Zahnarzt-Phobie ist weit verbreitet

Von: Rolf Hohl
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Angst vor dem Zahnarzt-Besuch ist keinesfalls eine Seltenheit. Allerdings kann man dagegen etwas tun. Foto: stock/Jochen Tack

Stolberg. Am Montag ist Tag der Zahnschmerzen. Es gibt nur wenige Beschwerden, die noch unangenehmer und schmerzvoller zu behandeln sind. Umso fataler ist, wenn die betroffene Person aus Angst vor einem Eingriff gar nicht erst zum Zahnarzt geht – oder erst, wenn es schon zu spät ist. Zahnarzt-Phobie ist weit verbreitet, und nur wenige Patienten wissen, wie sie damit umgehen sollen.

„Auf jeden Fall ist es hilfreich, vor einem Zahnarztbesuch schon einmal mit jemandem über die Angst gesprochen zu haben“, rät etwa Tim Dahley, psychologischer Berater aus Stolberg. Außerdem empfiehlt er Entspannungsübungen oder autogenes Training, um die Anspannung zu senken und den Besuch beim Arzt nicht zum Martyrium werden zu lassen.

„Die Angst – insbesondere vor dem Zahnarzt – hat viel mit Kontrollverlust zu tun. Wir sehen nicht, was passiert, und erleben die Behandlung als einen Eingriff in die Intimsphäre“, sagt Dahley. Auch das sei ein Faktor, der vielen Menschen Probleme bereite und überhaupt erst zu den Ängsten führe.

Eine wichtige Rolle spielt natürlich auch der Zahnarzt selbst. Rüdiger Fröschen, der in Stolberg und Aachen praktiziert, hält vor allem eine entspannte Atmosphäre in der Praxis für eine gute Voraussetzung. „Am wichtigsten ist, dass sich der Arzt Zeit nimmt und den Patienten in einfachen Worten erklärt, was er gerade tut“, beschreibt er sein Vorgehen.

Der Zahnarzt müsse Empathie aufbauen und sich in die Situation seines Gegenübers hineinversetzen. „Man muss den Menschen als Ganzes behandeln und nicht nur die Zähne“, sagt er. Der Zahnarzt kann also beinahe ebenso viel zu einer unbeschwerten Behandlung beitragen wie der Patient selbst. Nur bei besonders schweren Fällen rät Fröschen dazu, den Termin zu verschieben und auf einen anderen Tag zu verlegen.

Etwas über die Ursachen lernen

Am Tag der Zahnschmerzen soll nicht nur die Angst vor dem Zahnarztbesuch thematisiert werden, sondern die Betroffenen sollen auch etwas über die möglichen Ursachen ihrer Schmerzen lernen. Dies sind beispielsweise Karies, fehlender oder verletzter Zahnschmelz und Entzündungen.

So soll dieser Tag nicht etwa die schlimmstenfalls ohnehin präsenten Schmerzen in Erinnerung rufen, sondern vielmehr die Menschen dazu bewegen, sich damit zu befassen und etwas dagegen zu unternehmen – auch wenn es dazu manchmal einiges an Überwindung kostet.

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