Züblin-Projekt: Zum Baumarkt soll sich Einzelhandel gesellen

Von: Jürgen Lange
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Er sollte weithin sichtbar als Landmarke für das Züblin-Projekt dienen, aber derzeit endet die Planung vor dem Schornstein. Foto: J. Lange

Stolberg. In das „Züblin-Projekt“ kommt jetzt Bewegung. Es gewinnt so an Dynamik, dass der Stadtrat wie bei einem Domino-Spiel mit gleich drei Bebauungsplänen die Lage für den Einzelhandelsstandort Münsterbusch klar regeln soll, erklärt Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt. Die Entwicklung auf dem vier Hektar großen ehemaligen Zincoli-Gelände kann Auswirkungen auf die übrigen Gewerbestandorte in dem Stadtteil haben.

Ende letzten Jahres ist es der Strabag Real Estate, der Investorin für das Züblin-Projekt, gelungen, einen Mietvertrag mit einem Betreiber für den avisierten Bau- und Gartenmarkt abzuschließen. Vertragspartner ist nach Informationen unserer Zeitung die Firma Toom aus der Rewe-Gruppe.

Der nun avisierte Bau- und Gartenmarkt fällt jedoch kleiner aus als bislang geplant. Anstelle von 13 000 wird nun eine Betriebsfläche von 8000 m2 benötigt. Die Planung endet derzeit in Höhe des denkmalgeschützten Schornsteins, dessen Einbindung noch Gegenstand von Gesprächen zwischen Verwaltung und Investor ist.

Verhandlungen über Kamin

Für die Freifläche östlich des Kamins, für die bislang der Gartenmarkt vorgesehen war, soll die Bauleitplanung erst einmal ohne konkrete Inhalte anlaufen. Im Laufe des Verfahrens sollen ergänzende oder optionale Nutzungen nachgereicht werden. „Unser Ziel ist es weiterhin, das komplette Gelände zu vermarkten“, erklärte Strabag-Bereichsleiter Rainer Maria Schäfer. Aber weitere Details seien derzeit nicht spruchreif.

Allerdings ist weiterhin der städtebaulich attraktive Gebäudekomplex an der Ecke von Mauer- und Cockerillstraße Bestandteil des Projektes. Neben Café, Gastronomie, Freizeit soll Einzelhandel dort einziehen. Geplant sind ein Rewe-Lebensmittelmarkt mit 2500 m2 und ein Drogeriemarkt mit 1000 m2 Verkaufsfläche.

Einzelhandelskonzept anpassen

Dem reduzierten Planungsumfang entsprechend, werden nun 360 statt bislang 500 Parkplätze zwischen dem Eckgebäude und dem Bau- und Gartenmarkt angeordnet. Inwieweit das Areal mit einem Kreisverkehr an die Mauer- bzw. die Cockerillstraße (L 220) angeschlossen wird, muss noch ein Verkehrsgutachten im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens aufzeigen. Während der Publikumsverkehr von der Mauerstraße aus erfolgen soll, ist zur Abwicklung des Lieferverkehrs für den Bau- und Gartenmarkt vorgesehen, die rückwärtige Verbindungsstraße zum Schellerweg zu reaktiveren.

Parallel zu diesem Bebauungsplan Nr. 166 möchte die Verwaltung das „Zentrenkonzept Einzelhandel“ überarbeiten und entsprechend das städteregionale Einzelhandelskonzept (Strikt) anpassen, so Pickhardt, zumal der geplante Lebensmittel- und Drogeriemarkt dort bislang nicht gelistet sind.

Darüber hinaus kommt Bewegung auch in die bestehende Immobilien-Landschaft. Es geht nun darum, „die Funktionalität des Nahversorgungszentrums Münsterbusch langfristig zu sichern“, sagt Pickhardt. Deshalb soll die zukünftige Entwicklung mit mehreren Bebauungsplänen gesteuert werden. Mit dem B-Plan Nr. 159 wurde durch die bevorstehende Ansiedlung eines Lidl-Marktes am Lerchenweg die Nahversorgung von Liester und südlichem Münsterbusch gesichert.

Wenn Toom den neuen Bau- und Gartenmarkt auf dem Zincoli-Gelände eröffnet, wird im Gegenzug das derzeit an der Mauerstraße genutzte Gebäude gegenüber dem Edeka-Markt frei. Darüber hinaus harrt die zerfallende, ehemalige Kartonagefabrik Hoyer weiterhin einer Nutzung. Diese drei Immobilien umfasst der B-Plan Nr. 164; hier sollen Einzelhandelsbetriebe mit einem „zentrenrelevanten Sortiment“ zukünftig ausgeschlossen werden. Hier soll bestehenden Betrieben lediglich noch eine kleine Erweiterungsmöglichkeit gewährt werden: Bestand und Sortiment sollen festgeschrieben werden.

Darüber hinaus soll der B-Plan Nr. 165 die heutige Tennishalle an der Kesselschmiede umfassen; dort soll Einzelhandel gänzlich ausgeschlossen werden. Für dieses Areal lagen der Stadt mehrfach Anfragen interessierter Investoren vor.

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