Zahnarzt ohne Anschluss: Telekom reagiert nicht

Von: Laura Beemelmanns
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Für die Patienten der Gemeinschaftspraxis Dr. Hamied in der Samaritanerstraße ist alles vorbereitet, nur leider bleiben sie aufgrund der fehlenden Erreichbarkeit aus. Foto: Laura Beemelmanns
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Dr. Hesham Abdel Hamied hat unfreiwillig nur wenig zu tun in seiner Praxis. Foto: Laura Beemelmanns

Stolberg. Dr. Hesham Abdel Hamied und seine Frau Dr. Christiane Riedinger Abdel Hamied sind für ihre Patienten nicht mehr erreichbar. Wenn man in ihrer Zahnarztpraxis anruft, ertönen Sätze wie: „Diese Rufnummer ist vorübergehend nicht erreichbar“, „kein Anschluss unter dieser Rufnummer“ oder wahlweise „diese Rufnummer ist nicht vergeben“.

Die Telefonauskunft meldet: „Der Anschluss ist abgemeldet“. Und das schon seit mehr als zwei Wochen. Erste Gerüchte keimten auf, wie der Oralchirug aus Gesprächen mit Patienten weiß. Der Arzt sei „abgehauen“, „habe die Praxis geschlossen“ oder sei gar „tot“. Dabei ist Dr. Abdel Hamied quicklebendig und vor alleim eines: wütend. Denn dass er in der Praxis nicht mehr erreichbar ist, verdankt er seinem Telefonanbieter, der Telekom. Nun haben die Hamieds eine Rechtsanwältin hinzugezogen.

Seit dem 26. Juni sind die Ärzte von der Außenwelt abgeschnitten. Im Februar empfahl eine Mitarbeiterin der Telekom der Praxis telefonisch, dass nun dank Glasfaserkabel ein schnellerer Internetzugang möglich wäre. „Die Fragen, ob sich dadurch etwas an der Telefonanlage verändern würde oder ob dadurch Neuanschaffungen notwendig wären, wurden verneint“, schreibt Hamied an seine Anwältin. „Lediglich ein neuer Speedport, ein DSL-Zubehörprodukt, sei nötig“. Dieses wurde zugesandt und installiert. Vor rund drei Wochen kündigte ein Mitarbeiter der Telekom dann telefonisch an, dass die Umstellung auf IP (Internet-Protokoll) nun bald erfolge. „Alles würde seitens der Telekom organisiert“, hieß es. Seitdem funktioniert weder der Telefonschluss noch das Faxgerät.

Dann der Schock: Nach täglichen Anrufen von Hamieds Mitarbeiterinnen bei der Telekom kam am 30. Juni ein Techniker raus. „Dieser urteilte, dass wir völlig falsch beraten worden seien und IP für unsere Anlage mit mehreren Anschlüssen nicht geeignet sei“, schreibt Hamied. Um dem Ärztepaar vorübergehend aus der Patsche zu helfen, installierte der Techniker eine Rufumleitung auf Hamieds Handy. „Das funktionierte einen Tag, seitdem geht es nicht mehr“, sagt Hamied. Noch blieb Hamied ruhig, denn der Techniker hatte versprochen, dass nach zwei weiteren Tagen die Rückumstellung erfolgt sein würde. Auch das blieb eine leeres Versprechen.

Seither ruft täglich eine Mitarbeiterin der Praxis bei der Telekom an. Vergeblich. Am 2. Juli sollte sich dann ein Spezialist bei den Hamieds melden. Auch dieser Anruf blieb aus. Einen Tag später sagte man der Mitarbeiterin Hamieds, dass die Umstellung auf den 11. Juli terminiert sei. Bei einem späteren Anruf sprach man dann vom 2. August. Zuletzt folgte noch eine SMS: „Morgen wird sich ein Service-Spezialist mit Ihnen in Verbindung setzen“. Fehlanzeige.

Hamied hat inzwischen einen Aushang an der Tür, dass sich Patienten bitte unter seiner Handynummer melden. Auch auf der Homepage des Ärztepaares ist ein Hinweis auf die Telefonstörung zu finden. Hamied hat sogar schon eine Anzeige in der Zeitung geschaltet, um seine Patienten auf diese Weise zu erreichen. „Unsere Patienten können ihre Termine nicht absagen, keine neuen ausmachen und keine Fragen stellen“, sagt Hamied. „Das ist ein erheblicher Imageschaden und von der Telekom werden wir immer nur vertröstet.“

Die Telekom will den Fall nach Anfrage unserer Zeitung nochmals prüfen. Bereits zu Beginn der Woche hatte unsere Zeitung ein Presse-Kontaktformular ausgefüllt und sich per E-Mail nach dem Fall Hamied erkundigt. Eine Antwort blieb bislang aus. Auf telefonische Nachfrage am Freitag hieß es dann, dass das Formular nicht angekommen sei. Man kümmere sich jetzt darum. Keine Stunde später klingelte Hamieds Handy. „Da rief jemand vom Vorstand der Telekom an“, sagt er. „Er kümmert sich jetzt persönlich um den Fall, konnte mir aber auch noch nicht sagen, wie lange das dauern wird und wie es weitergeht.“

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