verbindlichen Zukunftsüberlegungen einbeziehen.

Und Tim Grüttemeier (CDU) befürchtete schon „spätestens seit dem SPD-Antrag explodierende Grundstückspreise”, weil vertrauliche Vorgespräche durch diesen Antrag öffentlich geworden seien.

„Keine bestimmten Parzellen im Visier”, hat derweil Wolf. Und potenzielle Grundstücke für Sportanlagen gebe es reichlich am Donnerberger Ortsausgang zum Burgholzer Graben hin.

Und eben dort wolle die Gestaltungsmehrheit lediglich „Unmöglichkeiten”, die solchen Sportplatz-Visionen entgehen stehen könnten, möglichst „zeitnah erfahren” - natürlich jenseits aller verbindlich unverbindlichen Fusions-Überlegungen nicht genannter Sportvereine.
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