Zahl der Übernachtungen in Stolberg gehen zurück

Von: Michael Grobusch
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Stolberg – hier der Königswagen am Fuße der Altstadt – wird offenbar zunehmend interessant für Gäste aus dem Ausland, während die inländische Nachfrage weiter rückläufig ist. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Im Grunde sind 2,3 Prozent weniger Übernachtungen nicht viel. Dennoch wiegt diese Zahl für Stolberg schwer. Zum einen, weil sie die negative Entwicklung des Vorjahres bestätigt. Und zum anderen, weil sie im deutlichen Gegensatz zum positiven Trend steht, der mit Ausnahme von Würselen bei sämtlichen Nachbarn der Kupferstadt festgestellt worden ist.

Am Dienstag hat das Land Nordrhein-Westfalen die Tourismus-Statistik für das zurückliegende Jahr veröffentlicht. Während die Eifel und die Region Aachen sich über einen Zuwachs an Übernachtungen von satten 7,6 Prozent freuen können, blieb die Stimmung in Stolberg eher gedrückt. 42.057 Übernachtungen sind 2013 an der Vicht gezählt worden. Das sind exakt 1002 weniger als im Vorjahr. Die Tatsache, dass das Minus für die zwölf vorherigen Monate sogar 10,0 Prozent betragen hatte und sich das Tempo somit recht deutlich reduziert hat, dürfte in diesem Kontext kaum als Trost zu gebrauchen sein.

Ursache schwer zu benennen

„Es ist schwer zu sagen, woran es gelegen hat“, erklärte Svenja Erler von der Stolberg Touristik auf Anfrage unserer Zeitung. Auffällig ist, dass das Interesse an einem Aufenthalt in Stolberg bei Inländern offenbar gesunken ist, während die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland um markante 15,2 Prozent auf nunmehr 11.328 (2012: 9832) gestiegen ist.

„Im täglichen Geschäft erleben wir, dass uns verstärkt Menschen aus dem Bereich der Euregio besuchen“, berichtet Erler, die darin auch einen Erfolg der Marketing-Strategie jenseits der Grenzen sieht. Vor allem in den Niederlanden war Stolberg mit Werbeaktionen präsent. Flyer wurden ausgelegt, Anzeigen geschaltet und zudem Reisejournalisten in der Kupferstadt empfangen, die dann wiederum mit ihren Publikationen für eine erhöhte Aufmerksamkeit gesorgt haben.

Auch in Deutschland aktiv

Untätig war die Stolberg Touristik laut Svenja Erler aber auch in Deutschland keineswegs – und dazu durchaus kreativ. Denn die Anzeigenveröffentlichung in einer Kirchenzeitung erscheint zwar auf den ersten Blick etwas abwegig. „Wenn man aber bedenkt, dass wir mit drei wunderschönen Altstadt-Kirchen werben können, macht das durchaus Sinn“, so Erler. Gleiches gelte auch für Annoncen in einer Busreisezeitung. Sie würden ein ganz bestimmtes Publikum ansprechen, das für Stolberg passend erscheine.

Hinzu kamen und kommen bei den Bemühungen auch verstärkt wieder Aktionen in Absprache mit der Eifeltouristik und die Präsenz bei Messen. So wird die Kupferstadt auch bei der ITB vom 5. bis 9. März in Berlin vertreten sein. „Nicht mit einem eigenen Stand, aber immerhin mit einem Ansprechpartner“, kündigt Erler an.

Gerne würde die Stolberg Touristik auch eine engere Kooperation mit der Nachbarstadt Aachen eingehen. Annäherungsversuch wurden aber bis dato nicht erwidert, der Aachen Tourist Service (ATS) hat laut Svenja Erler wenig Interesse an einer Zusammenarbeit gezeigt. „Die möchten die Leute lieber in ihrer eigenen Stadt halten. Stolberg ist für sie deshalb als Partner nicht von großem Interesse.“ Was nicht als Vorwurf zu verstehen sei.

Acht Übernachtungsbetriebe

Es ist abzuwarten, wie die weitere Entwicklung sein wird. Nach der Schließung des Wehebacher Hofs in Schevenhütte bleiben im Stadtgebiet acht vom Statistischen Landesamt berücksichtigte Übernachtungsbetriebe übrig. Sie verfügten 2013 über insgesamt 356 Betten und verzeichneten eine durchschnittliche Auslastung von 32,5 Prozent – ein Prozentpunkt weniger als im Vorjahr. Die mittlere Aufenthaltsdauer betrug 2,1 Prozent und blieb somit gegenüber 2012 unverändert.

Derweil wurden in Nordrhein-Westfalen nach Angaben des Landes erstmals mehr als 20 Millionen Gäste (20,4) in einem Jahr gezählt, die insgesamt 46,1 Millionen Übernachtungen buchten. Die Besucherzahl lag landesweit um zwei Prozent höher als im Vorjahr, bei den Übernachtungen gab es ein Plus von 1,6 Prozent. Überdurchschnittlich war der Anstieg um 5,7 Prozent bei den Auslandsgästen und deren Übernachtungen (+ 3,3 Prozent). Zumindest hier lag Stolberg im Trend.

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