Wirtschaftsförderung wieder Chefsache: Neue Struktur bei der Stadt

Von: Jürgen Lange
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Wieder Chefsache: Bürgermeist
Wieder Chefsache: Bürgermeister Ferdi Gatzweiler, hier mit Pastor Ulrich Lühring und Wolfgang Schmitz (v.l.) bei der Grundsteinlegung für die Firmenerweiterung, übernimmt die Wirtschaftsförderung. Foto: J. Lange

Stolberg. Er ist noch kein halbes Jahr in seinem neuen Amt, als der Bürgermeister eine große Strukturreform der Verwaltung vorschlägt. Ein „Zukunftsamt” aus Wirtschaftsförderung und Tourismus inklusive Kultur- und Eventbereich sowie dem Entwicklungs- und Planungsamt und der Grundstücksabteilung des Liegenschaftsamtes soll es geben.

Das verkündet Ferdi Gatzweiler im Frühjahr 2005. Unter der Leitung von Rolf Wendert soll das „Superamt” die Vermarktung von Gewerbegebieten und Grundstücken forcieren. Mit der Pensionierung des Leiters des Wirtschaftsförderungsamtes Mitte 2006 soll dann der Aufgabenbereich unter der Leitung von Kämmerer Dr. Wolfgang Zimdars privatisiert werden, über dessen Wiederwahl seinerzeit beraten wird...

Es kam anders, und doch erinnern heutige Pläne des Verwaltungschefs unweigerlich an frühere Vorsätze. Denn der für seine Affinität zum Jugend- und Schulbereich bekannte Bürgermeister hat die Wirtschaftsförderung als Chefsache für das eigene Dezernat wieder entdeckt. Die hatte er vor gut fünf Jahren abgegeben, als der Stadtrat auf eine Wiederwahl von Kulturdezernentin Elisabeth Jansen-Eschner verzichtet und die Technische Beigeordnete Simone Kaes-Torchiani gerne frühzeitig Stolberg verlässt, um in Trier Karriere zu machen. Die Verwaltung wird neu strukturiert, die ersten beiden Fachbereiche eingeführt.

Nachdem mit dem Abschied von Jansen-Eschner schon die Kultur zur Wirtschaftsförderung stößt, wird im Herbst 2006 Andreas Pickhardt als Amtsleiter für die Nachfolge von Rolf Wendert verpflichtet. Zur Abreise von Kaes-Torchiani ein halbes Jahr später wird das Technische Dezernat aufgeteilt. Als Fachbereichsleiter übernimmt Pickhardt die Verantwortung als Dezernent - für Entwicklung und Planung, für Bauordnung, für Recht und Ordnung sowie für sein Amt für Wirtschaftsförderung, Kultur, Events und Tourismus, das bis dato zum Dezernat von Ferdi Gatzweiler zählt.

Der führt als Bürgermeister derweil kommissarisch den unbesetzten vierten Fachbereich für Innere Verwaltung; außerdem verbleiben die Aufsicht für das Amt für Prüfung und Beratung und über die Seniorenwohn- und Sozialzentrum Betriebsführungs GmbH beim Bürgermeister.

Mit der Bestellung von Walter Wahlen zum Fachbereichsleiter Innere Verwaltung in diesem Frühjahr gewinnt Ferdi Gatzweiler freie Kapazitäten. Und mit diesen will sich der derzeit in Urlaub weilende Verwaltungschef auf eine Aufgabe konzentrieren, die in der Kupferstadt eine besondere Bedeutung besitzt: Die Wirtschaftsförderung wird - wie bereits in früheren Zeiten und in nahezu allen umliegenden Kommunen üblich - wieder zur Chefsache. Was auch vor dem Hintergrund eine besondere Herausforderung wird, weil die Koalition den Austritt der Stadt aus der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Städteregion zum Jahresende beschließen möchte.

Bereits mit Wirkung zum 1. August soll die Geschäftsverteilung der Verwaltung vorbehaltlich der als sicher geltenden Zustimmung des Stadtrates novelliert sein. Dabei übernimmt der Bürgermeister in seinen Dezernatsbereich neben der Wirtschaftsförderung auch Events und Kultur aus dem Fachbereich von Andreas Pickhardt, dem aus dem alten Zuschnitt der Tourismus erhalten bleibt. Hinzu kommt in den Fachbereich außerdem das Liegenschaftsamt, das bislang unter der Aufsicht des Kämmerers und Ersten Beigeordneten Dr. Wolfgang Zimdars steht, dem weiterhin das Amt für Finanzwesen, das Steuer-, Standes- und Bürgeramt, das Forstamt und die Volkshochschule erhalten bleiben.

Die Ausgliederung der Liegenschaften erfolgen vor dem Hintergrund, dass Pickhardt Geschäftsführer der SBG wird, der „Stolberger Bauland GmbH”, die die Stadt gemeinsam mit der Sparkasse zur zukünftigen Entwicklung von neuen Baugebieten gründet. Angesichts der Aufgabenfülle soll Pickhardt auch entlastet werden. Das Amt für Recht, Sicherheit, Ordnung und Umwelt soll dem Fachbereich von Walter Wahlen zugeschlagen werden.
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