Wochenmarkt: Umzug mit gemischten Gefühlen

Von: Dirk Müller
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Trostloses Bild: Zwar spielte am Samstag derRegen eine Rolle. Doch auch unabhängig vom Wetter hielt sich der Andrang auf dem Wochemarkt am Kaiserplatz oftmals sehr in Grenzen. Foto: D. Müller

Stolberg. Ein letztes Mal haben die Beschicker des Stolberger Wochenmarktes am Samstag ihre Stände am Kaiserplatz aufgebaut. Ab dieser Woche werden sie ihre Waren wieder an ihrem alten Platz in Oberstolberg anbieten, den sie einst hatten räumen müssen, weil am Willy-Brandt-Platz zunächst die EWV und später das Burgcenter gebaut wurde.

„Ursprünglich hatten wir gehofft, dass der Markt hier am Kaiserplatz belebter sein würde. Das war leider nicht der Fall. Jetzt bin ich froh, dass wir es in Oberstolberg versuchen”, blickt Josef Hennes optimistisch in die Zukunft.

Von dem Standort in unmittelbarer Nähe zu Kaufland und Burgcenter verspricht sich der Käsehändler mehr Kunden: „Das Problem am Stolberger Wochenmarkt ist das schwache Angebot, es fehlt einfach die Vielfalt. Wir hoffen, der Markt wird am Willy-Brandt-Platz für die Kunden attraktiver.” Am Samstag waren die Stände am Kaiserplatz kein starker Anziehungspunkt. Und das lag nicht nur am ausgiebigen Regen.

Da der Obsthändler in Urlaub war, bestand der Markt gerade mal aus vier Ständen. Wie Hennes gehört auch Dieter Lambertz zu den drei Beschickern, die den Ortswechsel befürworten. „Wir leiden sowieso schon unter der Wirtschaftskrise. Wenn dann wegen Veranstaltungen der Wochenmarkt nicht am Kaiserplatz sein konnte, sondern verlegt wurde, kam das für uns oft einem Totalausfall gleich”, erklärt der Lebensmittelhändler.

Lieber am Kaiserplatz bleiben würde dagegen Jürgen Gielchen. Der Stand seines Zweiradshops stellt das größte Fahrzeug der Beschicker dar, und daher ist Gielchen früh morgens der erste auf dem Markt und mittags der letzte, der abfährt. Er verweist auf die Stellplatz-Problematik: „Auf dem Willy-Brandt-Platz werde ich erfahrungsgemäß oft zu geparkt und habe große Probleme, meinen Anhänger überhaupt anzukuppeln, geschweige denn, den Platz zu verlassen.”

Noch dramatischer schätzt er die morgendliche Situation ein. Nicht nur Anwohner, sondern insbesondere Besucher der Altstadt parkten ihre Autos am Freitagabend auf dem Platz, auf dem Samstag morgens die Beschicker ihre Stände aufbauen wollen. Denen bleibe dann nur der Anruf beim Ordnungsamt, um die parkenden Fahrzeuge abschleppen zu lassen. „Wer seinen Wagen am Willy-Brandt-Platz stehen gelassen hat und am nächsten Tag das teure Abschleppen bezahlen muss, behält den Besuch der Altstadt wahrscheinlich lange in schlechter Erinnerung.

Das wird in Zukunft leider verstärkt vorkommen” Gielchen vertritt die Meinung, dass ein Wochenmarkt in die Stadt gehöre. Er wird sich allerdings der knappen Mehrheitsentscheidung der Beschicker beugen und seinen Zweiradshop ab der nächsten Woche auf dem Oberstolberger Markt aufstellen.

Sollten Aufwand und Ärger für Gielchen jedoch dauerhaft in einer schlechten Relation zum Kundeninteresse stehen, blickt er bereits auf eine Alternative: „Ich habe immer noch den Büsbacher Markt, auf dem ich meinen Stand jeden Freitag aufbaue. Dort stehe ich zwar alleine, aber es ist mein absolut bester Standort.”
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