Stolberg - Würdigung für zwei Stolberger Maler-Genies

Würdigung für zwei Stolberger Maler-Genies

Von: dim
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Haben zahlreiche Exponate zusammengetragen: Die Ausstellungsmacher Museumsleiter Sebastian Wenzler (v. l.), Kuratorin und Kunsthistorikerin Annika Offergeld, Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke, „In-Memoriam“-Initiator Karl-Heinz Oedekoven und Dieter Hamacher vom Sponsor Sparkasse präsentieren eine faszinierende Schau mit Werken von Karl Fred Dahmen und Fritz Martin. Foto: D. Müller

Stolberg. Dass in Duisburg und in Düren anlässlich seines 100. Geburtstags Werke von Karl Fred Dahmen ausgestellt werden, ist schön. Und es ist nahezu eine Selbstverständlichkeit, dass auch in Stolberg eine Ausstellung den bedeutenden Vertreter des Informel würdigt, denn schließlich hat Dahmen vor 100 Jahren in der Kupferstadt das Licht der Welt erblickt.

In Stolberg wirkte er auch – etwa mit seinem Künstlerfreund Fritz Martin, dessen Schaffen bei der „In-Memoriam“-Schau, die am Sonntag eröffnet wird, ebenfalls gezeigt wird.

Zentrum der informellen Kunst

Martin und Dahmen zählten zu den Gründern der „Neuen Aachener Gruppe“, die ab 1952 unsere Region zum deutschen Zentrum der informellen Kunst machte. Werke der beiden Künstler sind bei der „In-Memoriam“-Ausstellung sowohl im intimen Rahmen einer „Wohnzimmer-Schau“ in der Direktionsvilla des Museums Zinkhütter Hof zu sehen, als auch im Hauptgebäude, wo großformatige Exponate Platz finden und gebührend zur Geltung kommen.

Bereits 2014 widmete die Ausstellungsreihe Dahmen eine Schau, doch die aktuelle „In-Memoriam“-Ausstellung unterscheidet sich nicht nur durch die „Beigabe“ der Werke von Fritz Martin. Während bei der 2014er Ausstellung Dahmens Frühwerk gezeigt wurde, stehen jetzt Informel und Tachismus im Mittelpunkt der Schau. Flächen, Strukturen, geometrische Figuren, Spuren von Schrift zeichnen die Werke aus. Und auch die Farbgebung, bei der zum Beispiel das Grün oftmals toxisch wirkt – als Hinweis auf die durch den Eingriff des Menschen geschundene heimische Landschaft.

Etwa durch den Tagebau, aber andere Bilder thematisieren auch die Bedrohung der Natur durch die Industrialisierung. Den Kuratoren Annika Offergeld, Karl-Heinz Oedekoven und Joachim Melchers ist eine in sich stimmige und auch vielfältige Ausstellung gelungen, die durch das Schaffen von Fritz Martin bereichert wird. So weisen Martins Bilder mit Radsport-Motiven in ihrer Geschwindigkeit, Kraft und Dynamik durchaus Anklänge an das abstrakte Informel auf.

Malerei auf dem Bettlaken

Ebenso wie eine Art „Patchwork“ aus alten und künstlerisch verarbeiteten Postkarten. Martins Malerei auf einem Bettlaken oder einem ausgedienten Kaffee-Sack faszinieren, Stadtansichten bewegen sich im Spektrum zwischen romantisch anmutender Gegenständlichkeit und informeller Malerei, und immer wieder über Radsport-Bilder enorme Strahlkraft aus.

Letzteres erkannte 1960 auch das nationale Olympische Komitee, das Martin anlässlich der Olympiade in Rom für sein Schaffen mit dem ersten Preis bei dem Wettbewerb „Sport in der Kunst“ auszeichnete.

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