Stolberg - Wiesenstraße: Verkauf nun doch ein Thema

Wiesenstraße: Verkauf nun doch ein Thema

Von: Michael Grobusch
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Idyllisch am Rande des Natursc
Idyllisch am Rande des Naturschutzgebietes gelegen, aber in einem schlechten baulichen Zustand: Die Übergangswohnheime der Stadt könnten sich bald auf die Häuser am Kelmesberg beschränken. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Der Streit dürfte vor allem den Christdemokraten noch bestens in Erinnerung sein. Als die Verwaltung sich im März vergangenen Jahres gegen einen Verkauf der städtischen Wohnheime in der Wiesenstraße aussprach, lief die CDU dagegen Sturm.

Während im Rathaus die Meinung vertreten wurde, dass eine Veräußerung der Immobilien Alte Velau 27 bis 31 am wirtschaftlichsten sei, wollte die damalige Oppositionspartei das genaue Gegenteil durchsetzen - und scheitert damit letztlich an der Ampelkoalition von SPD, FDP und Grünen. Knapp ein Jahr später könnten sich die Dinge nun doch noch ganz im Sinne der CDU entwickeln. Aber mit den neuen politischen Mehrheitsverhältnissen hat das wohl nichts zu tun.

Auslöser der erneuten Diskussionen ist vielmehr ein deutlicher Hinweis des Landesrechnungshofes, dass aus fachlicher und finanzieller Sicht von den drei existierenden Häusern in der Wiesenstraße, die von der Stadt als Notunterkünfte vorgehalten werden, lediglich noch eines tatsächlich benötigt werde. Das wiederum hat nach Informationen unserer Zeitung die Verantwortlichen zunächst ins Grübeln und dann zu dem Schluss gebracht, dass es am besten sei, die komplette Einheit mit allen drei (Reihen-)Häusern zu veräußern. Damit würde auch die weitere Nutzung des einen, erst im vergangenen Jahr umgewidmeten Hauses entfallen, das einst für Aussiedler vorgesehen war und nunmehr von von Flüchtlingen und Asylbewerbern - derzeit sind es acht - belegt wird.

„Aufgrund der Feststellungen des Landesrechnungshofes hat sich für uns eine neue Situation ergeben”, bestätigte Bürgermeister Ferdi Gatzweiler jetzt auf Anfrage. Zwar handele es sich im Moment noch um „rein interne Überlegungen”. Es sei aber durchaus denkbar, dass sich die von der Stadt angebotenen und unterhaltenen Notunterkünfte in Zukunft gänzlich auf den Büsbacher Kelmesberg beschränken werden. Dort sind zwar in erster Linie Obdachlose untergebracht; die Übergangswohnheime würden aber auch der seit Jahren sinkenden Zahl von Asylbewerbern und den fast gar nicht mehr vorkommenden Aussiedlern ausreichend Platz bieten.

Einen Haken hätte der Verkauf der Objekte in der Wiesenstraße allerdings: Er wäre „zuschussschädigend”. Will heißen: Bis zum Ablauf der Zweckbindung im Juni 2016 sind der Nutzung der vor knapp 21 Jahren auch mit Landesmitteln errichteten Gebäude enge Grenzen gesetzt. Das gilt für die kurzzeitig in Erwägung gezogene Einrichtung einer Kita, die letztlich an den nicht geeigneten Grundrissen scheiterte, ebenso wie für die Veräußerung. Allerdings könnte die Stadt den letztgenannten Fall mit einer gewissen Gelassenheit sehen, da die zu erwartende Teilrückzahlung an den Zuschussgeber durch den Verkaufserlös abgedeckt werden könnte. Wenn der Verkauf denn gelingen sollte.

Wie schwer es mitunter sein kann, einen kaufwilligen Interessenten für städtische Immobilen zu finden, zeigt das Beispiel der ehemaligen Unterkünfte in der Alten Velau. Sie stehen bis heute leer und werden auf der städtischen Homepage derzeit für 220 000 Euro (Alte Velau 29 bis 34 als Vierfamilienhaus) bzw. 110 000 Euro (Alte Velau 27 als Ein- bis Zweifamilienhaus „zu Sanierungszwecken”) angeboten.

Zwei Baugrundstücke

Auch die beiden rückseitig gelegenen Baugrundstücke in der Bischof-Kettler-Straße, deren Verkaufschancen nach der Aufgabe der Wohnheime steigen sollten, sind weiterhin zu haben - für 140 Euro pro Quadratmeter. Während die Vermarktung von Gebäuden Aufgabe des städtischen Liegenschaftsamtes ist, muss sich mit der möglichen Räumung der Häuser in der Wiesenstraße zunächst die Politik beschäftigen.

Erste offizielle und öffentliche Gelegenheit dürfte es dazu in der nächsten Sitzung des Sozialausschusses am 20. März im Rathaus geben. Täuschen nicht alle Vorzeichen, dann dürften die „internen Überlegungen” der Verwaltung in eine Vorlage münden und spätestens dann zu einer externen Angelegenheit werden.
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