Zentrale Gedenkveranstaltung für die Opfer von Krieg, Flucht und Vertreibung

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
11266492.jpg
Christian Altena (r.) erläutert (v.l.) Bernd Stickeler und Andreas Hinze Sinn und Zweck der von ihm konzipierten Ausstellung, die sich mit den Ereignissen während des 2. Weltkriegs in Stolberg befasst. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Würdevoll und von einer klaren, präzisen Sprache gekennzeichnet, die sich mit den Verbrechen des Nationalsozialismus sowie den Ursachen und Folgen von Krieg, Flucht und Vertreibung auseinandersetzte, verlief im Ratssaal die zentrale Gedenkstunde anlässlich des Volkstrauertages.

Geprägt war die Gedenkveranstaltung zu der der Ortsverband Stolberg des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) eingeladen hatte, von Reden, Musikstücken, der Eröffnung einer Ausstellung und den Beiträgen der Schüler des Goethe-Gymnasiums.

Begonnen hatte die Veranstaltung, indem man mit einer Schweigeminute den Opfern des Pariser Terroranschlages gedachte und die Anwesenden um ein stilles Gebet bat. Danach war es Bürgermeister Tim Grüttemeier in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des VDK vorbehalten, das Kriegsende vor genau 70 Jahren, die vorausgegangenen Gräuel und die daraus resultierende Verantwortung zur Sprache zu bringen. „Es gehört zu unserem Selbstverständnis, dass wir uns nicht verstecken, nicht auf eine etwaige Verjährung der Verbrechen verweisen, nichts wegdiskutieren, schönreden oder entschuldigen“, so der Bürgermeister. Er hatte bereits eingangs versichert: „Nie wieder darf in Deutschland in Vergessenheit geraten, was Menschlichkeit ist.“

Er untermauerte diese Aussage, indem er auf die positiven Erfahrungen der Nachkriegszeit verwies: „In den zurückliegenden Jahrzehnten sind wir gut mit diesen Leitsätzen gefahren. Wir haben eine demokratische und starke Gesellschaft aufgebaut, den Weg zurück in die Völkergemeinschaft gefunden und uns mit unseren Nachbarn ausgesöhnt“. Zur aktuellen Flüchtlingssituation Stellung nehmend sagte Grüttemeier: „Wir dürfen unsere historische Verantwortung, unsere Schuld nicht vergessen, wenn wir heute über den Zuzug von Flüchtlingen klagen und wir müssen uns erinnern, wozu unterlassene Hilfe führen kann. Ebenso wenig sollten wir vergessen, dass das Kriegsende vor 70 Jahren auch für Millionen von Deutschen der Anfang von Flucht und Vertreibung war“.

Damit leitete der Bürgermeister zu der Ansprache des neuen Stadtarchivars Christian Altena über, der anlässlich des Kriegsendes vor 70 Jahren eine Ausstellung erstellt hat. Die Ausstellung, deren Motto „70 Jahre Kriegsende – Trauer um die Toten, Leid der Lebenden“ ist, wird bis Freitag, 27. Februar, im Wartebereich vor dem Büro des Beigeordneten Robert Voigtsberger im neuen Rathaus gezeigt.

Altena stellte die Ausstellung vor, indem er sich eingehend den vier Themen der Schau „Tod – auf der Flucht, Tod – an der Front, Tod – im Lager und Tod – in der Heimat“ widmete. „Der Zwang zur Flucht ist eine schmerzliche Erfahrung, die auch viele Stolberger haben erleiden müssen“, sagte er. Musikalisch eingerahmt wurde die Veranstaltung von den Beiträgen des Männer-Gesangvereines der Donnerberger Siedlergemeinschaft und dem Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr. Sie brachten in ihren Gesängen Gottvertrauen, Trost und Trauer um die Toten zum Ausdruck. Beendet wurde die würdevolle Feierstunde mit der Nationalhymne und der Kranzniederlegung auf dem Friedhof an der Bergstraße.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert