Windkraft und Photovoltaik: Auf der Suche nach weiteren Potenzialen

Von: Michael Grobusch
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Weitere Windanlagen müssen gebaut werden, um bis 2030 einen 50-prozentigen Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromerzeugung zu erreichen. Foto: Grobusch

Städteregion. Es ist wohl so etwas wie ein „Hallo-wach-Effekt“, den der vierte Workshop des Projektes „Regionale Energiewende Aachen 2030“ (Render) bei den Teilnehmern ausgelöst hat. „Es herrschte eine gewisse Betroffenheit, weil uns vor Augen geführt wurde, dass wir noch gar nicht so weit sind, wie wir vielleicht geglaubt hatten“, blickt Thomas Pilgrim zurück.

Zwar lag der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung in der Städteregion 2016 bei 15 Prozent, was durchaus als achtbarer Wert gilt. „Aber damit sind wir trotzdem noch recht weit vom Ziel entfernt“, betont der Leiter des städteregionalen Umweltamtes mit Blick auf die von der Bundesregierung für das Jahr 2030 ausgegebene Marke von 50 Prozent.

„Wir haben die Wellen geschlagen, die wir schlagen wollten“, stellt Jens Schneider vom Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen (FiW) fest. Und damit das nicht falsch interpretiert wird, schiebt der Render-Projektleiter gleich hinterher: „Wir wollten keine schlechte Stimmung erzeugen, sondern im Gegenteil dazu auffordern, den Blick nach vorne zu richten.“

Das soll auch am kommenden Montag geschehen, wenn im Haus der Städteregion (Mediensaal) der fünfte Workshop stattfindet. Dann werden nicht nur – „auf einer verfeinerten und mit allen Kommunen abgestimmten Datenbasis“, wie Schneider betont – noch einmal die Bestände von Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen unter die Lupe genommen, sondern auch Ausbauoptionen aufgezeigt und bewertet.

„Die Städte und Gemeinden haben ihre Flächennutzungspläne überarbeitet und Windvorzugsflächen ausgewiesen. Die Frage ist aber: Geht nicht noch mehr?“, setzt Thomas Pilgrim darauf, dass sich weitere Möglichkeiten auftun werden. Das wäre beispielsweise möglich durch eine Reduzierung der Abstandsflächen zu Naturschutzgebieten, die in der Städteregion derzeit bei 300 Metern liegt. „Die Kommunen haben da einen gewissen Spielraum“, betont Pilgrim.

Auch bei den Potenzialflächen für Photovoltaikanlagen soll noch einmal genau hingeschaut werden. Das könnte vor allem für den Nordkreis interessant sein, wo es relativ wenige geeignete Flächen für die Windkraftnutzung gibt. „Allerdings kann man Windkraft nicht durch Sonnenenergie kompensieren. Das sind ganz andere Dimensionen“, unterstreicht Dr. Silvana Hudjetz vom Forschungsinstitut für Ökosystemanalyse und -bewertung (Gaiac), das Render-Projektpartner ist.

Sehr viel Potenzial steckt hingegen im sogenannten Repowering, also in der Modernisierung und technischen Verbesserung von Anlagen. Laut Hudjetz werden rund 90 Prozent der derzeit bestehenden Windkraftanlagen bis 2030 aus der staatlichen Förderung herausfallen. „Neue Anlagen sind bis zu 300 Prozent effizienter“, sagt die Expertin. Deshalb könne der Anteil der erneuerbaren Energie selbst dann gesteigert werden, wenn nicht alle Anlagen „repowered“ würden.

Immer fest im Blick haben die „Render“-Initiatoren die Akzeptanz der Bevölkerung. In diesem Sinne sollen die Ergebnisse des fünften Workshops im Zuge einer repräsentativen Umfrage in der Städteregion bewertet werden. Sie wird, wie bereits die erste Auflage 2015, vom Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung (Risp) vorgenommen.

Am Ende aller Bemühungen steht der „Energieplan 2030“. Bis September 2018 bleibt den Initiatoren hierfür noch Zeit. Dann endet nach vier Jahren die Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung für das Render-Projekt.

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