Stolberg - Zahlen über Zahlen von 31 Kindergärten

Zahlen über Zahlen von 31 Kindergärten

Von: Doris Kinkel-Schlachter
Letzte Aktualisierung:
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Lassen Stolbergs Kinder und Eltern nicht im Regen stehen: Helene Pütz, Silvano Rose, Annette Schlick, Vera Mertens und Andrea Schreuer (von links). Foto: D. Kinkel-Schlachter

Stolberg. Ein typischer Tag im Büro? Vera Mertens muss lachen. Dann sagt sie: „Ein typischer Tag sieht so aus, dass ich mir morgens was aus dem Körbchen nehme, um es zu bearbeiten, und mittags sage, ‚ach, das wolltest du doch eigentlich bearbeiten‘.“ Kopfnicken in der Runde, die Kollegen wissen, wovon die 49-Jährige spricht.

Vera Mertens ist gemeinsam mit Helene Pütz für die Betriebskosten zuständig, Andrea Schreuer kümmert sich um das Rechnungswesen und Annette Schlick sowie Silvano Rose sind die Ansprechpartner in Sachen Elternbeiträge.

Elternbeiträge für alle Kindertagesstätten in Stolberg erheben sowie die Betriebskostenabrechnungen für die insgesamt 31 Einrichtungen erledigen, Jugenderholungsmaßnahmen wie Ferienspiele abrechnen und Anlaufstelle für viele Fragen – all das und noch mehr wird im Erdgeschoss des Rathauses von den vier Damen und dem Herren gemacht. Was den Eltern zurzeit am meisten auf den Nägeln brennt? „Zirkus“, sagt Andrea Schreuer. Die 30-Jährige ist gerade erst aus ihrem Urlaub zurück und noch nicht einmal dazugekommen, sämtliche Post durchzuarbeiten, „aber das ist ja überall so“, weiß sie.

Der Stolberger Ferienkalender liegt vor ihr, und hier findet sich auch des Rätsels Lösung: Die Stadt und der „Circus Rondel“ bieten ein Ferienerlebnis der besonderen Art an: Kinder dürfen eine Woche lang eintauchen in die Zirkuswelt und wie ein echter Zirkuskünstler leben. „Dieser Zirkus ist extrem beliebt! Obwohl wir 110 Plätze anbieten konnten, war der Andrang so groß, das viele schon auf einer Warteliste stehen“, sagt Schreuer. Anmeldung und die finanztechnische Abwicklung, „das läuft über meinen Tisch“.

Bei der Betreuung von 31 Kitas – in städtischer oder freier Trägerschaft – und 1770 Kindern gibt es täglich genug zu tun für das Team. Betriebskostenabrechnungen, Einforderungen von Zuschüssen, „die ganzen administrativen Dinge im Hintergrund, dafür sind wir da“, sagt Vera Mertens. Alles, was man an Landes- und Bundesmitteln bekommen könne, „versuchen wir natürlich auch einzuheimsen“. Und da ist so Einiges: Verschiedene Förderprogramme, Landes- und Bundesmittel für den U3-Ausbau, Sprachförderprogramme, Zuschüsse für Familienzentren, für integrative Einrichtungen oder Einzelintegration.

Apropos U3: Es bekommt zwar nicht jedes Kind einen Platz in der von den Eltern bevorzugten Einrichtung, „aber alle Kinder können versorgt werden. Und das gilt auch für die unter Dreijährigen“, weiß Mertens. „Da sind wir gut aufgestellt“, ergänzt Helene Pütz. Sie ist auch in der Arbeitsgruppe Tagespflege und weiß, dass die Tagespflege dort greift, wo kein Kita-Platz ist.

Rechnungen, Bestellungen, Ferienspiele, Post, zwischendurch ruft die Erzieherin einer Kita an, dass die Spülmaschine den Geist aufgegeben habe. Da muss schnell Ersatz her. Bei Einbrüchen oder Vandalismus-Schäden stimmen sich die Mitarbeiter des Jugendamtes mit denen des Hochbauamtes ab, damit die Schäden beseitigt werden können.

Eine Tür weiter sitzen Annette Schlick und Silvano Rose. Sie sind gerade dabei, alle Eltern anzuschreiben, deren Kinder das letzte Kita-Jahr angehen. „Für die Kinder, die 2014 eingeschult werden, ist das letzte Jahr beitragsfrei“, erklärt Schlick.

Wenn ein Kind bald eine Kita beziehungsweise Tagespflege in Stolberg besucht, müssen seine Eltern dafür einen finanziellen Beitrag leisten, der sich am Einkommen aus dem Vorjahr orientiert. „Die notwendige Unterstützung bei der Frage, welche Unterlagen nachgewiesen werden müssen, erhalten Eltern von uns“, so Annette Schlick. Die Beiträge werden zur Mitfinanzierung der anteilmäßigen Betriebskosten der jeweiligen Einrichtung oder Bezahlung der Tagespflegeperson genutzt.

„Wir haben auch integrative Einrichtungen mit Plätzen mit besonderem Förderbedarf. Da geben wir Hilfestellung.“ Eltern kommen dann zu Annette Schlick und Silvano Rose, melden den Förderplatz an. Das wird an das Gesundheitsamt der Städteregion Aachen in Eschweiler weitergegeben. Dort wird dann geprüft, ob die gesetzlichen Anforderungen erfüllt sind. „Aktuell habe ich 14 Kinder auf der Anmeldeliste, deren Eltern einen Förderplatz beantragt haben“, sagt Schlick.

Elternbeiträge für die Tagespflege werden hier ebenfalls berechnet, und neben den Befreiungsbescheiden, die zurzeit rausgehen, kümmert sich das Team aktuell um die Neuaufnahme von Kindern in Kitas, „da müssen die Eltern ja auch bis zum 1.8. den entsprechenden Bescheid haben“.

Oft kommen Eltern auch rein oder rufen an. Wenn sie wissen möchten, wo noch ein Platz frei ist oder wie sie was in Sachen Einkünften angeben müssen, wissen die Verwaltungsmitarbeiter immer eine Antwort. „Manchmal werde ich auch gefragt: Wann kommt das Elterngeld? Die Frage kann ich auch nicht beantworten“, lacht Annette Schlick.

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