Stolberg - Wie die Kirche Abgaben an Preußen sparte

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Wie die Kirche Abgaben an Preußen sparte

Von: Karl Meurer
Letzte Aktualisierung:
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Reise in die Vergangenheit: Mitglieder des Stolberger Heimat- und Geschichtsverein besuchten sakrale historische Stätten im Jülicher Land sowie einen historischen Bauernhof und die Rekonstruktion eines eisenzeitlichen Dorfes. Foto: Helmut Schreiber

Stolberg. Der Kulturkampf, in dem der preußische Staat zunehmend die Vermögensverwaltung der katholischen Kirche beeinflussen und letztlich übernehmen wollte, eskalierte gegen Ende der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts.

Um die finanzielle Übernahme durch die Preußen zu verhindern, wurde in Müntz mit Unterstützung des erzbischöflichen Generalvikariats eine neue Kirche gebaut, um die hierfür benötigten Finanzmittel dem preußischen Staat zu entziehen.

„Dom des Jülicher Landes“

Die heutige Pfarrkirche, St. Peter, besuchte der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein am vergangenen Samstag als erste Anlaufstelle einer Ganztagsexkursion. Dieser „Dom des Jülicher Landes“ erstrahlte nach einem vorübergehend einfachen Dasein heute mit seinen einzigartig bemalten Wänden wieder in seinem ursprünglichen Glanz.

Nicht weit entfernt im Jülicher Land erhebt sich die romanische bis spätgotische Kirche, St. Urban, in Mündt. Ihr erster Bau wurde bereits um 650 n.Chr. erwähnt und gilt als der älteste christliche Sakralbau auf dem Land in Deutschland.

Einen Steinwurf entfernt erwartete die Teilnehmer die sehr gepflegte Irmundus-Kapelle auf dem Hahnerhof, die an den Einsiedler und Schäfer Irmundus erinnert, der im 4. Jahrhundert n.Chr. das Jülicher Land christianisiert haben soll.

Spannendes erwartete die Teilnehmer im Ort Höllen. Das Amt für Bodendenkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) sichert, katalogisiert und archiviert in einem historischen Bauernhof am Fuße der „Sophienhöhe“ die vornehmlich im Vorfeld des Braunkohlentagebaus ausgegrabenen archäologischen Funde. Der Blick in die Werkstatt und auch die Präsentation eines teilweise ausgegrabenen römischen Brunnens in einer kleinen Ausstellung waren sehr beeindruckend.

Höhepunkt der Exkursion war die Besichtigung der Rekonstruktion eines eisenzeitlichen Dorfes aus dem 5. bis 1. Jahrhundert vor Chr. Unter den technischen Bedingungen und mit dem Werkzeug aus der Eisenzeit errichteten die Mitarbeiter des Amtes in Eigenregie ein Wohnhaus, eine Backstube und mehrere Vorratshütten auf dem Außengelände.

Die mit sehr viel Herzblut und Kompetenz vorgetragenen Erläuterungen des Leiters des Amtes, Dr. Udo Geilenbrügge, versetzten die interessierten Hörer gedanklich in die Eisenzeit und hinterließen einen nachhaltigen Eindruck.

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