Wie von einem „fantastischen Fieber“ befallen

Von: Dirk Müller
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Elke Koch ist unter ihrem Pseudonym Elke Haut eine fleißige Autorin: Mit „Das Mehndi“ legt sie ihren zweiten Roman vor und schreibt derzeit an ihrem insgesamt fünftem Buch. Foto: D. Müller

Stolberg. Lisa Boldt ist eine attraktive, vielseitig begabte junge Frau. Und sie ist rücksichtsvoll. Letzteres vielleicht zu sehr, denn ihr gelingt es nicht, sich gegen die Einflüsse seitens ihrer Freunde zu wehren, und sie lässt zu, dass die Menschen in ihrem Umfeld in heuchlerischer Manier ein Lügengewebe flechten.

So wird Lisa Boldt beispielsweise immer mehr zum Spielball ihres um einige Jahre älteren Ehemannes Max, der erfolgreich eine Werbeagentur betreibt, und ihrer hübschen wie besitzergreifenden Geliebten Marion Schmidt.

Angeregt von arabischen Traditionen entwirft die künstlerisch veranlagte Lisa Boldt ein Aquarell – ein „Mehndi“ gegen den bösen Blick. Als Schutz vor Unheil gedacht, erschafft sie allerdings mit dem gemalten Henna-Tattoo eine kaum mehr aufzuhaltende Faszination. Lisa Boldt fasst den Entschluss, nicht länger passiv zuzuschauen, wie andere versuchen, ihr Leben zu steuern. Sie will nicht mehr an ihren eigenen Gefühlen vorbeilaufen, sondern sich stattdessen ihren persönlichen Lebensidealen nähern.

Mit „Das Mehndi“ legt die Stolberger Autorin Elke Haut ihren zweiten Gesellschaftsroman vor. Ob in Düsseldorf oder an südlicheren Schauplätzen wie der tunesischen Insel Djerba oder auf dem Balearen-Eiland Mallorca geht es in dem Buch um Gefühle und emotionale Machtspiele. Die Protagonistin indes strebt sowohl nach Liebe, als auch nach individueller Freiheit, nach Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit. Sie bricht aus einer manipulierten Welt aus – und auf in ein neues Leben. Und dass Aufbrüche durchaus das Metier der Autorin sind, zeigt die Vita von Elke Haut.

Denn hinter dem Pseudonym verbirgt sich Elke Koch, die in Stettin geboren ist und in Berlin aufwuchs. Die Familie der heute 76-Jährigen zog nach Düsseldorf, und Elke Koch nahm in Krefeld das Grafik-Studium auf.

Nach erfolgreichem Abschluss kam sie 1962 nach Stolberg, wo sie begann in der Grafik- und Werbeabteilung von Mäurer und Wirtz zu arbeiten. Sie heiratete den Leiter der Abteilung: den Stolberger Maler, Bildhauer und Grafiker Hermann Koch, der 1997 gestorben ist. Von ihm erlernte sie die Aquarellmalerei, und bis heute ist die Künstlerin Elke Koch in der Kupferstadt ein Begriff.

Der nächste Aufbruch erfolgte schließlich im Alter von 45 Jahren, als Elke Koch zur Heilpraktikerin ausgebildet wurde und dann knapp 30 Jahre lang selbstständig in diesem Beruf tätig war. Es folgte der literarische Aufbruch, und aus Elke Koch wurde dann die Autorin Elke Haut.

Mit dem an ihren Mädchennamen Hautermann angelehnten Pseudonym grenzt die Autorin sich zwar von der Malerin ab, die Titelbilder ihrer Bücher sind aber ihre eigenen Aquarelle. Bisher drei an der Zahl, doch „es werden mehr“, sagt Koch. Tatsächlich ist sie als Elke Haut äußerst fleißig: Nach ihren 184 Seiten starken „Skurrile Geschichten“ (siehe Infokasten) erschien im vergangenen Jahr ihr erster Roman „Von Eitelkeit und Sucht“ auf 428 Seiten.

Jetzt legt sie mit „Das Mehndi“ einen 420-seitigen Roman nach. Und damit nicht genug: „Mein viertes Buch ist bereits in der Endbearbeitung. Das wird etwas völlig anderes“, beschreibt die Autorin, die als Malerin derzeit pausiert. „Zum Malen habe ich im Moment halt keine Zeit“, erklärt Koch. „Im Grunde arbeite ich immer wie eine Spielernatur. Nach dem Motto ,Alles oder Nichts’. Zur Zeit hat das Schreiben mich wie ein fantastisches Fieber befallen – im besten Wortsinn, da ich meine Fantasie ausleben kann.“

„Tolle Obsession“

Bücher zu schreiben, sei eine „tolle Obsession“ für sie, meint Elke Koch und liefert sogleich den Beweis: Sie holt einige Anthologien hervor und sagt: „Das ist der Anfang von meinem neusten Projekt. Dabei bin ich schon wieder so richtig im Schreibfluss.“ Und getreu dem Motto „Alles oder Nichts“ wolle sie nun zunächst auch ihr fünftes Buch zu Ende bringen, bevor die Autorin Elke Haut vielleicht den Füller zur Seite legt, den Pinsel in die Hand nimmt und dann wieder zur Malerin Elke Koch wird.

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