Ziele für Nahverkehrsplan sind bescheiden

Von: Jürgen Lange
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Neben der Euregiobahn soll aus dem Zentrum zukünftig zusätzlich die Linie 42 im Stundentakt zum Hauptbahnhof fahren. Foto: J. Lange
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Während am 19. April 2010 beim Ausbaubeginn der Ringschluss der Regionalbahn 20 zwischen Herzogenrath und Stolberg Hauptbahnhof bis Ende 2012 angekündigt wurde, ist auch der aktuelle Zielpunkt für Juni 2016 aufgrund der Konflikte zwischen Luftverkehr sowie Oberleitung und Bahnübergang bei Merzbrück kein gesichertes Datum. Foto: J. Lange

Stolberg. Damit der Nahverkehr in der Zukunft pünktlich rollt, wird er im Voraus geplant. Aber nicht immer können die Projekte dann wie geplant realisiert werden, wie das Beispiel des Ringschlusses der Euregiobahn zwischen Herzogenrath über Alsdorf nach Stolberg zeigt. Am 19. April 2010 kam Landesverkehrsminister Lutz Lienenkämper zum offiziellen Auftakt der Maßnahme: Ende 2012 war damals das Ziel für den Ringschluss.

Bis vor einem Monat war er für den Fahrplanwechsel zum Jahresende avisiert, als die Geschäftsführer von Euregio-Verkehrsschienennetz GmbH (EVS) und Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR), Thomas Fürpeil und Heiko Sedlaczek, aufgrund der Bauprobleme im Bereich Lehmsiefen den Zielpunkt auf den kleinen Fahrplanwechsel im Juni 2016 verschoben.

Nun ist im Nahverkehrsplan der Städteregion für die Jahre 2012 bis 2020, den der Aachener Verkehrsverbund erarbeitet, der Ringschluss für den Fahrplan 2018 – also zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017 – benannt. In wie weit dies bereits in weiser Voraussicht auf die Probleme mit dem Bahnübergang Merzbrück – Ausbau mit Schranken und Oberleitung unter Berücksichtigung der Flugsicherheit oder Verlegung der Startbahn – geschieht, blieb Montag ungewiss.

„Aktuell gilt, was Heiko Sedlaczek erklärt hat“, sagte der aus dem Urlaub zurückgekehrte AVV-Kollege Hans-Joachim Sistenich, der im Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt am 23. April auch den Nahverkehrsplan den Stolberger Politikern weiter erläutern wird.

„In erster Linie geht es darin aber um den Busverkehr“, betont Hajo Sistenich. Während aktuell mit der Euregiobahn zu Hauptverkehrszeiten eine Anbindung der Stolberger Altstadt an den Hauptbahnhof im Halbstundentakt besteht, möchte die Verwaltung diese „nicht optimale Anbindung“ insbesondere mit dem Zentrum weiter verdichten: Zusätzlich zur Euregiobahn soll die Linie 42 im Stundentakt Zentrum und Hauptbahnhof verbinden, erklärt der Technische Beigeordnete Tobias Röhm. Wesentlich für die Kupferstadt sei, dass „eine Verschlechterung des Angebots nicht gewünscht ist“.

Und: „Die Entwicklung des Zielkonzeptes wurde mit Augenmaß angegangen, da Verbesserungen in der Regel mit Mehrkosten verbunden sind.“ Auf zusätzliche 23.000 Wagenkilometer kalkuliert die Stadt die zusätzliche Bahnhofsanbindung; die dadurch verursachten Kosten sind aufgrund des komplizierten Berechnungssystems noch nicht bezifferbar.

Als weiteres Ziel sehen die Stolberger zwar die Verbesserung einer Verbindung in die Nachbarstadt Würselen, doch sie ist in dem Konzept als Direktverbindung nicht vorgesehen. Lediglich die Schaffung eines Euregiobahn-Haltepunktes in Merzbrück würde Stolberg näher an Würselen bringen, was jedoch weitere Verbesserungen in der Busanbindung zwischen Merzbrück und beispielsweise Kaninsberg und Kaiserstraße erfordern würde.

Ein weiteres Stolberger Ziel für die nächsten fünf Jahre ist eine flexiblere Gestaltung der Schulverkehrsangebote in Bezug auf Kapazität, Fahrpläne und Linienführung.

Vorgesehen ist in der Planung, dass eine im Halbstundentakt vom Mühlener Bahnhof zum Eschweiler Bushof verkehrende Linie 48 in jeder zweiten Fahrt bis Vöckelsberg verlängert werden soll. Und während die Buslinie 67 zwischen Roetgen, Venwegen und Walheim auf einen 30-Minuten-Takt aufgeweitet werden soll, ist ein Aus für die Linie 61 zwischen Mühlener Bahnhof, Breinig, Venwegen und Roetgen mit Ausnahme der Schulfahrten vorgesehen.

Weitere Ziele, etwa zur Anbindung Breinigs an die Euregiobahn oder zur Erschließung von Gewerbegebieten, äußert die Verwaltung in ihrer Vorlage ebenso wenig wie zu den „Anforderungen an die Fahrzeugausstattung“ der auf Stolberger Linien verkehrenden Busse.

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