Willkommen zurück im großen Stauclub

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Er hat wieder eröffnet, der berühmt-berüchtigte Stolberger Stauclub am Kupferstädter Fern- und Nahverkehrskreuz von Zweifaller- und Finkensiefstraße. Foto: J. Lange
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Er hat wieder eröffnet, der berühmt-berüchtigte Stolberger Stauclub am Kupferstädter Fern- und Nahverkehrskreuz von Zweifaller- und Finkensiefstraße. Foto: J. Lange
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Er hat wieder eröffnet, der berühmt-berüchtigte Stolberger Stauclub am Kupferstädter Fern- und Nahverkehrskreuz von Zweifaller- und Finkensiefstraße. Foto: J. Lange
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Er hat wieder eröffnet, der berühmt-berüchtigte Stolberger Stauclub am Kupferstädter Fern- und Nahverkehrskreuz von Zweifaller- und Finkensiefstraße. Foto: J. Lange

Stolberg. Die „Gogo-Girls“, die ein privater Radiosender in den 70er Jahren immer wieder für den alltäglichen Stau an der Düsseldorfer Südbrücke versprochen hatte, fehlen auch in dieser Saison in der Kupferstadt noch. Aber er hat wieder eröffnet, der berühmt-berüchtigte Stolberger Stauclub am Kupferstädter Fern- und Nahverkehrskreuz von Zweifaller- und Finkensiefstraße.

Aufgrund komplizierter Baustellen für die Verlegung von neuen Transportleitungen für Wasser und Gas, muss der Verkehr auf den verschmälerteren Fahrspuren mit Baustellenampeln gesteuert werden.

Déjà-vu mit der Saison 2013/14

„Gogo-Girls“ oder einen anderen zusätzlichen Service, als die Geduld, die den Verkehrsteilnehmern abverlangt wird, wird zwar nicht geboten, aber das ist den eingefleischten Stauclub-Fans ja bereits vom Jahreswechsel 2013/14 bekannt. Seinerzeit wurde – neben diversen kleineren Baustellen – die Aachener Straße neu ausgebaut.

Und zumindest so lange der Abschnitt der verkehrswichtigen Verbindung mit der Innenstadt unterhalb des Büsbacher Bergs gesperrt war, vervielfachte sich das Verkehrsaufkommen auf den beiden Landesstraßen 220 und 238. Während auf der Zweifaller Straße die Ampelschaltung am Parkplatz Grünental/Kaufland zu Problemen führte, staute sich der Verkehr auf der Finkensiefstraße vor der Lichtzeichenanlage bis weit hinter die Brücke zurück.

In der neuen Stauclub-Saison, die bereits in der Vorweihnachtszeit auf der Zweifaller Straße sanft eingeläutet wurde, ist das Clubareal auf dieser Süd-Nordachse bis weit über den Burgholzer Graben ausgedehnt worden. Es sind vor allem die aus Richtung Nachtigällchen auf der L238 in die Stadt einfließenden Verkehrsteilnehmer, die ausgiebig Zeit haben, eine einmalige Landschaft und Industriearchitektur zu genießen.

Rückstau aufgrund Linksabbieger

Das liegt daran, dass der aus der Stadt herausfahrende Verkehr auf der Zweifaller Straße den aus dem Süden kommenden Fahrzeugen das Linksabbiegen in die Finkensiefstraße gravierend erschwert. Bedingt durch die derzeit einspurige Verkehrsführung bildet sich ein Rückstau bis hinter den Burgholzer Graben.

Der Rückstau auf der Finkensiefstraße ist vor allem durch den großen Anteil von Schwerlastverkehr begründet, der nur sehr langsam und vorsichtig beim Rechtsabbiegen die Baustelle im Einmündungsbereich umkurven kann und muss.

Nachdem am Mittwoch die gravierenden Auswirkungen der Baustelle auf den Verkehrsfluss deutlich wurden, hat das städtische Ordnungsamt sofort reagiert und „eine veränderte Ampelschaltung angeordnet“, erklärt Marcel Poqué, die ab heute greifen soll: Jede Fahrtrichtung erhält gesondert Grün. Auf diese Weise sollen „jegliche Komplikationen durch Abbiegen ausgeschaltet“ werden, so dass der Verkehr während der Grünphase zumindest flüssig an der Baustelle vorbeirollen kann.

Immerhin werden die Autofahrer damit rechnen müssen, noch zwei bis drei Wochen an diesem neuralgischen Punkt mit Einschränkungen leben zu müssen. Dies hängt im Wesentlichen ab von den Entscheidungen der Versorgungsträger, ob sie die derzeit bestehenden Baugruben jetzt nutzen, um weitere Leitungen zu erneuern oder ob sie zu einem späteren Zeitpunkt erneut mit Erneuerungen in den Verkehr auf den Landesstraßen eingreifen wollen. Gesichert ist nur, dass dort weitere Leitungen erneuert werden müssen.

Büsbach bis Burgholzer Graben

Während darüber heute die EWV berät, ist ebenfalls die Enwor mit im Boot. Insgesamt betroffen sind groß dimensionierte Versorgungsleitungen für Wasser und Gas vom Büsbacher Markt durch die Bischofstraße und den Lehmkaulweg weiter durch die Finkensief- und Zweifaller Straße bis vor das Werkstor von Aurubis in Höhe des Burgholzer Grabens. Teile der Maßnahme sind bereits erfolgt, teilweise sind sie derzeit in Arbeit und abschnittsweise müssen sie noch erfolgen.

Neuregelung auf Bischofstraße

So wurden bereits während des ersten Neubauabschnittes des Büsbacher Marienheims in diesem Bereich die Leitungen für Gas und Wasser erneuert. Derzeit sind die beiden Straßenabschnitte von dort zum Lehmkaulweg sowie zur Konrad-Adenauer-Straße in Arbeit. Das bedeutet für Fahrzeuge, die die Straße „Auf der Höhe“ verlassen, dass sie nur noch nach rechts abbiegen dürfen, während das Dutzend Meter in Richtung Markt mit der Einbahnstraßen-„Spardose“ gesperrt ist.

Zwar im Anschluss, aber noch ohne detaillierten Terminplan sollen die Leitungen für Gas und Wasser von der Bischofstraße durch den Lehmkaulweg bis in die obere Finkensiefstraße etwa in Höhe der Autowaschanlage vorangetrieben werden. Von dort bis zu den Prym-Werken ist ein unterirdischer Vortrieb zumindest der Gasleitung in einem Bohrspülverfahren vorgesehen. Gas- und Wasserleitung wiederum sind Bestandteil der Arbeiten vom Einmündungsbereich der Finkensief- durch die Zweifaller Straße bis zur Aurubis. Hier sind bereits die wichtigsten Arbeiten in der engen Trasse erfolgt.

Rücksicht auf Industrie

„Um eine neue Gasleitung verlegen zu können, muss eine 500er Wassertransportleitung abgesperrt werden“, erklärt Helmut Kutsch, Geschäftsführer des Stolberger Tiefbauunternehmens Gebrüder Kutsch. Zudem habe sich Enwor entschieden, eine 400er Wassertransportleitung dort neu zu verlegen. Gleichzeitig trat ein Defekt an einem der Schieber auf, die zum Absperren der Leitungen benötigt wird.

Abgesperrt werden können die Leitungen aber nur an einem Sonntag, damit die Stolberger Industrie ihre Produktion nicht aufgrund von Versorgungsengpässen unterbrechen muss.

Darüber hinaus sind die Mitarbeiter des Tiefbauunternehmens gefordert, eine geradezu archäologische Feinarbeit zu leisten. Geballt und gebündelt kreuzen und queren sich die Leitungen für Gas, Wasser, Strom, Telekom und wer weiß was noch in der Grube im Einmündungsbereich. Dort ist Handarbeit und absolute Vorsicht gefordert.

Und weil dieser schwierige Versorgungsknoten im viel befahrenen Verkehrsraum derzeit offen liegt, plädieren ortskundige Fachleute dafür, möglichst viele weitere erforderliche Arbeiten und Anschlüsse in diesem diffizilen Bereich gleich in einem Aufwasch mit zu erledigen.

Je nachdem, was Versorgungsträger und Behörden entscheiden, wird mit der derzeitigen Baustellen-Situation im Kreuzungsbereich der beiden Landesstraßen noch zwei bis drei Wochen zu rechnen sein.

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