Wilder Westen liegt wieder in Stolbergs Süden

Von: Dirk Müller
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Das Fest der „City Copper Pioneers“ auf der Ranch in Zweifall bot auch die Gelegenheit zu einem netten Plausch über heutige und vor allem vergangene Zeiten. Foto: D. Müller
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Fallen gestellt und Tiere erlegt wurden in Zweifall nicht. Die Trapper der „Skunk Company“ erklärten aber, wie dies früher gemacht worden ist. Foto: D. Müller

Stolberg. Auch ohne rauchende Colts ist das Lebensgefühl des wilden Westens am Wochenende greifbar gewesen. Denn der befand sich einmal mehr im Stolberger Süden. Die in der Zweifaller Finsterau gelegene Ranch der „Copper City Pioneers“ lockte hunderte Besucher an, schließlich gab es gute Gründe, um im Western-Stil zu feiern.

Einerseits gab es das Internationale Country- und Musik-Festival mit Livemusik und buntem Programm, andererseits die Feier zum 30-jährigen Bestehen der „Copper City Pioneers“.

Deshalb begann das Wochenende auf der Ranch bereits am Freitag: „Wir haben alle Vereinsmitglieder und Sponsoren zu einem VIP-Abend eingeladen“, berichtete Axel Carl, Geschäftsführer der „Kupferstädter Pioniere“. Grillgut, Getränke, Livemusik von „Win & Syl“ sowie eine Feuershow sorgten für beste Unterhaltung zunächst im kleinen Kreis. Dieser wurde dann am Samstag und am Sonntag wesentlich größer: Der Parkplatz „Mückenloch“ vor der Ranch war überfüllt, der von den „Copper City Pioneers“ organisierte Shuttle-Service vom Parkplatz Auenland aus erwies sich als praktisch und notwendig.

„Die Open-Air-Veranstaltungen in der Country- und Westernszene sind selten geworden. Das macht unsere Events sehr beliebt, zumal wir mit mehreren Zelten dafür sorgen, dass auch bei Regen das Festival nicht ins Wasser fällt“, erklärte Carl – was sich nach einem hochsommerlichen Samstag im Laufe des Sonntags bei Schauerwetter bestätigte. So ließen es sich die „zivilen Besucher“ ebenso gutgehen wie Cowboys, Ladies, Indianer und Trapper, die anders als im wilden Westen im Stolberger Süden harmonisch miteinander feierten. Viele Gäste tanzten quasi nonstop, andere begnügten sich damit, die Livemusik von „White Falcon“, Nick McAlley und der „Flat Iron Band“ zu hören und zu genießen.

Wer in Line- oder Couple-Dance unerfahren war, musste es nicht bleiben, denn es wurden Tanzworkshops angeboten. Das galt auch fürs Bogenschießen. Bohnen, Bratkartoffeln und Gegrilltes erfüllten die Luft mit köstlichem Duft, kühle Getränke flossen, und in ihrer neuen Whiskey-Bar schenkten die „Copper City Pioneers“ Bourbon aus. Westernverkaufsstände, Lagerfeuer und Hobbyisten, die ihre authentischen Lager aufgeschlagen hatten, komplettierten die besondere Atmosphäre der Veranstaltung.

Die Bezeichnung „international“ trägt das Festival übrigens zu Recht, wobei weniger die Musikgruppen gemeint sind: Erneut fanden die Besucher den Weg aus Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden in die Finsterau. „Rund 70 Prozent sind Stammgäste. Sie genießen das Ambiente unserer Ranch und pflegen lange bestehende Freundschaften. Wir sind im Prinzip eine große Country- und Western-Familie“, stellte Axel Carl sehr zufrieden fest.

Ein Beispiel ist die „Skunk Company“, deren Mitglieder sich in ihrer Freizeit möglichst authentisch in Trapper verwandeln. „Wir kommen schon seit zehn Jahren immer wieder zu den ‚Copper City Pioneers‘“, berichtete „Cassidy Jones“, der seinen bürgerlichen Namen Ralph Nemit an diesem Wochenende abgelegt hat. „Die Festivals in Stolberg sind toll organisiert, und die Ranch ist für uns Trapper ein ideales Gelände“, lobte er. Die „Fallensteller und Pelztier-Jäger“ der „Skunk Company“ kommen aus Düsseldorf, Neuss, dem holländischen Limburg und der Städteregion. Sie jagten in der Finsterau nicht wirklich und stellten auch keine Fallen auf, sondern erläuterten Interessierten lediglich, wie diese einst funktioniert haben. Und sie demonstrierten mit ihrem Lager anschaulich, wie die nordamerikanischen Trapper in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelebt haben.

Währenddessen tranken Cowboys und Indianer ein „Friedens-Bier“, bewegten Ladies und Gentlemen die Tanzbeine im Takt der Musik, führten viele Freunde gesellig angeregte Gespräche und ließen sich die Besucher ausgiebig und gerne in vergangene Zeiten und in den wilden Westen versetzen.

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