Windräder auf Stadtgebiet: Auch FDP-Sprecher sieht keine Chance

Von: oha
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Windräder im Wald bei Zweifall? Die CDU-Fraktion im Stadtrat hat jetzt alle Planungen diesbezüglich zu den Akten gelegt.

Stolberg. Die große Koalition von CDU und SPD im Stolberger Stadtrat war bislang von großer Einmütigkeit geprägt. Jetzt haben sich die beiden Parteien in einer Frage erstmals überworfen: Sollen in der Stadt Stolberg zu den bereits bestehenden drei Windkraftanlagen weitere Windräder aufgestellt werden oder nicht?

Die SPD will zumindest weitere mögliche Konzentrationszonen für die Windräder ausweisen, die CDU hat das Thema zu den Akten gelegt. Es wird nach dem Willen der Christdemokraten keine weiteren Windräder in Stolberg geben.

Dass die Bundesrepublik langfristig auf die Nutzung der Windkraft als Energiequelle angewiesen ist, davon geht auch Bernhard Engelhardt aus. Für Stolberg ist der FDP-Fraktionschef allerdings skeptisch, was die Aufstellung der Windräder angeht. „Die Dinger sind bei uns tot“, bringt der Liberale die Situation drastisch auf den Punkt. Und das nicht nur, weil die FDP ihren Wählern bei der vergangenen Kommunalwahl versprochen hat, sich im Rat gegen weitere Windräder auszusprechen.

Es gebe einfach keine geeigneten Flächen mehr auf Stadtgebiet für Windkraftanlagen, so Engelhardt. Die zuletzt diskutierten Flächen im Wald auf dem Bergrücken bei Zweifall seien „völlig blödsinnig“. Nicht zuletzt, weil die modernen riesigen Windräder bis auf 500 Meter an die Bebauung herangerückt wären. Nach momentanem Stand gebe es noch die Möglichkeit, Windräder im Laufenburger Wald zwischen Schevenhütte und Gürzenich aufzustellen.

Zwar reichten die Anlagen dort nicht so nah an die Bebauung heran und auch der Waldboden sei für das Projekt an dieser Stelle durchaus geeignet, doch habe die FDP kürzlich in einem Gespräch mit der Bürgerinitiative „Gegenwind“ klargemacht, dass man die bis zu 224 Meter hohen Windräder auch dort nicht für wirklich ideal hält. Engelhardt: „Wenn ein Investor aber alle Auflagen erfüllt, kann die Stadt das Projekt nicht verhindern.“

Doch bevor es so weit kommen könnte, müsste der Flächennutzungsplan entsprechend neu aufgestellt werden. „Und da ist für uns noch eine Reihe an Fragen offen“, sagt Bürgermeister Tim Grüttemeier zum Stand der Überlegungen in der Verwaltung. Man habe Gespräche mit der Bezirksregierung, dem Land NRW und möglichen Betreibern von Windkraftanlagen über Standorte in Stolberg geführt. Eine Studie habe am Ende noch vier Areale benannt, auf denen man Windkraft nutzen könne: Zwei Flächen im Wald bei Zweifall, eine im Laufenburger Wald und eine bei Drei-Kaiser-Eichen nahe Raffelsbrand. Eine fünfte Fläche im Gewerbegebiet Camp Astrid wurde verworfen: zu nahe am Flugplatz Merzbrück.

Nicht im Wald

Auf freier Fläche geht es wegen der Belastung der Anwohner nicht, alle vier verbliebenen Standorte liegen im Wald. Und dort will die CDU-Mehrheit im Rat aus Naturschutzgründen prinzipiell keine Windräder aufstellen lassen. Damit könnte es langfristig für Stolberg nur bei den drei bislang errichteten Windrädern bei Werth bleiben.

Doch Investoren sind immer noch gewillt, beispielsweise im Laufenburger Wald weitere Windenergieanlagen zu errichten. Die Green GmbH fordert von der Stadt weiterhin die Ausweisung neuer Konzentrationsbereiche für die Aufstellung der Windräder.

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