Woolworth wagt auch an der Salmstraße den Neuanfang

Von: Jürgen Lange
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Blickt einer neuen Zukunft entgegen: Auch die Woolworth-Filiale an der Salmstraße soll renoviert und auf ein optimiertes Markenbild umgestellt werden. Foto: J. Lange

Stolberg. „Auf eine Veränderung kann man sich sicherlich schon freuen”, sagt Pressesprecher Dr. Matthias Michael. „Es wird in einigen Wochen einen kleinen Umbau geben”. Die Präsentation eines aktualisierten Sortiments soll moderner werden in der Stolberger Filiale der neuen Woolworth GmbH an der Salmstraße.

Denn „mit einem attraktiven Sortiment, einem modernen Auftritt, erfahrenen Mitarbeitern und schlanken Strukturen will das neue Unternehmen alten Kunden zurückholen und neue, junge Verbraucher gewinnen”, kündigt Dieter Schindel, der Vorsitzende der neuen Geschäftsführung an.

Der Stolberger Woolworth Standort hat aus der Insolvenz der Discount-Kette den Sprung in eine neue Zukunft geschafft. Insolvenzverwalter Ottmar Herrmann erklärte am Montag, nach intensiven Verhandlungen zwischen dem Erwerber und den Drittmietern der deutschen Woolworth-Filialen mit fast allen Vermietern einen neuen Mietvertrag ausgehandelt zu haben.

Von 162 Standorten haben 158 einen neuen Mietvertrag erhalten. Für die Stolberger Filiale war diese Hürde bereits vor einigen Wochen genommen worden. Sie gehört zum Portfolio des Hauptvermieters Cerberus, der US-Investmentgesellschaft, die 82 Filialen an Woolworth vermietet.

Nachdem Cerberus noch Ende April alle an einer Übernahme interessierten Bieter aus dem Investorenwettbewerb abgelehnt hatte, gelang wenige Tage später „durch die konstruktive Zusammenarbeit mit” der US-Gesellschaft der Verkauf der Discount-Warenhauskette an ein Bieterkonsortium unter maßgeblicher Führung der Tengelmann-Gruppe.

Was bis Montag fehlte, war die Zustimmung der übrigen unterschiedlichen Drittvermieter für die verbliebenen 80 Filialen. Sie erfolgte mittlerweile für 76 Standorte mit Ausnahme von Kassel, Bochum, Erfurt und Kaufbeuren.

„Ich freue mich sehr, dass es 15 Monate nach dem Insolvenzantrag mit fast allen Fortführungsfilialen weiter geht”, sagte Herrmann. Während der letzten Wochen sei ohne nennenswerte Störungen oder gar Betriebsunterbrechungen ein reibungsloser Übergang mit Wirkung zum 1.Juli geschafft worden. Neuer Betreiber sei die „Wowo Handelsgesellschaft mbH” mit Sitz in Bönen.

Der neue Geschäftsführer Dieter Schindel kommt vom Textildiscounter Kik, wo der 46-Jährige den Vertrieb, das Marketing und die Expansion verantwortet und das Unternehmen erfolgreich in sechs europäischen Auslandsmärkten etabliert habe.

„Wir sind alle fest überzeugt, dass der Neuanfang gelingt. Das Kaufhaus lebt - wenn man es richtig macht”, sagte Schindel. Insgesamt haben in den 162 Filialen rund 4300 Mitarbeiter gearbeitet; durch die Schließung der vier Läden verbleiben etwa 4180 Beschäftigte, sagte Insolvenzverwalter Herrmann.

Betroffen vom Personalabbau war aber auch der Standort Stolberg. Beim Übergang der Filiale in die Transfergesellschaft vor einem Jahr wurde die Zahl der Beschäftigten mit 44 Mitarbeiterinnen angegeben, unter denen ein großer Teil 400-Euro-Kräfte waren. Heute gibt das Unternehmen 25 Beschäftigte an, deren Verträge verlängert worden seien.

Die neue Geschäftsführung verfolgt ehrgeizige Ziele und will das Filialnetz Schritt für Schritt vom neuen Verwaltungsstandort in Unna aus sukzessive ausbauen.

Langfristiges Ziel ist die Verdichtung des Filialnetzes auf 500 Kaufhäuser in Deutschland. In den kommenden Jahren sollen die bestehenden Filialen sukzessive renoviert und auf ein optimiertes Markenbild umgestellt werden.

Ein verändertes Angebotssortiment, Saisonartikel und eine sympathische Einkaufsatmosphäre sollen Woolworth neue Attraktivität verleihen.

„Wir haben eine sehr genaue Vorstellung, wo Woolworth in zwei Jahren stehen soll”, so Schindel. „Jetzt brauchen wir etwas Zeit, um unser Konzept schrittweise umzusetzen.” Im Oktober will das Unternehmen Einzelheiten zur Strategie vorstellen.
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