Stolberg - Witzige Anekdoten: Urologe Christoph Pies veröffentlicht Buch

Witzige Anekdoten: Urologe Christoph Pies veröffentlicht Buch

Von: Annika Kasties
Letzte Aktualisierung:
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Dr. Christoph Pies hat in seinem Arbeitsalltag als Urologe viele witzige Sprüche und Anekdoten erlebt. Die hat sich der Mediziner immer gleich notiert. Foto: A. Kasties
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„Was passiert beim Urologen?“ lautet der Titel des Buchs, das Christoph Pies veröffentlicht hat.

Stolberg. Wenn Dr. Christoph Pies über Inkontinenz und Erektionsstörungen spricht, dann ist das seinen 13 und 16 Jahre alten Töchtern furchtbar peinlich. Schließlich redet niemand gerne über das was „untenrum“ passiert, erst recht nicht, wenn es Probleme gibt. Für den in Stolberg niedergelassenen Urologen gehört es hingegen zum Alltag.

Der 47-Jährige will seinen medizinischen Teilbereich aus der Tabuzone holen. Deshalb hat er das Buch „Was passiert beim Urologen?“ geschrieben. Mit dabei: Jede Menge lustige Anekdoten aus dem Alltag seiner Stolberger Praxis. Im Interview erzählt Pies von seiner Vorliebe für Wortspiele und verrät, warum auch Frauen sein Buch lesen sollten.

Mediziner sind nicht unbedingt für ihre Schreibfertigkeiten bekannt. Woher kam Ihr Entschluss, ein Buch zu schreiben?

Pies: Ich habe schon seit Jahren die Sachen gesammelt, die mir tagtäglich passieren. Das sind vor allem Sprüche und witzige Anekdoten aus dem Praxis-Alltag. Die habe ich mir immer direkt notiert und so hatte ich irgendwann 40 Seiten Material zusammen. Zudem ist die Urologie ein Fach, über das keiner wirklich spricht. Aber irgendwann kommt doch jeder in Kontakt mit dem Urologen, und sei es nur über Familienmitglieder. Diese Diskrepanz wollte ich aufheben. Man kann Information mit Unterhaltung verbinden, das war die Sache, die mich gereizt hat.

Bei dem Titel könnten viele Frauen denken: Urologie? Das geht mich doch nichts an...

Pies: Das ist ein Trugschluss, denn knapp ein Drittel unserer Patienten ist weiblich. Nierensteine, Blasenentzündungen und Harninkontinenz sind bei ihnen die Hauptkrankheiten. Dann kommen auch Frauen nicht um den Besuch beim Urologen herum. Deshalb steht auf dem Titel auch „Enthüllungsbuch für Sie und Ihn“.

An wen richtet sich das Buch?

Pies: An jeden. Es soll wachrütteln, das Bewusstsein schärfen und die Leute zum Schmunzeln bringen. Zur Selbstdiagnostik ist es hingegen nicht geeignet. Das Buch umfasst die komplette Urologie, doch bei den einzelnen Gebieten kann es nicht in die Tiefe gehen.

In Ihrem Inhaltsverzeichnis ist die Rede von der „Ode an die Hoden“. Wie lange mussten Sie mit dem Verlag diskutieren, damit das so stehen bleibt?

Pies: Gar nicht. Ist das etwa zu anzüglich?

Naja, in Ihrem Buch sind tatsächlich sehr viele Wortspiele.

Pies: Ich habe immer schon gerne mit Sprache gespielt. Manche Sachen musste ich mit dem Verlag diskutieren. Bei diesem speziellen Kapitel haben wir lange nach einem Titel gesucht. Als ich diesen dann vorgeschlagen habe, wurde er auch relativ kommentarlos genommen.

Und was ging nicht durch?

Pies: Mein ursprünglicher Titel. Der lautete nämlich „Ich wollte nur mal meinen Penis vorbeizeigen“.

Wie bitte?

Pies: Eines Tages kam ein jugendlicher Patient in die Praxis. Und als ich ihn gefragt habe, was ihn zu mir führe, meinte er, er wolle nur mal eben seinen Penis vorbeizeigen. Das habe ich natürlich gleich in meine Sammlung aufgenommen und es war lange mein Arbeitstitel. Der Verlag hat aber gesagt, dass das Wort Penis auf dem Cover eine schlechte Idee sei. Die Suche nach dem Titel für das Buch war somit sehr lange offen.

Im Buch endet jedes Kapitel mit lustigen Zitaten. Mein Favorit ist „Meine Blase ist porös“. Warum haben Sie sich dazu entschieden? Sie hätten ja auch ein ganz sachliches Buch schreiben können.

Pies: Dann liest es aber keiner. Man braucht ein Fugenkitt, um das Ganze zusammmenzuhalten. Am Anfang war das mit den Sprüchen sehr mühsam, aber die Sprüche sind das, was das Buch vorantreibt.

Müssen sich Ihre Patienten nun Sorgen machen, in einer möglichen Fortsetzung aufzutauchen?

Pies: Sorgen nicht, sie können sich freuen. Es wird ja niemand namentlich erwähnt und mir geht es auch nicht darum, jemanden an den Pranger zu stellen. Dass man sich verspricht, passiert den Menschen ja einfach. Ich finde es nicht schlimm, das zu notieren und im Kontext zu verarbeiten. In der Danksagung meines Buchs bitte ich sogar konkret darum, dass mir Patienten und Kollegen ihre Sprüche schicken, damit ich weiter Material sammeln kann.

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