Wochen vorher ging der Angeklagte mit dem Hammer auf die Pirsch

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen/Stolberg. Nach und nach kommen an den Verhandlungstagen der Großen Jugendkammer am Aachener Landgericht (Vorsitz Richter Gerd Nohl) Begebenheiten aus dem Leben des Angeklagten Guido M. (18) ans Tageslicht, die nichts Gutes ahnen lassen.

Der wegen versuchten Mordes an zwei jungen Mädchen aus Stolberg angeklagte Aachener, der die Täterschaft bislang abstreitet, nahm am Donnerstag ruhig und beinahe gelassen hin, dass einer seiner Kumpel aus einer Jugendwerkstatt ihn schwer belastete.

Dabei bezog sich der junge Mann, der mit Guido M. zusammen Anfang 2012 in der Ausbildungseinrichtung arbeitete, auf die Wochen vor den angeklagten Taten vom März und Juni letzten Jahres, bei denen eine 15-Jährige durch Schläge mit einem Hammer und eine 16-Jährige durch die Wucht eines großen Steins jeweils auf den Kopf der Mädchen schwer verletzt wurden.

Der Zeuge berichtete, dass M. bereits Anfang nämlichen Jahres die abstruse Idee entwickelte, junge Frauen zu verfolgen, mit einem Hammer niederzustrecken und sie dann zu vergewaltigen. „Er holte den Hammer aus einer Hütte, die er sein Clubhaus nannte. Dann gingen wir zum Bahnhof Atsch und warteten auf Frauen.“

Drei bis vier sei man nachgegangen, den Hammer habe Guido M. in der Jacke versteckt gehalten und sich dann einem Opfer beinahe in Schlagdistanz genähert. Da sei zufällig der Mann oder Freund der Frau erschienen, die Sache wurde abgebrochen.

Richter Nohl fragte nach einem Vorfall aus dem Jahre 2009. Da war M. in einer psychiatrischen Einrichtung in Viersen und wurde verdächtigt, dort im Park eine Joggerin angegangen zu sein. M. sagte, er könne sich daran nicht erinnern und die Schilderung des Kumpel sei falsch.

Für den psychologischen Sachverständigen Karl-Heinz Kuhnert und die forensische Psychiaterin Konstanze Jankowski, die beide ihre Gutachtern vortrugen, ist M. eine hochgradig verunsicherte Persönlichkeit, der durch diverse Heimaufenthalte und eine zerrüttete Familiensituation geschädigt ist. Er zeige seit seiner Kindheit wiederkehrende, einschlägige Verhaltensauffälligkeiten und habe inzwischen eine „schizoide Persönlichkeit“ entwickelt. Seine Gefährlichkeit, so er denn laut Gericht der Täter sei, habe sich gesteigert. Im Übrigen sei er voll schuldfähig.

Der Prozess geht mit Plädoyers am Montag weiter.

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