Zirkus Althoff macht die alte Militärhalle berühmt

Von: Toni Dörflinger
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Traditionsreiches Terrain: Wo einst an der Stockemer Straße Zirkuswagen parkten, befindet sich heute ein Lebensmittelmakt und eine Wohnsiedling. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Breinig. Ein einst vom deutschen Militär in Auftrag gegebenes Gebäude wurde Ende der 50er Jahre zum Winterquartier des berühmten Zirkus Althoff. „Kartoffelhalle” wurde der an der Stockemer Straße liegende Bau genannt, der vermutlich dem Militär als Lagerraum für die Soldatenverpflegung gedient hatte.

Bevor 1958 das Zirkusunternehmen Althoff nach Breinig kam, war die nach dem Kriege leerstehende Halle von einem Betonwerk und einer Metallgießerei genutzt worden.

Den Anfang hatte 1947 die aus Aachen stammende Firma Feuser gemacht, die das während des Krieges beschädigte Bauwerk wieder instandsetzte und es fortan zu einem weiteren Standbein ihrer Baustoffherstellung machte. Als förderlich für die Ansiedlung erwies sich die in der Nachbarschaft der Halle liegende Bahnlinie Stolberg - Walheim, die für kurze Transportwege genutzt werden konnte.

Die ebenfalls in Aachen entstandene Gießerei Charlier kam 1953 in den Besitz des kleinen Gewerbestandortes, der anfänglich die Adresse „Breinigerheide” und später die Bezeichnung „Stockemer Straße 17-19” führte.

Keine Produkte herstellen, sondern Zirkuswagen unterstellen, wollte Adolf Althoff, als er Ende der 50er Jahre das alte Gebäude erwarb. Als Althoff sein Winterquartier nach Breinig verlegte, führte er nicht nur das eigene - 1934 von seinem Vater Dominik übernommene Unternehmen - sondern auch einen Zirkus, der den Namen Friedericke Hagenbeck trug. Seinen Ursprung hat der Zirkus Althoff in Aldenhoven.

Dort wurde 1660 ein Findelkind entdeckt, das fortan nach seinem Fundort als Michael Aldenhoven bezeichnet wurde. Später zogen die Familienmitglieder als Gaukler, Schauspieler, Akrobaten und Dresseure über die Marktplätze der Dörfer und Städte und gründeten die Zirkusdynastie Althoff.

Adolf Althoff, ein Nachfahre dieses weit verzweigten Clans, erweiterte in den 60er Jahren sein Winterquartier, indem er der Ursprungshalle noch zwei weitere überdachte Abstellflächen hinzufügte. Neben den drei Hallen nutzte Althoff Anfang der 60er Jahre auch ein großes Rundzelt als Unterstellmöglichkeit für seinen umfangreichen Wagen- und Materialpark. Schon 1969 hatte Althoff auf dem Gelände seines Winterquartiers ein Wohnhaus in Auftrag gegeben.

Auch der 1976 von Althoff-Sohn Franz gegründete Zirkus Williams-Althoff hatte anfänglich seine Bleibe an der Stockemer Straße. 1996 wurde der Zirkus Williams-Althoff verkauft. Franz Althoff startete danach das Projekt „Pferdepalast”, dessen Tourneen den Namen „Zauberwald” und „Goa” trugen.

2001 wurden in Breinig die Altgebäude beseitigt und Bauherrin Helene Stüttgen errichtete auf dem Gelände, das einst ihrem Vater Adolf Althoff gedient hatte, einen Lebensmittelmarkt. An das frühere Zirkusterrain erinnert der Name der umliegenden Bebauung. Wohnbauten wurden erstmals im Jahre 1961 an der Straße „Am Zirkus” errichtet.

Eine großflächige Bebauung erfolgte im Zeitraum von 1986 bis 1987. Damals entstanden unter anderem die mit Feldbrandziegeln verkleideten eingeschossigen Bauten, die durch ihre markante, tief liegende Dachform ein Blickfang sind.
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