Workshop: Mitreißendes Event für echte Gospelfreunde

Von: Marie-Luise Otten
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Lockerungsübungen helfen, um die richtigen Töne zu treffen. Hermann-Josef Schulte (am Flügel) wirft dabei einen Blick in die Runde der begeisterten Teilnehmer. Foto: M.-L. Otten

Stolberg. Was vor mehr als zehn Jahren von Hermann-Josef Schulte und René Rolle zunächst als eine Veranstaltung für Jugendchöre geplant war, hat sich seitdem mehr und mehr zu einem Gospelevent entwickelt: Der Gospelworkshop, der auf die Initiative des Kirchenmusikers und Leiters des „Jungen Chores St. Lucia“ sowie des Regionalkantors zurückgeht, begeisterte die Teilnehmer am Wochenende einmal mehr.

Die lebendig und mitreißenden Gospelsongs, die ihren Ursprung in den Spirituals der schwarzen amerikanischen Sklaven des 19. Jahrhunderts haben, sprechen mittlerweile jede Altersgruppe an und gehen besonders in der stimmungsvollen Zeit zu Herzen. Unter dem Motto „Come, let us sing“ trafen sich im ökumenischen Gemeindezentrum 130 singfreudige Damen und Herren aus Alsdorf, Simmerath, Würselen und Stolberg, um unter Leitung von Hermann-Josef Schulte, Josef Voußen und René Rolle vier aktuelle Chorstücke aus der aktuellen Gospelszene zu proben.

Viele von ihnen können sich mit dem traditionellen Kirchen- und Chorgesang nicht mehr identifizieren, singen aber gerne und finden sich in der Gospelmusik wieder. Wenn auch die meisten Stammsänger waren, so fanden doch auch etliche neue „Gospelsänger“ den Weg nach Stolberg.

Als Komponist und Arrangeur zeichnete in diesem Jahr Jochen Rieger für das englischsprachige Liedgut verantwortlich. Er ist Jahrgang 1956 und ein deutscher Musiker, Chorleiter, Komponist moderner christlicher Musik und Musikproduzent. Von ihm selbst stammen die Stücke „We are called“ und „You are my God“. Für das traditionelle „I have got a Shoes“ und „We shall overcome“ schrieb er die Chorsätze.

Bevor das eigentliche Proben losging, begrüßte Schulte alle Teilnehmer und ließ sie pusten, hecheln und sich im Takt bewegen. Singen muss geübt und gelernt sein, und dazu gehören Stimmbildungs- und Einsingübungen. Wiederkehrende Intervalle, Grenztöne in der Höhe und Tiefe sowie ergänzende Bewegungen wurden spielerisch vorweggenommen und mit allen gleichzeitig geübt. Dann teilte sich die Gruppe in die einzelnen Stimmgruppen auf und probte die von den Kantoren und Dirigenten ausgesuchten Stücke.

Nach dem Mittagessen folgten die zweite und dritte Probenrunde. „Einstimmig beginnen und vierstimmig enden ist nicht so einfach“, meinte René Rolle. Er und seine zwei Kollegen sorgten dafür, dass nicht alles ernst genommen wurde, sondern auch Zeit für Spaß blieb. Nach der Kaffeepause mit legendärem Kuchenbuffet ging es zur Kirche St. Lucia, wo schon die Bandmitglieder Lothar Galle-Merkel (Bass), James Evers (Schlagzeug) und Johannes Flamm (Saxophon) auf den Projekt-Chor warteten, um mit diesem zusammen weiterzuproben. Das Einstudieren war ein echtes Stück Arbeit, aber bei der Mitgestaltung der Abendmesse in St. Lucia merkte keiner der Kirchgänger etwas von der Mühe und der Anstrengung im Vorfeld.

Die Darbietungen mit den wechselnden Dirigenten liefen wie am Schnürchen. Stimmgewaltig versprühte die Chorgemeinschaft die Lebensfreude, die in den Texten zum Ausdruck kommt. In „I have a Shoes“ und „We shall overcome“ sang Silvia Schell mit kerniger Stimme die Soli, im Schlussstück „You are my God“ war es Anna Schulte, die solistisch zu vernehmen war. Auch Johannes Flamm brachte sich mit inspirierenden Klängen ein, ob mit Combo oder als Duo mit Hermann-Josef Schulte am E-Piano. Kein Zweifel: Der Gospeltag war für die Teilnehmer mitreißend und stimmgewaltig und wird ihnen in bester Erinnerung bleiben.

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