Zeitreise zwischen Renaissance und Spätromantik

Von: Hans-Leo Recker
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Die jungen Musikerinnen, die in Maastricht studieren, gaben ein gelungenes Gastspiel im Rittersaal der Burg. Foto: H.-L. Recker

Stolberg. Mit einer abwechslungsreichen „Zeitreise” in die Liedwelt der Renaissance bis hin zur Spätromantik erfreuten am Samstagabend drei talentierte junge Musikerinnen die Besucher des Abo-Konzertes im Rittersaal der Stolberger Burg.

Dafür hatten Miriam Löhr (Gesang), Eva Enders (Gitarre) und Anna Necvolod (Klavier) recht interessante, teils noch nie vernommene Kompositionen ausgewählt, die sie mit viel jugendlichem Engagement darboten. Es war ein nicht ganz einfaches Unterfangen für die Drei, die als Studierende an der Maastrichter Hochschule noch am Anfang einer Erfolg versprechenden Karriere stehen.

Das Konzert begann mit sechs englischen Lautenliedern von John Dowland, darunter das berühmte „Come again”. Ausgestattet mit einem präsenten hohen Sopran, sang Miriam Löhr diese in ihrer Melodieführung und Rhythmik typisch englischen Songs ausdrucksstark, präzise und stilgerecht begleitet von der Gitarristin Eva Enders.

In den barocken Liedern „Endless Pleasure” von Händel und „Thrice happy Lovers” von Purcell sowie in den drei melodischen Chansons des ungarischen Spätromantikers Matyes Seiber zeigte die junge Sängerin weitere hoffnungsvolle Ansätze ihres stimmlichen Vermögens. Da konnte sie dramatische wie lyrische Akzente setzen und sich als angehende Koloratursopranistin präsentieren.

Schubert darf nicht fehlen

Das alles wurde auch deutlich in der Puppenarie „Phöbus stolz im Sonnenwagen” aus Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen” und nach der Pause in den Klavierliedern „Welche Labung für die Sinne” von Haydn und „Das verlassene Mägdelein” von Hugo Wolf, die von Anna Necvolod am Flügel begleitet wurden. Natürlich durfte bei diesem Liederabend Franz Schubert nicht fehlen. Er war mit vier Beiträgen, darunter mit dem bekannten Ständchen „Leise flehen meine Lieder” vertreten, deren Begleitpart statt vom Klavier von der Gitarre übernommen wurde. Hierbei klang das sensible Spiel von Eva Enders charakteristisch und stimmig.

Überzeugend war die Gitarristin auch bei ihrem solistischen Intermezzo, einer „Opernrevue” mit bekannten Melodien aus Verdis „Il Trovatore” durch ihre klanglich abgestufte und differenzierte Interpretation. Unterhaltsam ging es dann zum Ende des Konzertes zu, als Miriam Löhr den Song „The owl an the pussycat” von Seiber vortrug und in dem Couplet „Change-moi, Brahma” aus dem Offenbach-Einakter „Die verwandelte Katze” noch einmal ihren Koloratursopran wirkungsvoll einsetzte.
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