Willy-Brandt-Platz vor 45 Jahren eher bescheiden

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Foto: T. Dörflinger
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Foto: Stadtarchiv

Stolberg. Der Willy-Brandt-Platz ist im Vergleich von 1972 bis heute kaum wiederzuerkennen. Den Mittelpunkt bildeten seinerzeit eine Verkaufsbude, eine Telefonzelle und eine unterirdische Toilettenanlage. Am Rand lagen die Ketschenburg-Brauerei, die Gaststätte „Burgcafé“ und ein 1908 errichtetes Gebäude.

Der Platz ist in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden. Ursprung war ein Gartengelände des benachbarten Tuchmacherhofes Offermann. Die Stadt Stolberg hatte das Terrain erworben, um außerhalb der Altstadt einen neuen, größeren Marktplatz anzulegen. Außerdem sollte die Zweifaller Straße verbreitert werden.

Zum Erwerb gehörte auch das ehemalige Offermannsche-Gartenhäuschen, das in der Folgezeit als öffentliche Toilette genutzt wurde. Dieses kleine Gebäude hat man 1959 abgerissen. An dessen Stelle entstand eine neue, diesmal unterirdisch angelegte Toilettenanlage. Die Aufbauten nutzte man als Trinkhalle, in der neben Getränken auch Zeitschriften verkauft wurden. Betreiber und Inhaber der Bude war seit 1961 Heinz Collas. Ihm folgte später Rosemarie Arndt.

Die Ketschenburg-Brauerei ist 1817 entstanden. Als größte Brauerei Stolbergs hatte dort jahrzehntelang die Familie Brückmann neben Bier auch Limonade hergestellt. 1985 wurde die Produktion eingestellt. Auf dem Terrain entstand 1997 der Verwaltungssitz der „Energie- und Wasser-Versorgungs GmbH“ (EWV), die, unter Beibehaltung und Sanierung mehrerer historischer Bauteile, das frühere Brauereigelände mit moderner Architektur bestückte.

Links davon lag früher die Gaststätte Burgcafé. Das Gebäude ist vermutlich im frühen 19. Jahrhundert entstanden. Seit 1906 wurde das alte, traditionsreiche Haus als Gaststätte genutzt. In den 1960er und 1970er Jahren war das Restaurant unter dem Kurznamen „Buca“ bei Stolbergs Jugend eine beliebte Diskothek. Der Abbruch erfolgte im Jahr 2008. An ihrer Stelle entstand ein Jahr später das „Burgcenter“.

Heute wird der Willy-Brandt-Platz von moderner Architektur eingerahmt. Städtebaulich hat der Platz eine Aufwertung erfahren. Ähnlich wie damals wird ein Teil des Terrains als Parkplatz genutzt. Geblieben ist auch der Verkehrsknotenpunkt.

Denn nach wir vor steht der zentral gelegene Willy-Brandt-Platz im Mittelpunkt des Individualverkehres. Er ist nämlich Kreuzungspunkt von zwei stark befahrenen Straßen. Aus dem Stadtbild verschwunden ist aber schon lange die Straßenbahn. Sie hatte zum letzten Mal im Januar 1967 den Willy-Brandt-Platz als Halte- und Umsteigestation genutzt.

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