Stolberg-Breinig - Witziger Schlagabtausch während Messe in der Kirche

Witziger Schlagabtausch während Messe in der Kirche

Von: Leona Otte
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Die KG Sündenböcke hat neue Kaiserpaare. Daniel Hoffmann (Kaiser), Vera Remmer (Kaiserin), Helga Sendscheidt (Seniorenkaiserin), Rolf Engels (Seniorenkaiser) sowie Präsident der KG Sündenböcke, André Hennecken (v.l.), sind erfreut über die frische Krönung. Foto: L. Otte

Stolberg-Breinig. Vera Remmer und Daniel Hoffmann bilden das neue Kaiserpaar der KG Sündenböcke, und Helga Sendscheidt und Rolf Engels komplettieren als Seniorenkaiserpaar die gekrönten jecken Häupter Breinigs.

In der Kirche: Die Sitzbänke sind voll, es ist still, während alle auf den Beginn der Messe warten. Dann ertönt die Musik. Wie gewohnt stehen die Leute auf. Plötzlich betritt ein Spielmannszug, bestehend aus Trommlern und Pfeifern, die Pfarrkirche St. Barbara in Breinig. Dahinter 14 Messdiener und Pfarrer Ulrich Lühring. „Was ist denn jetzt los?“, fragt man sich.

Die Messdiener machen vor dem Altar ihren Knicks, die Leute, zum Teil kostümiert, klatschen im Takt. Auf den ersten Blick, ein unstimmiges Bild. Doch auf den Zweiten, ein ganz tolles! Dass Karneval und Kirche zusammen gehen, zeigte Pfarrer Lühring gemeinsam mit der KG Sündenböcke, die zum siebten Mal das Hochamt der Karnevalisten mit anschließender Kaiserkrönung zelebrierten.

„Für alles gibt es eine Zeit“, betont der Pfarrer eingangs beim gemeinschaftlichen Gebet, „eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen. Eine Zeit zum Arbeiten und eine Zeit zum Feiern.“ Letzteres stand bei dieser außergewöhnlichen Messe zweifelsohne im Vordergrund. Die Menschen kamen von überall her: von dem, an Breinig grenzenden Balkan, aus Viersen, aus Mönchengladbach, ja sogar aus Norwegen und dem weitentlegenen spanischen Santiago de Compostela.

Um dann zusammen zu lachen und Lieder zu singen, die von Kirchenmusiker Franz Körfer und De Karamba Männcher, diesmal in halber Besetzung, musikalisch untermalt wurden.

So zum Beispiel: „Dat es Heimat, dat es Breenich“. Die Kunst bestand darin, das Wechselspiel zwischen festlicher Zeremonie und karnevalistischen Humor in Einklang zu bringen. Für Pfarrer Lühring kein Problem. Nicht nur stimmlich rockte er bei den einzelnen Liedern das Haus. Zusammen mit Gemeindereferentin Sabine Jansen stellten sie in einem Sketch Überlegungen an, wie es möglich ist, Kirche im 21. Jahrhundert noch attraktiver zu gestalten.

Dabei philosophierten sie über Projekte wie den Bestatter 3.0, die Pfarrgemeinschaft 4.0 oder eine Sonntagsmessen-App mit ausgeklügeltem Voting System, wodurch Kirchgänger die Möglichkeit hätten im Vorfeld abzustimmen, wie die Predigt aussehen soll oder welche Lieder gespielt werden. Der witzige Schlagabtausch führte bei Karnevalisten und Nicht-Karnevalisten zu etlichen Lachern: „Wenn der Pastor vor dem Altar steht und sein karnevalistisches Talent zum Ausdruck bringt, dann macht das nur gute Laune. Man spürt dann so ein Kribbeln im Bauch, so dass die Gemeinschaft gar nicht anders kann, als mitgerissen zu werden“, so André Hennecken, Präsident der KG Sündenböcke.

Unter viel Eigenregie bereitete Lühring die Messe vor. Umso erstaunlicher vollzog er die Wandlung zu Momenten der Stille und Ruhe, als es vor allem über die Vergabe der Hostien hinaus, um die Kaiserkrönung ging. Daniel Hoffmann und Vera Remmer wurden nach traditioneller Benennung im vergangenen Juli zum frischgebackenen Kaiserpaar gekrönt.

„Für mich war es sehr aufregend in dieser bewegenden Messe gekrönt zu werden, so viele Menschen. Das war ein komisches, aber auch ein schönes Gefühl“, sagte die neue Kaiserin. Auch Rolf Engels und Helga Sendscheidt, erhielten Kronen als neues Kaiserpaar der Senioren. Nach der Messe ging es zum Himmel-un-Äd-Essen im Pfarrheim „Goldener Stern“: „Mit dem Tag heute haben wir versucht den Himmel zu erden“, so Ulrich Lühring nach der Messe.

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