Stolberg - Wo darf mein Hund in Stolberg noch frei laufen?

Wo darf mein Hund in Stolberg noch frei laufen?

Von: oha/ds
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Auch wenn sie es so gerne wollen: Hunde dürfen längst nicht überall ohne Leine herum tollen. Foto: imago-imagebroker/Krause-Wiecz

Stolberg. „Es wäre wünschenswert, wenn von der Hundesteuer Hundewiesen und Hundetoiletten eingerichtet würden“, schrieb einer unserer Leser nach der Berichterstattung über das bereits siebte gerissene Reh. „Wo darf mein Hund denn überhaupt noch frei laufen“, fragte ein anderer.

3800 Hunde sind in Stolberg unterwegs, angemeldet von ihren Haltern bei der Stadt. Im Rathaus „wachen“ Claudia Delsemmé und Norbert Gredig darüber. Und die beiden geben auch schon eine (ernüchternde) Antwort auf die Frage, welche Gegenleistung es für die Hundesteuer gibt: „Keine!“ Die Steuer diene der Deckung des städtischen Haushaltes, ebenso wie alle anderen Steuern.

Ein paar Etagen weiter unten im Verwaltungsgebäude sitzt Sven Poschen. Der Mitarbeiter des Ordnungsamtes erinnert sich daran, dass es in Münsterbusch in der Nähe des Grado-Parks mal eine offizielle Hundetoilette gab. Eine eigens für Hunde ausgewiesene Spielwiese gebe es dagegen nicht, ebenso wenig hängen in Stolberg Kottütenspender aus. „Wir haben uns bei anderen Kommunen erkundigt und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass sich das nicht lohnt“, verweist Poschen auf die anderen Gemeinden, die im Zusammenhang mit den Automaten auch immer wieder über mutwillige Zerstörungen berichteten.

Etwas verzwickt

Aber wo darf meine Fellnase denn nun frei herumtollen? „Es ist schon etwas verzwickt“, gibt Poschen zu. Von Seiten der Stadt können Hunde ohne Beschränkung, also leinenlos, auf Feldwegen und außerhalb bebauter Ortslage laufen. Innerhalb bebauter Fläche dagegen müssen alle Hunde, egal ob Staffordshire oder Dackel, an der Leine geführt werden. Als Faustformel gilt also: Da, wo Häuser sind, gehören Bello und Co. an die Leine. Beliebte Ziele für Hundehalter sei neben der Buschmühle auch Gehlens Kull.

Dirk Janowski vom Umweltamt der Städteregion Aachen verweist darauf, dass Hunde in Naturschutzgebieten immer angeleint sein müssen. Der Halter, dessen Hund in diesen Gebieten nicht an der Leine geführt werde, müsse mit einem Verwarnungsgeld von 25 Euro rechnen. Werde er ein weiteres Mal erwischt, könne die Strafe bis zu 1000 Euro betragen. Die Anleinpflicht in Naturschutzgebieten werde regelmäßig überwacht. „Auch wenn wir bei 120 Naturschutzgebieten in unserer Region natürlich nicht überall sein können.“ Außerdem habe man sich, ob mit oder ohne Hund, nur auf den ausgewiesenen Wegen aufzuhalten.

Im Landschaftsschutzgebiet gelte der Leinenzwang nicht, so Janowski. Aber das freie Betretungsrecht für Hund und Halter gelte beispielsweise nicht für landwirtschaftlich genutzte Flächen. Und auch in freier Feldflur darf der Hund nicht wildern. „Wenn ein Jäger einen wildernden Hund sieht, der nicht mehr im Einwirkungsbereich seines Halters ist, darf er ihn erschießen“, warnt Janowski.Dieter Königs, Vorsitzender des Polizei-Hundevereins Stolberg-Donnerberg hat wenig Verständnis für Hundebesitzer, die ihren Liebling nicht unter Kontrolle haben: „Den meisten Menschen dürfte doch bekannt sein, wann Rehe trächtig sind. In dieser Zeit sind Hunde ausnahmslos anzuleinen.“ Jeder Hund, ganz gleich welche Rasse, habe einen Jagdtrieb. Diesen Trieb dem Vierbeiner abzuerziehen, gelinge nur in Grenzen. Königs: „In den ersten sechs Monaten ihres Lebens werden die Hunde geprägt. In dieser Zeit müssen sie für ihr ganzes Leben erzogen werden. Aber auch in der Folgezeit ist permanentes Training nötig.“

Und wenn der Hund nicht auf das kleinste Wort gehorche, müsse er eben an die Leine genommen werden. Von Elektroschockern, die am Halsband der Tiere befestigt werden und ihnen beim Versuch, auf Jagd zu gehen, einen Stromstoß verpassen, hält Königs nichts. Das sei Tierquälerei. „Es bleibt die Leine!“

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