Wissenschaftler referiert zu „Pegida“ und AfD

Von: dim
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Stolberg. Ungewollte Aktualität hat die zweite Veranstaltung in der Reihe „Fremdenhass und Asylpolitik“ durch die Ergebnisse der jüngsten Landtagswahlen erhalten. Die Stolberger Grünen, die Gruppe Z und VVN-BdA hatten zu einem Vortrag von Richard Gebhardt eingeladen.

Der Rechtsextremismusexperte referierte zu dem Thema „Die gespaltene Republik“. „‚Pegida‘ verdeutlicht als Symptom die Spaltung der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland“, stellte Gebhardt fest und nannte die AfD den „parlamentarischen Arm der ,Pegida‘-Bewegung“. Sogenannte „Wutbürger“ würden eine Teil-Abkehr von der repräsentativen Demokratie vollziehen. „Zustimmung zur AfD bedeutet eine Erosion der Abgrenzung zu Menschen, die auf Flüchtlinge schießen wollen oder offen von Rassen-Ideologie sprechen“, führte der Politikwissenschaftler aus.

Und es gebe neue Akteure auf der Straße. „Das war nicht nur bei der ,Hogesa‘-Demonstration in Köln der Fall: Zunehmend spielen Hooligans eine Rolle, rechtsradikale Fans von Fußballvereinen organisieren die ,Pegida‘-Aufmärsche.“ Was die politische Seite angehe, seien Dialog und Diskussion mit der AfD schwierig. Während man Protestwähler mit den Mitteln der politischen Bildung vielleicht noch erreichen könne, gelte „für Menschen, deren Vorurteile wie in Beton zementiert sind, dass ein konstruktiver Dialog nicht möglich ist“.

Gebhardt beleuchtete seine These von der „kulturellen Spaltung zwischen Kosmopoliten und Traditionalisten“ anhand von Beispielen. Im Gegensatz zu demokratischen Politikern würden AfD und „Pegida“ strikt verneinen, dass der Islam mittlerweile zur deutschen Gesellschaft gehöre. Die Bewegung und die Partei würden gegen die „bunte Republik“ und deren Repräsentanten kämpfen, erklärte Gebhardt.

In der an den Vortrag anschließenden Gesprächsrunde wurde unter anderem die Frage gestellt, ob die AfD sich mittel- oder gar langfristig auf dem politischen Parkett halten könne. Gebhardts Einschätzung ist eher ernüchternd: „Die ,Wutbürger‘ gibt es schon seit Gründung der BRD, nur jetzt können wir sie an den Wahlergebnissen auch erkennen. Welchen politischen Akteuren sie sich künftig zuwenden, muss sich aber noch zeigen.“

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