Stolberg - Windräder auf Stolbergs Höhen sind kein Tabu mehr

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Windräder auf Stolbergs Höhen sind kein Tabu mehr

Von: tol
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Stolberg. Der Hammerberg sowie die Höhenlagen von Breinig und Büsbach werden seit Jahren genannt, wenn es um weitere Plätze für Windkrafträder im Stadtgebiet geht. Lediglich auf dem Weißenberg gibt es aber bisher eine solche Anlage.

Bisheriges Hauptargument gegen weitere laut Uschi Küpper, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90 / Die Grünen: „das Landschaftsbild”. Dies zu erhalten, so Küpper, habe man mit Hilfe von Bebauungsplänen „und der Ausweisung von Konzentrationszonen, dann mit Ratsbeschluss aus 2003” sichergestellt.

Doch nach der Atomkatastrophe in Japan und dem beschlossenen Atomausstieg bis 2022 werden auch in Stolberg die Prioritäten anders gesetzt: In einem gemeinsamen Antrag fordern SPD- und Grünen-Fraktion, das komplette Stadtgebiet auf mögliche Windkraftanlagezonen zu überprüfen.

„Heute sollten wir bestrebt sein, den Anteil der erzielbaren regenerativen Energien auch in Stolberg zu erhöhen”, schreibt Küpper. Die Nutzung von Windkraft sei die konstengünstigste der erneuerbaren Energien. Deshalb solle ihr Ausbau „nicht nur in Windparks vor der Küste, sondern auch im Binnenland forciert werden”.

So beantragen SPD und Bündnis 90 / Die Grünen in einem Zeitrahmen von acht Monaten die „Überprüfung bestehender und Ausweisung neuer Windkonzen-trationsflächen - neben der bereits existierenden Zone in Werth - auf dem Gebiet der Stadt Stolberg” und werben gleichzeitig um einen einstimmigen Beschluss aller im Rat vertretenen Parteien.

Mit Blick auf die neue Rechtslage in Nordrhein-Westfalen sollen auch intensiv Waldgebiete und Forsten untersucht werden, deren Eigentümerin die Stadt ist. Das treffe auf die Waldflächen zwischen Breinig, Breinigerberg und Zweifall sowie auf den Gressenicher Wald südöstlich von Buschhausen und Krewinkel zu, heißt es im Antrag. SPD und Grüne denken aber auch ans Camp Astrid, Gebiete östlich des Brockenbergs und südöstlich der Rüst.

Die Antragsteller machen darauf aufmerksam, dass die Ausweisung weiterer Vorrangzonen für Windkraft eine „Notwendigkeit im Rahmen des Klimaschutzes” sei, der auch Bund und Land höchste Priorität beimäßen. Eine Prüfung des Flächennutzungsplans mit Blick auf Wohngebiete, Landschafts- und Immissionsschutz, Umweltverträglichkeit, nordrhein-westfälischen Windkrafterlass und Wirtschaftlichkeitsaspekte für die Investoren schwebt SPD und Grünen vor, die während der Prüfphase gerne drei Zwischenberichte, jeweils nach zwei Monaten, hätten.

Von den Waldgebieten kommen, so erfuhren die Antragsteller vom Bund für Umwelt und Naturschutz, nur solche mit Nadelwald-Monokulturen infrage. Wenn dann noch die Wege unbeeinträchtigt blieben, spreche einiges für solche Flächen als Windrad-Standorte; dies bestätige auch der Landesverband WindEnergie.

Bürgermeister Ferdi Gatzweiler ist, wie die Antragsteller, überzeugt, dass durch die Verpachtung städtischer Flächen und durch fällige Gewerbesteuern durchaus nennenswerte Einnahmen erzielt werden könnten.
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