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Windpark in Schevenhütte steht vor dem Aus

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Die Aussage der Bezirksregierung erscheint eindeutig: Demnach steht der Windpark Laufenburger Wald in seinem jetzigen Planungszustand vor dem Aus. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa (zu lrs "Nach Bruch an Windrad - Keine Mängel bei anderen Anlagen des Typs" vom 08.01.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Stolberg. Und dann überschlagen sich zum Abend hin die Ereignisse doch noch, nachdem am Nachmittag Gisela Walsken deutlich Stellung bezogen hat zur Frage einer Ansiedlung von Windkraftanlagen innerhalb der Wasserschutzzone II.

Demnach ist der Bau von Anlagen bereits nach der bestehenden Trinkwasserschutzverordnung aus dem Jahre 1975 praktisch nicht möglich, und er werden in einer neuen Verordnung, die spätestens ab 1. Januar 2016 greife, explizit ausgeschlossen.

„Wir werden nun neue Standorte projektieren“, erklärt Axel Kahl am Abend auf Anfrage unserer Zeitung. Drei von bis dato fünf geplanten Windkraftanlagen liegen innerhalb der heutigen Wasserschutzzone II, erläutert der Geschäftsführer der Stolberger Green GmbH. Zwei weitere Anlagenstandorte seien vom Wasserschutz ohnehin nicht betroffen. „Es ist ja nicht so, dass es nicht auch Windräder in Wasserschutzzonen gibt“, sagt Kahl. Aber die Green werde angesichts der Haltung der Bezirksregierung nun für die betroffenen Anlagen neue Standorte außerhalb der geltenden Schutzzonen suchen.

„Das dürfte angesichts der geplanten Konzentrationsfläche von insgesamt rund 224 Hektar nicht das große Problem sein“, betont Kahl. Schließlich habe die Green den Auftrag ihrer kommunalen Gesellschafter, den Ausbau regenerativer Energie vor Ort in der Region zu forcieren. Dies werde nun durch die aktuelle Lage lediglich verzögert.

„Wir werten die Aussagen der Regierungspräsidentin als ein klares Nein“, interpretiert Tim Grüttemeier das Schreiben aus Köln. Und der Bürgermeister zieht direkt eine Konsequenz: Die für den 10. März terminierte Bürgeranhörung zur Änderung des Flächennutzungsplans zwecks Ausweisung von weiteren Konzentrationsflächen für Windenergie ist abgesagt.

„Diese Veranstaltung macht angesichts der aktuellen Ereignisse auch aus Sicht der Bürger wenig Sinn“, sagt Grüttemeier und verweist auf die Green GmbH, die sich als potenzieller Investor nun neu positionieren wolle. Ganz im Sinne eines transparenten Verfahrens habe die Kupferstadt die Verfügung der Regierungspräsidentin unverzüglich sowohl der Green wie auch der Bürgerinitiative „Gegenwind“ zugestellt.

Diese begrüßt am Nachmittag die Entscheidung mit einem Sondernewsletter und formuliert: „Der Plan, fünf Windräder im Laufenburger Wald zu bauen, ist nicht genehmigungsfähig!“ Aber man werde wachsam bleiben und halte an dem für Mittwoch um 19 Uhr im Schevenhütter „Casino“ terminierten Treffen fest.

Zwar sei Wind eine tragende Säule der erneuerbaren Energie im Land und grundsätzlich würden die Bemühungen Stolbergs zur Ausweisung weiterer Konzentrationszonen im Stadtgebiet begrüßt, so Walsken in ihrer Antwort an den Bürgermeister, aber das zur Wassergewinnung dienende Einzugsgebiet der Talsperre müsse vor schädlichen Einwirkungen und Verschmutzungen geschützt werden. Gefahren können beim Bau von Windrädern vielfältig ausgehen. Bereits bei der Rodung, beim Betrieb der Baustelle durch Maschinen wie auch die Fundamente und Verkehrswege. Darüber hinaus bestünden beim Betrieb der Anlage Gefahren für das Rohwasser durch Schmierstoffe.

Strengere Regeln und Grenzen

„Von daher ist bei der in der Planung befindlichen Neufestsetzung des Wasserschutzgebietes vorgesehen, Regelungen für die Errichtung und den Betrieb von Windkraftanlagen aufzunehmen“, sagt Walsken: „Aus fachlicher Sicht ist es geboten, die Wasserschutzzone II regelmäßig von Windkraftanlagen freizuhalten.“ Darüber hinaus würden bei der Neufestsetzung des Wasserschutzgebietes „auch die bisherigen Grenzen überprüft“. Sollte es nicht fristgerecht zu einer Neufestsetzung für Schevenhütte kommen, würden per vorläufiger Anordnung Regelungen zum Schutz des Wassers getroffen, „die über die jetzigen Regelungen hinausgehen“.

Außerdem seien bereits bei der zum Jahresende auslaufenden Verordnung „Regelungen getroffen, die eine Errichtung von Windkraftanlagen grundsätzlich ausschließen“. Ausnahmen seien im Einzelfall nur dann möglich, falls „das Vorhaben mit den Schutzbestimmungen für die jeweilige Schutzzone in Einklang“ stünden.

Und davon ist angesichts der eingangs geschilderten Gefahren dann wohl nicht auszugehen.

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