Zertrümmerte Eingangstür: Erneuter Einbruch in Stolberger Sporthaus

Von: -jül-
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Vor zwei Monaten war‘s die rechte, nun ist die linke Ladentür zertrümmert: Das Stolberger Sporthaus Flink war erneut Ziel von Einbrechern. Foto: Jürgen Lange

Stolberg. Das Bild am Mittwochmorgen gleicht dem des 15. Juni: Tausende Glassplitter der zertrümmerten Eingangstür verteilen sich bis tief ins Innere des Sporthauses Flink an der Stolberger Rathausstraße.

Der einzige Unterschied: Vor zwei Monaten war es aus Sicht der Kunden die rechte, erst vor wenigen Tagen ersetzte, nun ist es die linke Glastür, deren feine Splitter sich tief in die Fasern des strapazierbaren Teppichbodens gebohrt haben.

Diesmal ließen die Täter eine zwar neue Registrierladenkasse, in der aber kein Heller zu finden war, mitgehen. „Ein paar neue Schuhe, noch im Karton liegend, fanden die Beamten bei der Tatortaufnahme draußen vor dem Geschäft“, sagt Polizeisprecherin Petra Wienen. „Die Ermittlungen sind angelaufen und dauern an“. Inwiefern weitere Sachen bei der jüngsten Tat entwendet wurden, wird noch geprüft.

Ob die Tat wieder mit einem Gully-Deckel erfolgt ist, ist noch nicht gesichert. Laut Polizei ist der Gegenstand, durch den das Glas zerbarst bis dato unbekannt. Der Zeitpunkt der Tat muss zwischen 20.30 Uhr am Dienstag und am Mittwoch um 5 Uhr morgens gewesen sein. Aber bereits in der Nacht zum Montag, 13. Juni, hatten sich die Täter ganz einfach am Straßeneinlauf der gegenüberliegenden Steinfeldstraße bedient, um mit dem Gully-Deckel die Ladentür der benachbarten Pizzeria einzuwerfen. Auch wenn nur ein paar kleine Flaschen Limo die Beute waren, so gilt diese Tat als Probelauf für den Überfall auf das Sporthaus zwei Nächte später.

In der Nacht zum 15. Juni flog besagter Gully-Deckel erneut in eine Ladentür, in den aus Kundensicht rechten Türflügel. Haufenweise nagelneue Sportschuhe und -trikots packten sich die Täter unter die Arme und verschwanden erst einmal auf Nimmerwiedersehen – bis nur kurze Zeit später auf dem Kaiserplatz kostengünstig nagelneue Sportschuhe und -trikots zum Kauf angeboten wurden.

Vor zwei Monaten hatten eigene Nachforschungen des Geschäftsmanns und ehrliche Zeugen die Kripo auf die Spur von drei 15 und 16 Jahre alten Jugendliche n aus Stolberg und Eschweiler als Gullydeckel-Einbrecher geführt. Sie wurden überführt als sie das Diebesgut zu Geld machen wollten. Wenige Stunden nach der Tat klickten die Handschellen, als einer der Täter die Ware dem vermeintlichen Käufer übergeben wollte. Die nur vorübergehende Festnahme des ertappten Hehlers führte zu den Kompagnons. Es folgten Vernehmungen und Durchsuchungen – bevor die unter anderem auch wegen Eigentums- und Körperverletzungsdelikten bestens polizeibekannten Täter wieder in die Freiheit entlassen wurden. Ein großer Teil der Beute hatten die Jungs da bereits versilbert.

Nach diesen Vorfällen hatten Einzelhandel, Stadt, Stadtmarketing und Polizei insofern reagiert, dass für den 31. August eine Informationsveranstaltung zu Sicherheit und Prävention im Rathaus stattfinden soll. Mehr als drei Dutzend Delikte hatte Flink entlang des engeren Einkaufsbereichs der Talachse innerhalb der vergangenen eineinhalb Jahre unter Kollegen ermittelt. „Die Liste erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit“, sagt der Einzelhändler.

Ihn ärgert auch noch ein Vorfall vom 21. Juli als ein markant gekleideter Mann seine Mitarbeiterinnen austrickst und mit einem neuen Paar Sportschuhe einfach aus dem Laden spaziert und verschwindet. Anhand mitgeführter städtischer Unterlagen und einem von Zeugen bestätigten Besuch vor der Tat im Rathaus gibt es zumindest Indizien, die den Täter überführen könnten. „Die Ermittlungen dauern an“, hieß es auf Nachfrage zu diesem Fall noch an diesem Dienstag von der Polizei.

Mittlerweile gibt es kaum ein Geschäft im Stolberger Einkaufsbereich, das noch nicht Ziel von Einbrechern und Dieben geworden ist. Zuletzt im Mai wurden Optik Stockhausen, Konditorei Urlichs und die Stolberg-Touristik wiederholt zum Ziel von Einbrechern. Besonders dreist gehen weiterhin unbekannte Täter in der Nacht zum 24. Mai vor. Mit großem Aufwand wird ein etwa ein Quadratmeter großes Loch in die Betondecke des E-Centers in Münsterbusch gebohrt, um anschließend mit Zigaretten im großen Stil zu flüchten – auch dies ist nicht der einzige Einbruch nach vergleichbarem Muster in der Kupferstadt in den vergangenen Jahren.

Völlig verärgert ist derweil Heiner Flink. „Mir helfen keine Statistiken, dass es in unserer Stadt im Vergleich zum Nordkreis viel harmloser sei“, sagt der Händler mit Blick auf Aussagen der Polizei: „Wie viel muss denn passieren, dass die Polizei mal wach wird?“

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